POLITIK: Schüler aus Walzenhausen tagen in Bundesbern

Oberstufenschüler aus Walzenhausen haben die Spielregeln der direkten Demokratie bei einem Besuch in der Bundeshauptstadt kennen gelernt. Sie brachten die Initiative «Dienstpflicht für alle» ein.

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Schülerinnen und Schüler der Oberstufe Walzenhausen politisieren im Berner Stadtsaal. (Bild: IKS)

Schülerinnen und Schüler der Oberstufe Walzenhausen politisieren im Berner Stadtsaal. (Bild: IKS)

Was direkte Demokratie bedeutet und wie sie funktioniert, erlebten 23 Walzenhauser Schülerinnen und Schüler während vier Tagen mit anderen Klassen aus der Deutschschweiz und dem Tessin. Die Walzenhauser Klasser war die zweite aus Ausserrhoden, die am Projekt «Schulen-nach-Bern» teilnahm. Begleitet wurden die Jugendlichen von den Lehrern Jürg Wickart und David Vosseler sowie vom Wolfhäldler Raphael Wüthrich, der seine Maturaarbeit zum Thema «Jugend und Politik» verfassen wird.

Vorgängig wurde die Initiative «Dienstpflicht für alle» vorbereitet und dafür 100 Unterschriften gesammelt. In Bern schlüpften die Lernenden in die Rolle von Nationalräten, wählten die Nationalratspräsidentin und ihre Vize und reichten ihre Volksinitiativen ein.

Am Montag präsentierten die Präsidentinnen und Präsidenten der fünf Fraktionen, sprich Klassen, ihre Gemeinde. Danach folgten Fraktions- und Kommissionssitzungen. Die fünf Initiativen wurden diskutiert. Es musste eine Meinung gefunden werden zu «Halbieren der Haushaltsabfälle bis 2030», «Transitverkehr auf die Schiene», «Verantwortung von Unternehmen» sowie «Sechs Wochen Ferien für alle». Dazu die Walzenhauser: «Wir haben die vier anderen Initiativen lange und intensiv diskutiert.» In den Kommissionssitzungen wurden Gegenvorschläge entworfen und formuliert. Spannend waren ebenso das Treffen mit Nationalrat David Zuberbühler, ein Stadtrundgang und der Besuch der norwegischen Botschaft.

Auf den Höhepunkt vom Donnerstagnachmittag hatten alle hingearbeitet, diskutiert, formuliert und wieder verworfen. Im ehrwürdigen Stadtsaal – im Nationalratssaal im Bundeshaus wurden die technischen Anlagen revidiert – stellten die Walzenhauser ihre Initiative vor, kämpften für sie, zeigten ihre Vorteile auf. Sie unterstrichen die Gleichwertigkeit von Militär, Zivilschutz und Zivildienst, ebenso und vehement die Gleichstellung von Mann und Frau. Nach jeder Initiative argumentierte alt Bundesrat Moritz Leuenberger, erklärte, motivierte, lobte, wies auf Diskrepanzen hin und erzählte, wie es im Nationalrat zu und her gegangen war zu seiner Zeit als Bundesrat. So erlebten die Walzenhauser vier Stunden hautnahe Politik. Sie unterstützten und verwarfen. Es wurde in Gruppen und mit den Nachbarn diskutiert. Einzelredner meldeten sich. Der anstrengende Tag wurde mit einer Feier beendet und am Freitag hiess es nach Walzenhausen zurückreisen. (iks)