Positiver Bescheid von Swissgrid

Die Elektrizitätswerk Heiden AG erhält von der nationalen Netzgesellschaft KEV-Beiträge. Das ist eine Voraussetzung für die Sanierung des Kraftwerks am Gstaldenbach. Rolf Domenig hat Heinrich Eggenberger als Geschäftsleiter abgelöst.

Patrick Baumann
Drucken
Teilen
Rolf Domenig hat die Geschäftsleitung von Heinrich Eggenberger übernommen. Arthur Oehler ist aus dem Verwaltungsrat zurückgetreten. (Bild: pab)

Rolf Domenig hat die Geschäftsleitung von Heinrich Eggenberger übernommen. Arthur Oehler ist aus dem Verwaltungsrat zurückgetreten. (Bild: pab)

HEIDEN. Im Zentrum der Generalversammlung der Elektrizitätswerk Heiden AG stand am Freitagabend die Sanierung des Wasserkraftwerks am Gstaldenbach. «Für die Sanierung des Kraftwerks sind rund 3,5 Millionen Franken veranschlagt worden», sagte Verwaltungsratspräsident Heinrich Eggenberger im Kursaal Heiden. Es sei stets kommuniziert worden, dass eine Realisierung des Projekts nur denkbar sei, wenn das Projekt auf die Liste der Kraftwerke gesetzt werde, die Anspruch auf eine kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) haben. Am 1. Oktober 2015 habe man von Swissgrid den Bescheid bekommen, dass das Kraftwerk die Voraussetzungen erfülle.

20 Rappen pro Kilowattstunde

Der erneuerten Anlage stehe somit während 20 Jahren, pro produzierter Kilowattstunde, eine Vergütung von 20 Rappen zugute. «Auf dem Markt wird gegenwärtig zwischen sechs und sieben Rappen pro Kilowattstunde gezahlt. Mit dieser Zusage werden wir somit dreimal mehr Ertrag lösen, als sonst üblich ist», sagte Eggenberger. Bei einer Produktion von zwei Millionen Kilowattstunden gehe es um ein Ertragspotenzial von rund 400 000 Franken. Nicht zuletzt durch die KEV-Zusage habe man Zusicherungen von drei Schweizer Banken für Bau- und Hypothekarkredite über 3,3 Millionen Franken erhalten. Nach heutigem Projektstand sei davon auszugehen, dass die ganze Wasserkraftanlage in eine Tochtergesellschaft ausgegliedert werde. «Wenn der Verwaltungsrat in dieser Woche grünes Licht zum Projekt gibt, werden die Bauarbeiten im Herbst gestartet», so Eggenberger. «Im Verlauf des Jahres 2017 ist mit der Inbetriebnahme des Kraftwerks zu rechnen.»

Wechsel an der Spitze

Per 1. Januar 2016 wurde die in Teilzeit ausgeübte Geschäftsführung neu in die Hände von Rolf Domenig gelegt. Domenig ist Elektroingenieur und bringt als ehemaliger Direktor der St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke AG (SAK) praktische Erfahrung in dieser Funktion mit. Domenig ist bereits seit 2006 Mitglied im Verwaltungsrat. Der bisherige Geschäftsführer Heinrich Eggenberger zieht sich auf das Verwaltungsratspräsidium zurück.

Etwas Bleibendes geschaffen

Arthur Oehler trat aus dem Verwaltungsrat zurück. Oehler gehörte diesem seit 1986 an. Seit 2006 übernahm er zusätzlich die Aufgabe des Sekretärs. «Mit der Jubiläumsschrift zum 100-Jahr-Jubiläum des EW Heiden hat Arthur Oehler etwas Bleibendes und Grossartiges geschaffen», so Eggenberger. «Zudem war er eine grosse Unterstützung bei der Öffnung des Aktionärskreises.» Der vakante Sitz werde vorläufig nicht besetzt. Der Verwaltungsrat habe auch früher jeweils aus sieben Mitgliedern bestanden, deshalb sei dies kein Problem.

Breiteres Aktionariat gefordert

«Wir sind weiterhin daran interessiert, dass sich der Aktionärskreis vergrössert», sagte Eggenberger. «Wir wollen vor allem, dass auch jüngere Aktionärinnen und Aktionäre zu uns stossen.» Deshalb werde man wieder vermehrt im Kauf und Verkauf eigener Aktien tätig werden. «Das Jahresergebnis des EW Heiden ist, wie auch im Vorjahr, nur bedingt zufriedenstellend», so Eggenberger. Der Jahresgewinn konnte zwar von 320 000 Franken auf 340 000 Franken gesteigert werden, der Umsatzrückgang in den Nebengeschäften Installation und Netzbau für Dritte sei aber beträchtlich. Der Umsatz ging im Jahr 2015 gesamthaft von 7,5 auf rund 7 Millionen Franken zurück.

85 Franken ausbezahlt

Pro Aktie wird eine Dividende von 85 Franken ausbezahlt. Aus dem Vorjahr bestand ein Vortrag von rund 100 000 Franken. 200 000 Franken werden der Spezialreserve zugewiesen. Rund 85 000 Franken werden in die neue Rechnung übertragen. Die Investitionen in Netz und Verteilanlagen sowie in betriebsfremde Liegenschaften beliefen sich im vergangenen Jahr auf rund 430 000 Franken.

Aktuelle Nachrichten