Podiumsdiskussion
Die Sportlerschule Appenzellerland möchte ein Haus des Sports realisieren – das sind die offenen Punkte

Am diesjährigen Herisauer Sportforum diskutierten Vertreter aus Sport, Politik und Tourismus über die Vision, in der Region eine Unterkunft für Athletinnen und Athleten zu schaffen. Es gibt noch viele Hürden – nicht nur die Finanzierung.

Jesko Calderara
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Am Sportforum diskutierten Max Eugster (Gemeindepräsident Herisau) und Andreas Frey (Appenzellerland Tourismus AR) unter der Leitung von Martina Brassel mit Markus Koch (Ex-Präsident IG Sport Region Herisau) und Hans Höhener (Sportlerschule Appenzellerland).

Am Sportforum diskutierten Max Eugster (Gemeindepräsident Herisau) und Andreas Frey (Appenzellerland Tourismus AR) unter der Leitung von Martina Brassel mit Markus Koch (Ex-Präsident IG Sport Region Herisau) und Hans Höhener (Sportlerschule Appenzellerland).

Bild: Erich Brassel

Ein Haus, das Sportlerinnen und Sportlern eine günstige Unterkunft und die benötigte Infrastruktur in nächster Umgebung bietet. Noch ist das erst eine Vision. Wenn es aber nach Hans Höhener, Verwaltungsratspräsident der Sportlerschule Appenzellerland, geht, soll dieses Projekt dereinst in der Region entstehen. Am diesjährigen Herisauer Sportforum stellte er dieses vor. Die Organisatorin des Anlasses am Donnerstagabend im Cinetreff, die IG Sport Region Herisau, hatte eine ähnliche Idee. Die beiden Organisationen wollen das Haus des Sports nun gemeinsam vorantreiben. Erste Gespräche dazu haben bereits stattgefunden.

Allerdings gibt es viele offene Fragen. Trotzdem waren sich die Teilnehmer der Podiumsdiskussion einig, dass die angestrebte Ergänzung der Sportlerschule eine grosse Chance wäre. Man habe immer mehr Mühe, Athletinnen und Athleten bei Gastfamilien unterzubringen, sagte Höhener auf eine entsprechende Frage von Moderatorin Martina Brassel. Hier könnte ein Haus des Sports Abhilfe schaffen. Als mögliche Nutzer nannte Höhener Sportschülerinnen und Sportschüler, auswärtige Athleten im Hochleistungsbereich und Teilnehmende von Ferienkursen oder Camps. Zudem fehle es in Teufen an Räumlichkeiten für Trainer und Betreuer. Für Höhener wäre der Standort Herisau ideal, nicht zuletzt wegen der kurzen Wege zu bestehenden oder geplanten Sportanlagen.

Projekte würden dem Tourismus helfen

Grundsätzlich hinter der skizzierten Idee steht der Herisauer Gemeindepräsident Max Eugster. «Das Vorhaben würde helfen, die Ausstrahlung der Gemeinde nach aussen zu verbessern.» Den touristischen Nutzen hob dagegen Andreas Frey, Geschäftsführer von Appenzellerland Tourismus AR, hervor. Seiner Einschätzung nach könnte das zusätzliche sportliche Angebot die Auslastung der Hotelbetten insbesondere während der Zwischensaison steigern.

Uneinig war sich die Runde ob der Frage, welche Dimension die Unterkunft für Sportlerinnen und Sportler haben müsste. Höhener schlug vor, bescheiden anzufangen, um dann Schritt für Schritt zu wachsen. Etwas anders sah dies Markus Koch, bis vor kurzem Präsident der IG Sport Region Herisau. Er plädierte für eine mutige Vorwärtsstrategie. Koch könnte sich vorstellen, dass die Nachfrage da ist, wenn das Angebot erst einmal realisiert wird.

Schwierige Suche nach Freiwilligen für die Projektgruppe

Eine Herausforderung ist dessen Finanzierung. Höhener schätzt den Kapitalbedarf auf «mehrere Millionen Franken». Er zeigte sich zuversichtlich, dass die benötigen Mittel zu beschaffen wären. Für diesen Knochenjob sei Geduld gefragt, sagte Höhener. Eines ist für ihn aber klar: «Um das Projekt in Herisau voranzutreiben, braucht es gut vernetzte lokale Köpfe.» Dieser Meinung ist auch Max Eugster. Er sieht in erster Linie die Sportvereine in der Verantwortung. Zudem müsste die Bevölkerung mit ins Boot geholt werden, sagte Eugster. «Die Gemeinde kann sich ebenfalls einbringen, indem sie beispielsweise das Sportzentrum einbringt.»

Eine Liste mit entsprechenden Namen, welche sich in einer Projektgruppe für das Haus des Sports engagieren könnten, gibt es bereits, wie Markus Koch bestätigte. Es sei jedoch nicht einfach, motivierte Persönlichkeiten zu finden, die genügend Zeit für ein solch aufwendiges Ehrenamt hätten.

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