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PLATTE: Isadora, die Experimentelle

Die Wiler Alternative-Rock-Band St. Kitts Royal Orchestra veröffentlicht ihr zweites Album. Heute erscheint die erste Single-Auskopplung «I Could Be You». Die Plattentaufe findet am 19. Mai im Gare de Lion statt.
Philipp Haag
Die Wiler Band St. Kitts Royal Orchestra mit Nathalie Hollenstein, Timo Hollenstein, Tobias Winiger sowie mit Matthias Zuber (von links). (Bild: PD)

Die Wiler Band St. Kitts Royal Orchestra mit Nathalie Hollenstein, Timo Hollenstein, Tobias Winiger sowie mit Matthias Zuber (von links). (Bild: PD)

Philipp Haag

philipp.haag@wilerzeitung.ch

Sie scheren sich nicht um musikalische Konventionen. St. Kitts Royal Orchestra klingen kompromisslos, roh und komplex, mit einem Hang zur Melancholie. Auf ihrem zweiten Album «Isadora» treibt die Wiler Band die Songs satt voran, setzt überraschende Zäsuren und legt unerwartete Klangmuster. Das Verspielte, mit dem die drei Musiker und die Musikerin bereits auf ihrem vor vier Jahren erschienen Erstling «Ada» spannungsgeladene Akzente setzten, dringt noch intensiver und facettenreicher durch. Es verleiht den zehn Liedern auf dem neuen Album eine leicht neurotische Note, die in ihrer spielerischen Einfachheit befreiend wirkt. Passend dazu der Titel des Albums: «Isadora». Der Titel geht auf Isadora Duncan zurück, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts das Ballett von seinem Korsett erlöste und so zur Begründerin des zeitgenössischen Tanzes wurde.

Anleihen bei Radiohead

«Isadora» ist eine Weiterentwicklung von «Ada». Die Anleihen beim Elektro-Rock-Pionier Nine Inch Nails oder der Alternative-Rock-Experimentalband Radiohead sind nach wie vor hörbar, werden aber variantenreich in den für die Band charakteristischen Sound eingebettet. Ein «geräuschiges» Album sei es geworden, sagt Timo Hollenstein, Sänger und Gitarrist der Band. «Wir haben vieles ausprobiert, vor allem am Synthesizer», ergänzt Tobias Winiger, der den Bass spielt. Die Platte ist elektronischer geprägt als die Vorgängerin, die Klanggeräusche und die Effekte sind ausgereifter und abwechslungsreicher. Das Album wirkt laut, aber nicht aufdringlich. «Isadora» ist keine Easy-Listening-Scheibe. Als Hintergrundmusik taugt sie nicht. Dafür sind die Song-Arrangements zu dynamisch und zu vielschichtig. «Isadora» ist ein Album, mit dem sich der Hörer auseinandersetzen muss, bei dem sich der Hörer auf die Songs einlassen muss. Auf die Details haben Winiger, Hollenstein, dessen Schwester Nathalie an den Tasteninstrumenten sowie Schlagzeuger Philemon Krähenmann ein besonderes Augenmerk gelegt. Die Details vermitteln den typischen St.-Kitts-Royal-Orchestra-Sound. Sie durchbrechen die sphärischen Collagen, markieren das Disharmonische. Der für die Band charakteristische experimentelle Einschlag ist geblieben, dessen Bandbreite bei «Isadora» im Vergleich zur Vorgängerin «Ada» noch grösser geworden. So kommt beispielsweise eine Hammond-Orgel zum Einsatz. Auch Sänger Timo Hollenstein setzt seine Stimme variabler ein, vom ungehobelten Flüsterton über ein Halb-Stakkato bis zum balsamischen Gesang, versetzt mit einem Hall.

Minimalistischer und organischer Touch

Für das Spielerische der Songs und dass die Band die Grenzen des Genres ausreizt, dafür zeichnet Produzent Michael Gallusser aus St. Gallen mitverantwortlich. Ein Tüftler, welcher der Band wertvolle Inputs lieferte, wie Timo Hollenstein sagt.

Trotz des beibehaltenen minimalistischen und organischen Touchs ist das Album klarer produziert. Die Garage-Rock-Attitude des letzten Albums ist zwar noch vorhanden, aber geschliffener. «Isadora» kommt ruhig und stringent, in sich stimmig daher. Dazu trägt auch bei, dass die Band den sperrig-kantigen Liedern schon fast Popsongs gegenüberstellt, hoffnungsvolle Sequenzen in das von einer düsteren Grundstimmung getragene Album einwebt. Einer dieser Songs ist «I Could Be You», der heute als erste Single-Auskopplung erscheint. Die neue Platte veröffentlicht die Band am 21. April. Die Songs präsentieren St. Kitts Royal Orchestra erstmals am 19. Mai dem Publikum. Dann findet die Plattentaufe im Gare de Lion in Wil statt. Am Schlagzeug sitzen wird Matthias «Zub» Zuber aus Wil. Der Schlagzeuger und Percussionist ersetzt Philemon Krähenmann, der aus der Band ausgestiegen ist.

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