Pirouette statt Puck im Sportzentrum

Im Sportzentrum Herisau versammelt sich die Elite der jungen Schweizer Eiskunstläuferinnen und -läufer: Die Schweizer Meisterschaft steht an. In zwei Kategorien treten die bis zu 13jährigen Athleten an. Nach jahrelanger Vorbereitung haben sie zwei Chancen, Punkte zu sammeln.

Timo Züst
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HERISAU. Die Kasernenstrasse in Herisau präsentiert sich heute Montag noch immer besonders schick: An den Strassenlampen hängen Kantonsfahnen. Aufziehen liess sie die Gemeinde anlässlich der Schweizer Meisterschaft im Eiskunstlauf für Mädchen und Knaben. Diese liefen von Freitag bis Sonntag in zwei Kategorien auf: «Mini» (unter 12 Jahren) und «Jugend» (unter 13 Jahren). Dass dieser nationale Anlass an das Herisauer Sportzentrum vergeben wurde, ist hauptsächlich René Bänziger zu verdanken. Er ist nicht nur Präsident des Eislaufvereins Herisau, sondern gleichzeitig auch Vizepräsident des Schweizer Eislauf-Verbands (SEV).

Perfekte Halle

Für einmal gehört das Eisfeld nicht den Eishockey-Spielern, kein Puck, keine Tore, nur ein graziles Mädchen in einem farbenfrohen, glitzernden Kleid. Es tanzt gerade ihre Kür in der Kategorie Jugend. Jede Tänzerin, jeder Tänzer hat zwei Gelegenheiten, Punkte zu sammeln: das Kurzprogramm und die Kür. In beiden Auftritten müssen die Teilnehmer vorgegebene Figuren tanzen, je nach Ausführung erhalten sie entweder maximal drei Punkte abzüglich oder zuzüglich des Grundwerts. Ein Sturz hat jeweils automatisch den vollen Abzug zur Folge. Laut dem Organisator René Bänziger ist die Eishalle im Sportzentrum der perfekte Austragungsort für den Event. Die Halle ist mehr als gross genug, die Linienrichter haben perfekte Sicht auf das Feld, und die Infrastruktur des Sportzentrums kann genutzt werden. «Und die Gemeinde liess die ganze Halle komplett für uns reinigen», fügt Bänziger glücklich an.

Einsatz aus Leidenschaft

Wer Eiskunstlauf nur von «Art on Ice» und den olympischen Winterspielen kennt, kommt beim Zuschauen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Die jungen Mädchen und Knaben drehen und springen schon fast wie deren Vorbilder am TV-Bildschirm. «Die Teilnehmer trainieren von klein auf», meint René Bänziger. Dazu braucht es nicht nur eine ungebrochene Motivation, sondern auch eine tadellose Infrastruktur in der Nähe des Wohnorts der Kinder. Wie er das meint, erklärt der Organisator auch gleich: Da dem Eiskunstlauf nicht das gleiche Mass an Aufmerksamkeit wie beispielsweise dem Eishockey zukomme, könnten sich die Vereine ihre Eiszeiten nur selten aussuchen. Was zur Folge habe, dass die Schulen der Kinder oft Kompromisse eingehen müssten, anders seien die Trainingsstunden nicht zu bewältigen. Was winkt den jungen Talenten, falls sie Schweizer Meister werden? «Eine Medaille und ein warmer Händedruck», erklärt Bänziger.

Gemeinde hilft finanziell

Für den Anlass mietete René Bänziger das Eisfeld im Herisauer Sportzentrum für 33 Stunden. Das ist ein beträchtlicher finanzieller Aufwand. Die Gemeinde Herisau griff dem Verband dabei unter die Arme und beteiligte sich mit 70 Franken pro Eis-Stunde.

www.skating.ch/evherisau