Poetischer Einstieg ins neue Jahr: Lesegesellschaft Teufen lädt zum Dichterwettkampf

Die Lesegesellschaft Teufen organisiert am kommenden Sonntag anlässlich der Veranstaltung Neujahrstat das Spiel «Icon Poet».

Claudio Weder
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Slam Poet Etrit Hasler wird in Teufen das literarische Würfelspiel «Icon Poet» moderieren.

Slam Poet Etrit Hasler wird in Teufen das literarische Würfelspiel «Icon Poet» moderieren.

Bild: Urs Bucher (St. Gallen, 19. Februar 2016)

Das Spiel «Icon Poet» der Berner Brüder Frei ist zurzeit in aller Munde. Die Regeln sind einfach: Auf Basis von fünf gewürfelten Symbolen (Icons) reimen sich die Teilnehmenden eine Kurzgeschichte zusammen. Dazu haben sie drei Minuten Zeit. Laut den Machern sollen dabei poetische Duelle mit lustvollen, geistreichen, überraschenden, spannenden und witzigen Erzählminiaturen resultieren.

Spiel im Grossformat

Am kommenden Sonntag wird dieses poetische Würfelspiel im Zeughaus Teufen gespielt – und zwar im Grossformat. Eingeladen wurden die «Icon Poeten» Rebecca C. Schnyder, Gottlieb F. Höpli, Ralf Bruggmann und Romeo Meyer. Im Dreiminutentakt werden sie auf der Bühne ihre Würfelgeschichten präsentieren, wobei das Publikum die beste Geschichte wählt.

Humorvolle Geschichten

Organisiert wird der Anlass von der Lesegesellschaft Teufen. «Wir wollen, dass die Zuhörerinnen und Zuhörer in den Genuss einer speziellen Art von Literaturwettbewerb kommen», sagt Präsident Daniel Ehrenzeller. «Die vorgetragenen Geschichten sollen komisch und humorvoll sein – aber auf hohem Niveau.» Um den Regionalbezug herzustellen, werden bestimmte Teufner beziehungsweise Ausserrhoder Szenarien vorgegeben. Die Moderation übernehmen der St. Galler Slam Poet Etrit Hasler und der Spiel­erfinder Lukas Frei.

Das Publikum darf mitmachen

Doch nicht nur die Profis auf der Bühne werden bei diesem kreativen Dichterwettkampf gefordert. Die gewürfelten Icons, welche auf eine Leinwand projiziert werden, sollen auch die Fantasie des Publikums anregen. «Wer will, kann Notizblock und Stift mitnehmen und sich als ‹Icon Poet› versuchen», so Ehrenzeller. «Die Geschichten müssen nicht vorgetragen werden. Aber die Möglichkeit dazu besteht.»

Neujahrstat löst Neujahrsblatt ab

Mit dem Spiel «Icon Poet» startet die zweite Auflage der «Neujahrstat», einer kulturellen Veranstaltungsreihe, welche die Lesegesellschaft Teufen vor einem Jahr ins Leben gerufen hat. Zuvor hat die Lesegesellschaft während 20 Jahren jeweils zum Jahreswechsel eine Künstlerin oder einen Künstler aus der Region zur Gestaltung eines Neujahrsblattes eingeladen. «Zu den Präsentationen erschienen jedoch immer weniger Leute, auch die Verkaufszahlen gingen zurück», sagt Ehrenzeller. Aus diesem Grund habe man sich für etwas Neues entschieden. Von nun an werde das neue Jahr mit einer «guten Tat» eingeweiht. Dies könne ein künstlerischer oder kultureller Beitrag jeder Art sein.

Eine noch wenig bekannte Kunstform

Bei der «Neujahrstat» soll vor allem auch der soziale Aspekt im Vordergrund stehen, sagt Ehrenzeller. «Ein solcher Anlass zu Jahresbeginn bietet nochmals Gelegenheit, sich ein gutes neues Jahr zu wünschen.» Weiter will die Lesegesellschaft mit der «Neujahrstat» neue und spezielle Veranstaltungen auf die Beine stellen.

«Icon Poet» hat sich in verschiedenen Schweizer Städten bereits als kulturelles Veranstaltungsformat etabliert. So werden etwa im Restaurant Militärkantine in St.Gallen regelmässige poetische Würfelrunden mit Autoren aus der Region durchgeführt. «Im Appenzellerland scheint ‹Icon Poet› hingegen eine noch wenig bekannte Kunstform zu sein», sagt Ehrenzeller.

Die Neujahrsblätter scheint derweil niemand zu vermissen. «Wir freuen uns, dass unser neues Konzept gut ankommt. Zudem ist es schön, dass wir auf die Zusammenarbeit mit dem Zeughaus zählen dürfen», sagt Ehrenzeller. In diesem Sinne hofft er, dass auch das kommende Jahr mit einer Neujahrstat eingeläutet werden kann.

Hinweis: «Icon Poet» am Sonntag, 12. Januar, um 14 Uhr im Zeughaus Teufen.