Postplatz: Sicherer und schöner

LICHTENSTEIG. Die Lichtensteiger Verkehrsplanung wird konkret: Demnächst beginnen die Bauarbeiten beim Schulübergang an der Bürgistrasse und nun liegt auch das Projekt Postplatz vor.

Hansruedi Kugler
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Neues Verkehrsregime: Orange eingezeichnet der neue Vortritt Bürgistrasse-Hauptgasse. (Bild: pd)

Neues Verkehrsregime: Orange eingezeichnet der neue Vortritt Bürgistrasse-Hauptgasse. (Bild: pd)

Beim Projekt Postplatz geht es um die Sanierung und Neugestaltung des Verkehrsknotens bei der Einfahrt ins historische Städtchen. Der Kanton will die Staatsstrasse sanieren, und die Gemeinde benutzt die Gelegenheit, mit diesem Projekt auch noch ein paar Veränderungswünsche in der Gestaltung umzusetzen. Dabei geht es in erster Linie um die Änderung des Verkehrsregimes, die Neugestaltung der Bushaltestelle vor der Post, breitere Trottoirs und um die neue Linienführung der Einfahrt in die Hauptgasse.

Alles in allem soll der Platz schöner, sicherer und für die Benützer der Busse bequemer werden.

Langfristiges Ziel: Umfahren

«Der grosse Schritt zur Verkehrsberuhigung im Städtli kommt erst, wenn die Umfahrung Bütschwil realisiert ist.» Lichtensteigs Stadtpräsident Roger Hochreutener relativiert die Erwartungen an das Projekt und skizziert gleichzeitig die Rahmenbedingungen.

Denn auch mit der Neugestaltung des Verkehrsknotens wird kein Lastwagen und kein Motorrad weniger durch das Städtli fahren. Das langfristige Ziel der Lichtensteiger Verkehrsplanung müsse es sein, den Verkehr aus dem historischen Städtli zu entfernen, meint Roger Hochreutener. Kommt die Umfahrung Bütschwil, soll der Verkehr von der Wasserfluh über die Loretostrasse nach Dietfurt und dort in die Umfahrung umgeleitet werden. Denn in Dietfurt ist ein Kreisel bei der Umfahrung Bütschwil geplant.

Ein Strassenabtausch, wie vor kurzem in Wattwil geschehen, soll das möglich machen: Die Hauptgasse soll zur Gemeindestrasse, die Loretostrasse dann zur Staatsstrasse wechseln. Weil dies noch in weiter Ferne liegt, wolle Lichtensteig das Machbare jetzt realisieren: Die Verkehrssicherheit und der bequemere Bus-Einstieg stehen im Vordergrund.

Neues Vorfahrt-Regime

Auffällig dabei ist die Veränderung des Verkehrsregimes: Statt Grabengasse-Loretostrasse wird die Hauptachse künftig Bürgistrasse-Hauptgasse sein. Die Grabengasse wird bis zum Volg konsequent einspurig geführt, das Trottoir vor dem Volg wird um über zwei Meter verbreitert, der Fussgängerstreifen wird so kürzer: Das sei gut für die Sicherheit der Fussgänger, denn an jener Stelle habe es einige Unfälle gegeben, sagt Roger Hochreutener.

Nicht nur wegen der Breite des Fussgängerstreifens, sondern vor allem, weil einige Automobilisten an jener Stelle mit hoher Geschwindigkeit auf die Kreuzung zufahren – wissend, dass sie (noch) Vorfahrt haben. Die Neugestaltung des Platzes müsse dazu führen, dass das Tempo auf der Kreuzung generell reduziert werden könne, meint Roger Hochreutener.

Zwei Parkplätze mehr

Vor dem Volg und der Bäckerei Schlauri entstehen zwei neue Kurzzeit-Parkplätze: «Für Güterumschlag gestattet, max.15 Minuten» wird auf den Tafeln stehen. Mit diesen zwei neuen Parkplätzen wird die Parkplatz-Bilanz positiv. An der Parkplatzfrage hat sich nämlich ein grundsätzlicher Widerstand gegen das Verkehrskonzept entzündet. Deshalb hat der Gemeinderat auch entschieden, vorläufig auf die Neugestaltung der Hauptgasse zu verzichten. Diese war ursprünglich ein Teil des gesamten Verkehrskonzeptes gewesen.

Neue Bushaltestelle

Die vor der Post befindliche Bushaltestelle wird ebenfalls neu gestaltet. Für den Bus wird eine Haltekante erstellt, die einen niveaufreien Ein- und Ausstieg ermöglicht, der auch für Rollstühle geeignet ist. Der Platz soll ausgeglichen und asphaltiert werden. Der bisherige Warte-Balkon vor der Post wird abgerissen und durch ein Wartehäuschen ersetzt. Die Parkplätze unmittelbar vor dem Café Huber bleiben in gleicher Zahl erhalten. Eine weitere wesentliche Änderung betrifft die untere Bürgistrasse.

Neben dem Café Huber wird das Trottoir verbreitert: So steht ein Passant, der über den Fussgängerstreifen an der Bürgistrasse gehen will, nicht mehr hinter, sondern vor der Säule, was für die Sicherheit eine wesentliche Verbesserung bringt. Auf der gegenüberliegenden Seite des Obertorplatzes vor dem Brunnen wird hingegen das Trottoir schmaler.

Mehr Sicherheit

Die Bedenken aus der Bevölkerung seien in einem zweiten Durchlauf nochmals geprüft worden, sagt Roger Hochreutener. In Frage gestellt wurde damals die Sicherheit für die Velofahrer, angeregt wurde auch der Bau eines Kreisels. Die Überprüfung habe ergeben, dass ein Kreisel wegen der engen Platzverhältnisse nicht realisierbar sei und dass mit dem neuen Vortritts-Regime die Sicherheit der Velofahrer verbessert werde: Auf der Seite Loretostrasse wird es neu einen Fahrrad-Streifen geben.

Bei der Einfahrt ins Städtli werden die Trottoirkanten so versetzt, dass sie die Lastwagen auf die ideale Schleppkurve zwingen und das Haus Forrer von Lastwagen nicht mehr regelmässig angefahren und beschädigt wird. Vor dem Toggenburger Museum wird das Trottoir verbreitert.

Es geht um 413 525 Franken

Das Gesamtprojekt soll 1,18 Millionen Franken kosten, wobei die Gemeinde Lichtensteig einen Anteil von 35 Prozent zu tragen hat: 413 525 Franken.

Weil das Gesamtprojekt über eine Million kostet, muss es die Gemeinde auflegen und dem fakultativen Referendum unterstellen. Dieses läuft noch bis zum 29. März. Wird es nicht ergriffen oder stimmen die Lichtensteiger dem Projekt zu, dann rechnet Roger Hochreutener damit, dass der Postplatz 2011 umgebaut wird. Während der gesamten Bauzeit sei der Platz jederzeit befahrbar, verspricht Roger Hochreutener.

Die gesamte Bauerei wird etappiert: Nach der Realisierung des Fussgängerübergangs beim Schulhaus an der Bürgistrasse wird im Herbst die Äuli-Brücke saniert. Während dieser Sanierung wird der ganze Umfahrungsverkehr durch Lichtensteig geführt. Die Sanierung der unteren Grabengasse ist dann im normalen Unterhaltsprogramm des Kantons vorgesehen. So ist der frühest mögliche Zeitpunkt für die Realisierung des Knoten-Umbaus im Jahr 2011.

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