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Pippos Geschenk zu seinem Fünfzigsten

Mit einem Dreifachkonzert feiert der italienische Cantautore Pippo Pollina seinen 50. Geburtstag. Die Konzerte finden heute und morgen in Zürich statt, die Vorpremiere war am Donnerstagabend im Chössi-Theater zu erleben. Mit dabei war auch seine Familie.
Michael Hug
Pippo Pollina, zwei Tage vor seinem Fünfzigsten, dynamisch und druckvoll auch seine hochkarätige Band. (Bild: Michael Hug)

Pippo Pollina, zwei Tage vor seinem Fünfzigsten, dynamisch und druckvoll auch seine hochkarätige Band. (Bild: Michael Hug)

LICHTENSTEIG. Es gibt mehrere Facetten, die den italienischen, in der Schweiz lebenden Liedermacher Pippo Pollina besonders auszeichnen. Eine der herausstechenden ist bestimmt sein Drang, mit anderen Musikerinnen und Musikern zusammenzuarbeiten. Schon in seinen Début-Jahren, als 18-Jähriger in Palermo, suchte er den Austausch mit internationalen Künstlern, die ihn beeindruckten. Eine dieser Bekanntschaften war, so erzählte Pippo Pollina am Donnerstag, die chilenische Formation «Inti-Illimani». Die Band habe ihn stark beeindruckt, musikalisch, aber auch wegen des Umstands, dass sie zur Zeit der Machtübernahme General Pinochets in Chile (1973) gerade auf einer Tournée in Italien war.

Früh für Musik interessiert

Zu jener Zeit war Giuseppe «Pippo» Pollina gerade zehn Jahre alt. Doch seine Neugierde auf Musik und Menschen war geweckt. Er begann in Palermo Jura und Musik (klassische Gitarre) zu studieren. Unter dem Eindruck der Mafia auf Sizilien wandte sich Pollina in seinem musikalischen Schaffen bald einmal politischen Themen zu. Schliesslich verliess er seine Heimat, um die Welt zu sehen. 1988, nach drei Jahren Weltenbummlerei, blieb er in der Schweiz hängen und wurde von Linard Bardill auf dessen Tournée engagiert. Schon 1989 gastierte er im «Chössi», einen Auftritt, an den er sich sogar noch erinnerte: «Ich kam erst drei Minuten vor dem Konzert an, es war November und es schneite. Als Süditaliener wusste ich nichts von Winterreifen.» Seither hat Pollina das «Chössi» 15 Mal besucht. Er hat ausserdem 15 CDs bespielt und rund 3000 Konzerte gegeben. Er arbeitete mit Konstantin Wecker, Georges Moustaki, Inti Illimani, Franco Battiato, Patent Ochsner und vielen weiteren Künstlern zusammen. 2012 erhielt er den Schweizer Kleinkunstpreis, und heute Samstag also, feiert er seinen 50. Geburtstag. Drei Konzerte sind dafür im Zürcher Volkshaus programmiert. Alle drei sind mit Besuchen von Gästen – Freunde aus früherer Zusammenarbeit – bestückt. Und alle drei sind schon seit einiger Zeit ausverkauft. Dies erklärt auch, warum im «Chössi» am Donnerstag sehr viele Fans waren, die für die Volkshaus-Konzerte keine Tickets mehr erhalten hatten.

Exklusive Vorpremiere

Das «Chössi»-Konzert war also eine exklusive Vorpremiere. Nicht zufällig fiel die Wahl auf das «Chössi» – schon die ganze Woche hatten die Band und Pippo Pollina hier geprobt. Eine Band aus hochkarätigen Schweizer Musikern, mit der Pollina in dieser Zusammensetzung noch nie zusammenspielte. Deshalb die Proben, denn das Material, das Pollina aus seinem Fundus holte, war mehr oder weniger bekannt.

Zu diesem Material gehörten unter anderen «Il giorno del falco», «Camminando», «Caffe Caflisch» und natürlich «Sambadiò». Da fehlte eigentlich, auch als mögliche Zugabe, jenes Lied, mit dem Pippo Pollina üblicherweise zuallererst in Verbindung gebracht wird: «Ciao bella ciao». Den Gefallen tat der Cantautore seinem Publikum zwar nicht, doch ebendieses wurde mit anderen überraschenden Wendungen des Abends beglückt.

Sohn und Tochter mit dabei

Manch einer oder eine mag zu Beginn ein wenig erschrocken sein ob der Lautstärke, mit der Pippo und seine Band (Walter Keiser, Schlagzeug, Jean Pierre von Dach, Gitarre, Jo Barnikel, Piano, Thomas Fessler, Gitarre, Roberto Petroli, Saxophon, und Peter Keiser, Bass) das beschauliche Chössi-Theater beschallten. Stimmig und stimmungsvoll war der knapp zweidreiviertelstündige Abend trotz oder gerade wegen der bemerkenswerten Dynamik. Zudem präsentierte der Hauptakteur zwar keinen seiner heute in Zürich zu erlebenden Stargäste, dennoch kam Besuch, und zwar aus der eigenen Familie. Madleina Pollina (15) sang mit ihrer Freundin Nora Steiner zwei Songs auf Englisch, Julian Pollina (18) sang solo zwei seiner Lieder auf Deutsch.

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