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Plötzlich geschieden

Aglow Toggenburg
Jacqueline Grunder

Vergangenen Freitag besuchten in der katholischen Kirche in Wattwil rund 40 Frauen den ersten Aglow-Anlass dieses Jahres zum Thema «Plötzlich geschieden». Nach einem gemütlichen Abendessen erzählte die Referentin Rahel Temperli-Donnabauer ihre bewegende Lebensgeschichte, die sie mit ihren eigenen Liedern wunderbar ergänzte.

Rahel wuchs als älteste Tochter eines Pastorenehepaares auf. Wie häufig bei Pastorenfamilien kümmerten sich die Eltern vorrangig um die hilfesuchenden Menschen, bevor sie Zeit für ihre Kinder fanden. Rahel, die zu jener Zeit oft von ihren Mitschülern gehänselt wurde, litt sehr darunter. Sie flüchtete in ihre Märchenscheinwelt und träumte davon, Prinzessin zu sein. War es dann so falsch auf eine glückliche Ehe zu hoffen? Mit 17 Jahren lernte sie ihren Mann kennen, dreieinhalb Jahre später heirateten sie und bald schon folgten zwei Kinder, ein Junge und ein Mädchen. Die Familie schien perfekt. Rahel bemühte sich täglich, die liebevolle Ehefrau und Mutter zu sein. Der Mann der beruflich fest eingespannt war, musste viel von zu Hause wegbleiben. Unmerklich begannen sie sich auseinanderzuleben, träumten nicht mehr denselben Traum, verfolgten nicht mehr dieselben Ziele.

Als Rahel erfuhr, dass ihr Mann eine Affäre einging, brach für sie eine Welt zusammen. Eine heftige Erschöpfungsdepression folgte. Wer war sie nun? Ihren Wert gab sie sich allein durch seine Liebe. Doch, noch wollte er bei ihr bleiben, hatten sie doch einmal gemeinsam Ja gesagt vor Gott. Als er dann seine Anstellung verlor, zogen sie gemeinsam nach Bern. Die Hoffnung auf einen neuen Anfang entbrannte, erlosch aber leider nur zu schnell wieder. Nach Jahren des Hoffens und Betens fand sie endlich den Mut, ihn vor eine Entscheidung zu stellen. Daraufhin zog er aus.

Um der immer tiefer führenden Abwärtsspirale zu entkommen, entschloss sich Rahel, Hilfe anzunehmen. In der Seelsorge lernte sie in einem ersten Schritt, ihre von der Vergangenheit geformten Persönlichkeitsmuster zu erkennen, und im zweiten Schritt, diese zu vergeben. Alle Lasten, alle Verletzungen, die sie mit sich trug, durfte sie nun im Vertrauen auf Jesus abgeben. Er, der alles am Kreuz getragen hatte, gab ihr einen neuen Wert.

Heute darf Rahel mit ihrer Geschichte Frauen Mut machen, die ähnliche Situationen erleben. Sie arbeitet unterdessen als Pastoralassistentin in einer Kirche, ist Sängerin und Botschafterin für das Kinderhilfswerk Compas­sion.

Jacqueline Grunder

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