Pfoten weg, Donald!

Brosmete

Martin Hüsler
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Hat sie nun der Weltöffentlichkeit bewusst Einblick gewährt in die Befindlichkeit ihrer Ehe oder war es nur eine unbedachte Handbewegung? Tatsache ist, dass Melania Trump die erste Auslandreise ihres Gatten Donald mit einer Geste angereichert hat, die man einigermassen irritiert zur Kenntnis nahm. Als das Paar nach der Ankunft auf dem Flughafen von Tel Aviv über den roten Teppich hin zu den israelischen Honoratioren schritt, verweigerte Melania das sonst übliche Händchenhalten und wischte Donalds Hand in einer Art weg, die man durchaus als unwirsch bezeichnen kann. Gegen das Protokoll wird sie damit wohl kaum verstossen haben, doch dieses «Pfoten weg!» der First Lady aus dem Weissen Haus birgt natürlich schon Stoff für Spekulationen. Letztlich aber ist es eine Innertrump’sche Angelegenheit, der man vielleicht nicht zu viel Gewicht beimessen sollte.

Besser wäre es gewesen, jemand hätte Donald Trump während seines Israel-Besuchs an ­anderer Stelle zu einem «Hände weg!» geraten. Im Auge habe ich das Gästebuch in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem, deren Besichtigung zu Trumps Besuchsprogramm gehörte. Man hätte ihn von diesem Buch fernhalten sollen. Leider hat man es unterlassen und damit auch folgenden Eintrag nicht verhindert: «Es ist eine grosse Ehre, hier mit all meinen Freunden zu sein. So fantastisch + werde nie vergessen.» Wer sich an diesem Ort zu solchen Sätzen versteigt, lässt vieles erkennen – aber sehr wenig Respekt vor den Opfern des Holocausts und vor allem keinerlei Feingefühl. Donald Trump macht ja nicht den Eindruck, als hätte er das Pulver erfunden. Aber dermassen vertrottelt kann er gleichwohl kaum sein, dass er nicht wusste, wo er sich befand. Umso penibler wirkt sein Eintrag ins Gästebuch.

Martin Hüsler

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