PLANUNGSZONE SPEICHERSCHWENDI
Zentrum von Speicherschwendi: Erste Entwürfe der Architekten liegen vor

Verschiedene Workshops fanden zur Zentrumsentwicklung in der Speicherschwendi statt. An der Informationsveranstaltung «Forum» vom Mittwochabend wurden erstmals mögliche Zukunftsszenarien für diesen Ortsteil präsentiert.

Astrid Zysset
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So sieht das Zentrum in der Speicherschwendi heute aus. Der «Bären» links soll gemäss einem privaten Bauvorhaben abgerissen werden.

So sieht das Zentrum in der Speicherschwendi heute aus. Der «Bären» links soll gemäss einem privaten Bauvorhaben abgerissen werden.

Bild: Archiv

Es sind zwei Vorschläge, die anlässlich der Informationsveranstaltung «Forum» im Buchensaal in Speicher am Mittwochabend präsentiert wurden. Architekt Stefan Flühler von Flühler Architektur hatte die Aufgabe, eine Variante zu entwickeln, bei welcher die Zukunft des «Bären» noch nicht entschieden ist. Ihm schwebt daher die Schaffung eines öffentlichen Raumes um das Gasthaus herum vor. Zudem soll ein neues Gebäude in einer zweiten Ebene erstellt werden, das mit Saal, Wohnen, Restaurant wie auch einem Laden den Dorfplatz abschliesst. Dieses würde auch, unabhängig davon, was vielleicht anstelle des «Bären» einst entstehen könnte, sämtliche Bedürfnisse der Bevölkerung abdecken.

Wird der «Bären» jedoch abgerissen, hat Architekt Urs Koster von der Koller Koster AG einen Vorschlag ausgearbeitet, der einen Ersatzbau in Form eines halböffentlichen Gebäudes vorsieht. Im Erdgeschoss würde ein kleiner Saal untergebracht, in dessen Foyer tagsüber ein kleines Café betrieben wird. Zudem würde das Gebäude leicht nach hinten versetzt, um Platz für einen Dorfplatz mit Sitzgelegenheiten, Brunnen und Bäumen zu schaffen. «Möglichst viel Leben soll in diesem Bereich stattfinden», so Koster.

Der Ersatzbau für den «Bären» würde gemäss Vorschlag von Architekt Urs Koster leicht versetzt entstehen, damit Platz für einen Dorfplatz bleibt.

Der Ersatzbau für den «Bären» würde gemäss Vorschlag von Architekt Urs Koster leicht versetzt entstehen, damit Platz für einen Dorfplatz bleibt.

Bild: PD

Dreijährige Planungszone wurde verhängt

Das entspricht der Vision des Gemeinderates. Nachdem bekannt geworden war, dass das Gasthaus Bären abgerissen und an jener Stelle eine Wohnüberbauung entstehen sollte, sah er sich zum Handeln gezwungen. Im Januar 2020 erliess er eine dreijährige Planungszone über das Zentrum von Speicherschwendi. Der Richtplan der Gemeinde sieht vor, Bestrebungen zum Erhalt oder zur Schaffung von Zentrumsfunktionen in der Speicherschwendi aktiv zu unterstützen. Das Baugesuch für den Abbruch des «Bären» würde dieser Maxime zuwiderlaufen.

Die Besitzer des «Bären» haben inzwischen gegen die Planungszone Rechtsmittel ergriffen. Ein definitiver Entscheid steht noch aus. Darum wurde bei der Ausarbeitung möglicher Szenarien für die Zentrumsentwicklung den allfälligen Erhalt wie auch den Abbruch des Gasthauses berücksichtigt.

Rund 50 Teilnehmende an den Workshops

Die Ausarbeitung erfolgte nach einem partizipativen Prozess in der Bevölkerung. Die Gemeinde lud zu insgesamt drei Workshops, an welchen Bürgerinnen und Bürger Wünsche für die Zentrumsentwicklung äussern konnten. Herauskristallisiert hatten sich gemäss Petra Neff von der frischer wind ag, welche den Prozess als Beraterin begleitete, unter anderem Hoffnungen auf einen Dorfplatz, Grundbedürfnisse wie Einkaufsmöglichkeiten und die Schaffung eines öffentlichen Innen- und Aussenraums. Begleitet wurde der Prozess von Raumplanern, Denkmalpflegern und der Gemeinde.

Zentrumsentwicklung als Generationenprojekt

Die von den Architekten ausgearbeiteten Varianten umfassen mehr als lediglich das Zentrum in der Speicherschwendi. Die gesamte Verkehrsachse wurde betrachtet. So sieht beispielsweise der Vorschlag von Urs Koster auf der Nordseite der Strasse nur einzelne Häuser vor, sodass der Blick auf den Bodensee gegeben ist. Längsbauten würden lediglich auf der Südseite erstellt werden können.

Wann Speicherschwendi in neuem Licht erscheint, ist noch ungewiss. Die Verfahren zur Ortsplanung werden nun ausgelöst und somit die Regeln für die Erneuerungen festgelegt. Die tatsächliche Realisierung hängt von privaten Bauvorhaben ab, die in den kommenden Jahrzehnten umgesetzt werden. So gesehen, kann es noch Generationen überdauern, bis das Dorfzentrum den in den Workshops erarbeiteten Visionen entspricht.