Pflegekosten werden neu geregelt

Personen, die einen hohen Pflegeaufwand benötigen, werden künftig finanziell entlastet. Ab dem 1. Januar 2011 leisten die Krankenkassen einen höheren Beitrag an die Pflegekosten. Die Gemeinden übernehmen neu auch einen Teil dieser Kosten.

Drucken
Teilen

ausserrhoden. Mit einer Vorläufigen Verordnung setze Appenzell Ausserrhoden die Vorgaben des Bundes zur Neuordnung der Pflegeverordnung fristgerecht per 1. Januar 2011 um, heisst es in einer Medienmitteilung. Die vom Regierungsrat erlassene Vorläufige Verordnung regelt die Finanzierung von Pflegeleistungen, die im Pflegeheim oder von Pflegefachpersonen sowie Spitexorganisationen zu Hause erbracht werden.

Die Krankenversicherer beteiligen sich an den Pflegekosten mit höheren Beiträgen, die neu vom Bundesrat festgelegt werden und gesamtschweizerisch gleich sind.

Gemeinden zahlen mehr

Bei Aufenthalten in Pflegeheimen übernehmen die Gemeinden einen Teil der Pflegekosten, sofern diese nicht von Sozialversicherungen gedeckt sind. Für die Gemeinden entstehen Zusatzkosten von etwa 2,3 Millionen Franken.

Bewohnerinnen und Bewohner mit hohem Pflegebedarf werden damit bei den Pflegekosten entlastet und bezahlen künftig höchstens noch 21.60 Franken pro Tag. Sie haben jedoch weiterhin für Unterkunft und Verpflegung, Betreuung sowie individuelle Sonderleistungen aufzukommen.

«ambulant vor stationär»

Personen, die die Spitex in Anspruch nehmen, zahlen für Pflegeleistungen wie bisher die Franchise und den Selbstbehalt.

Neu haben sie zusätzlich einen Beitrag von maximal 8 Franken je Tag an die Pflegekosten zu entrichten, was der Hälfte des nach Bundesgesetzgebung möglichen Beitrags entspricht. Mit der Übernahme der Hälfte der maximal möglichen Kostenbeteiligung der Klientinnen und Klienten will der Kanton das Prinzip «ambulant vor stationär» fördern.

Ein neues Angebot ist die ambulant oder stationär erbrachte «Akut- und Übergangspflege». Nach Spitalaufenthalten sollen Patientinnen und Patienten dank qualifizierter fachlicher Pflege während maximal 14 Tagen wieder wie vor dem Spitalaufenthalt in der gewohnten Umgebung leben können. Die «Akut- und Übergangspflege» wird zu 55 Prozent vom Kanton und zu 45 Prozent von den Krankenversicherern finanziert. Die Patientinnen und Patienten bezahlen dabei keinen Beitrag an die Pflegekosten.

Da die Vorgaben für die Regelung der Pflegefinanzierung erst spät durch den Bund gemacht worden seien, habe man für einen ordentlichen Gesetzgebungsprozess zu wenig Zeit gehabt, heisst es abschliessend. (kk)

Aktuelle Nachrichten