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Pop-up-Hotels: Zukunft ungewiss

Das «Null-Stern-Hotel» gibt es nicht mehr. Schlafen mit viel frischer Luft konnten Gäste diesen Sommer aber weiterhin an zwei Standorten mit unterschiedlichen Konzepten. Unklar ist, ob sie fortgesetzt werden.
Karin Erni
Die Gäste schätzen die Ruhe und die schöne Aussicht im Heidler Pop-up-Hotel. (Bild: PD)

Die Gäste schätzen die Ruhe und die schöne Aussicht im Heidler Pop-up-Hotel. (Bild: PD)

In einer offenen Alphütte oder lieber in einem modernen Designermodul nächtigen? Vor dieser Wahl standen Touristen im Sommer im Appenzellerland, die eine originelle Übernachtungsmöglichkeit suchten.

Wer den Alpstein immer im Blick haben und vom Glockengebimmel der weidenden Kühe umgeben sein wollte, war in der rustikalen «Alpenbritsche» auf der Göbsi beim ehemaligen Nullstern-Butler Köbi Dietrich an der richtigen Adresse. Die an eine übergrosse Puppenstube erinnernde, fahrbare Hütte ist nach einer Seite offen und verfügt über ein Dach aus Plexiglas. Die Einrichtung besteht aus einem Doppelbett, einem Ofen und einer einfachen Toilette. Die Gäste der «Alpenbritsche» konnten zudem den Butlerservice der Familie in Anspruch nehmen. Diese ist vor ein paar Tagen mitsamt dem fahrbaren Hotel von der Alp zurückgekehrt.

Gemeinde Hundwil stellt Forderungen

Die «Alpenbritsche» war gemäss Köbi Dietrich gut gebucht. «Ich habe es noch nicht genau ausgerechnet, aber wir hatten sicher mehr als die Hälfte der Nächte Gäste.» Diese seien rundum begeistert gewesen. Manche seien sogar zwei Tage geblieben. «Die Leute haben geschätzt, dass die Britsche – im Gegensatz zum Nullstern-Hotel – ein Dach hat.»

Mit den Einnahmen aus der Vermietung könne er gerade die Materialkosten für den Bau des mobilen Hotelzimmers bezahlen, sagt Dietrich. «Künftig könnte sich mit diesem Übernachtungsangebot aber ein schöner Nebenverdienst ergeben.» Doch ob er die «Alpenbritsche» auch im nächsten Jahr wieder auf der Göbsi aufstellen könne, stehe in den Sternen. Er sei derzeit mit der Gemeinde Hundwil am Verhandeln, so Dietrich. «Sie haben gefordert, dass bei einem allfälligen Weiterbetrieb unter anderem ein Anschluss an die Kanalisation erfolgen müsste.

Gästeecho war durchwegs positiv

Etwas nobler geht es im ersten Pop-up-Hotel der Schweiz zu und her. Es steht auf einer Wiese beim Gasthaus zur Fernsicht in Heiden. Das moderne Holzmodul bietet zwei luftige Doppelzimmer mit Dusche und Aussicht auf den Bodensee. Gemäss Fernsicht-Geschäftsführer Tobias Funke habe man mit der Vermietung fast ausschliesslich positive Erfahrungen gemacht. «Die Gäste waren begeistert. Sie schätzten die frische Luft und die schöne Aussicht. Der heisse Sommer hat uns natürlich geholfen.»

Die beiden Doppelzimmer seien an den Wochenenden stets ausgebucht gewesen, während der Ferienzeit vielfach auch unter der Woche, so Funke. «Die Belegungsquote habe ich noch nicht ausgerechnet, aber sie dürfte zwischen 60 und 70 Prozent liegen.» Das Angebot habe zusätzliche Gäste nach Heiden gebracht und das sei wichtig für das Dorf. Auch die «Fernsicht» habe profitiert. «Die meisten Gäste haben bei uns im gutbürgerlichen Restaurant oder im ‹Incantare› gegessen.» Interessant sei, dass wieder vermehrt deutsche Urlauber in die Schweiz kämen.

Kritische Grösse der Betriebe

Aufgrund der guten Nachfrage würden sie das Angebot gerne auch im nächsten Jahr wieder bereitstellen, sagt Funke. «Doch dann müsste es in einer mobilen Form geschehen. Wir haben fast zwei Wochen für den Aufbau gebraucht.» Diese Arbeit dürfte höchstens einen Tag in Anspruch nehmen, damit sich der Aufwand rechne. Er sei derzeit in entsprechenden Verhandlungen, damit man vor dem Winter Klarheit habe, wie es weitergehe.

Für Urs Berger, Geschäftsführer von Appenzellerland Tourismus AR, sind die innovativen Übernachtungsangebote wertvoll, um als Ferienregion wahrgenommen zu werden. «Heute läuft werbetechnisch vieles über soziale Medien und Blogger.» Massen an Übernachtungen könne man mit solchen Nischenprodukten aber nicht generieren, so Berger. «Doch dem Mix zwischen den verschiedenen Angeboten tun sie zweifellos gut und helfen, vermehrt Übernachtungsgäste zu gewinnen.» Er gibt aber zu bedenken, dass bei so kleinen Hotels das Verhältnis von Aufwand und Ertrag kritisch sein könne.

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