Planschen in der «Ledi»

Das Schwimmbad Ledi in Walzenhausen ist nicht besonders gross und wirkt auf den ersten Blick etwas verloren. Trotzdem kommen Besucher immer wieder gerne – teilweise sogar aus dem nahen Ausland. Weshalb ist das so?

Roman Hertler
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Im Schwimmbad Ledi lässt es sich Wasser und Sonne in gepflegter und überschaubarer Umgebung geniessen. (Bild: rh)

Im Schwimmbad Ledi lässt es sich Wasser und Sonne in gepflegter und überschaubarer Umgebung geniessen. (Bild: rh)

WALZENHAUSEN. Oberhalb von Walzenhausen, nahe am Witzweg gelegen, befindet sich das Schwimmbad Ledi. Zwei Personen schwimmen ihre Längen, ein Rentnerpärchen genehmigt sich einen Kaffee vom Kiosk. Befragt nach dem Grund ihres Besuchs, meint der Herr lachend: «Wegen des Schattens.» Seine Begleiterin sagt, sie hätten schon seit 56 Jahren ein Saisonbillett. Sie geniessen hier vor allem die Ruhe. Die «Ledi» sei nie so überfüllt, wie die anderen Schwimmbäder im Appenzellerland und im nahen St. Galler Rheintal, von wo die meisten auswärtigen Gäste kommen, erklärt die Bademeisterin Gertrud Hänggi Walt. Diese Saison sei allerdings nicht sonderlich gut gewesen. «Das unbeständige Wetter ist wohl dafür verantwortlich, dass vor allem Spontanbesucher ausgeblieben sind. Es gibt aber treue Stammkunden und Morgenschwimmer, die immer vorbeikommen», sagt Hänggi Walt.

Erfrischung an heissen Tagen

Viele Gäste kämen besonders an heissen Tagen, weil die Besucher dann das ungeheizte Wasser und den Platz schätzten, den es hier oben gibt, meint Hänggi Walt. Die Bademeisterin arbeitet hier seit 2008. Angefangen hat sie als Aushilfe, mittlerweile ist sie während der Badesaison vollamtlich angestellt; im Winter macht sie Nachtwache im Pflegebereich. Ihr gefällt die Arbeit als Allrounderin, denn sie ist nicht bloss für die Badeaufsicht zuständig, sondern auch für den Unterhalt der gesamten Anlage. Dazu gehört unter anderem die Garten- und Rasenpflege, die Kontrolle des Chemiebereichs oder das Beheben kleinerer technischer Probleme.

Breites Angebot

Eine Besucherin, die sich mittlerweile zum Rentnerpärchen gesetzt hat, sagt, sie käme gerne mit ihren Kindern hierher. Das kleine Gelände biete einen guten Überblick, so dass man die Kleinen nicht aus den Augen verliere. Wenn man mit Kleinkindern hinten am Planschbecken unter dem Sonnensegel sitzt, lässt sich immer noch beobachten, was die etwas Grösseren vorne bei der Rutschbahn treiben. Auch dass die Spielsachen für Land und Wasser gratis angeboten werden, schätzt die Besucherin sehr.

Neben dem Wasser bieten sich den Gästen auch weitere Aktivitätsmöglichkeiten wie Tischtennis, «Töggelikasten», ein kleines Fussballtor oder Bodenschach. Um das kulinarische Wohlbefinden der Gäste kümmert sich Sonja Hosemann aus St. Margrethen. Je nach Gästeaufkommen gibt es ein Mittagsmenü. Die Gäste rühmen aber besonders ihre Fitnessteller. Die Schnitzel paniert sie selbst, und auch die Salatsauce sei selbst gemacht, betont Hosemann.

«Die Badi ist zwar klein und kann vom Angebot her natürlich nicht mit den grossen Badis wie jenen in Appenzell oder Teufen mithalten», sagt Hänggi Walt, «dafür sind wir hier näher bei den Kunden und bieten eine familiäre Atmosphäre.»