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Poetisch bis ausserirdisch

Zwei leere Seiten warteten einst in sogenannten Poesiealben auf Grosseltern, Kolleginnen und Lehrer.
Lukas Pfiffner
Bild: Lukas Pfiffner

Bild: Lukas Pfiffner

Zwei leere Seiten warteten einst in sogenannten Poesiealben auf Grosseltern, Kolleginnen und Lehrer. Links war Platz für eine persönliche Widmung und/oder eine Lebensweisheit: «Mach es wie die Sonnenuhr, zähl die heitren Stunden nur!» Rechts liess sich ein Scherenschnitt einkleben oder eine Zeichnung gestalten. Vor einigen Jahren erreichten die Alben die Stufe zwei. «Freundschaftsbuch» hiessen die. Da war man eingeladen, ein Foto einzukleben und stichwortartig Einblicke ins Innenleben zu gewähren: Lieblingsessen? Lieblingsfarbe? Lieblingstier? Lieblingsfilm? Lieblingsmusik? Bei der Frage, was ich nicht mag, gehörte «Spinat und Krieg» zu meinen favorisierten Antworten.

Kürzlich durfte ich von einem Schüler zum ersten Mal ein Buch der Stufe drei entgegennehmen. Für dieses «Kinderkünstlerfreundebuch» braucht man mehr Zeit, weil man von der einen Seite zur anderen geschickt wird. Der Anfang kommt halbwegs traditionell daher: Es gilt, den Namen rückwärts zu schreiben, sich als Experte für irgendetwas zu definieren und anzukreuzen, ob man schon einmal in Hundedreck getreten und vom Dreimeterbrett gesprungen ist. Ich zeichne meinen Lieblingsplatz in der Superduper-Chaos-WG. Es wird gefragt: Wie lange bleiben wir Freunde? Von meinen Vorgängern lese ich «Bis ein Marsmensch zu Besuch kommt» und «Bis es Fünfliber regnet». Weiter gebe ich für das statistische Freundschaftsamt an, ob ich ab und zu Stress, Sommersprossen, ein Geheimnis, manchmal Nasenbluten und schon einmal ein Tier gerettet habe. Ich zeichne einen Ausserirdischen und mich in 30 Jahren, trage den Geburtstag ein und unterschreibe auf einem Gipsbein.

Wollen Sie wissen, wie mein schlimmstes Schimpfwort heisst? Ja, dann müssen Sie schauen, dass Sie ebenfalls ein Kreativfreund meines Schülers werden.

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