Pfarrhaus wird neu genutzt

SPEICHER. Nach einer Sanierung steht das katholische Pfarrhaus in Speicher für eine neue Nutzung bereit. Das Projekt kostete 350 000 Franken. Das Gebäude bietet nun auch einem Flüchtling Unterkunft.

Martin Hüsler
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Sie freuen sich über die Sanierung des Pfarrhauses: Martin Fässler, Verantwortlicher für das Bauressort in der Kirchgemeinde, Seelsorger Peter Mahler und Architekt Hubert Bischoff (Bild: hü)

Sie freuen sich über die Sanierung des Pfarrhauses: Martin Fässler, Verantwortlicher für das Bauressort in der Kirchgemeinde, Seelsorger Peter Mahler und Architekt Hubert Bischoff (Bild: hü)

Vor gut einem Jahr hat eine ausserordentliche Kirchgemeindeversammlung der Katholischen Kirchgemeinde Speicher-Trogen-Wald einem Kredit von 818 800 Franken für die Sanierung und Erweiterung des Pfarrhauses zugestimmt. Jetzt sind die Arbeiten praktisch abgeschlossen. Am letzten Wochenende konnte sich die Öffentlichkeit ein Bild von den Veränderungen machen.

Leer gestanden

Das ans Pfarreizentrum Bendlehn angebaute Pfarrhaus diente bis gegen Ende 2013 Pfarrer Josef Manser als Wohnstätte. Er bezog nach seiner Pensionierung eine Wohnung in Trogen. Da mit der Übernahme der Pfarreileitung durch Rosmarie Wiesli für sie keinerlei Verpflichtung verbunden war, ins Pfarrhaus zu ziehen, stand es einstweilen leer. Im Kirchenverwaltungsrat hatte man sich überlegt, welcher neuen Nutzung das Pfarrhaus zugeführt werden könnte. Schliesslich schälte sich eine Lösung mit zwei Wohnungen – 3,5 Zimmer und 2 Zimmer – sowie zusätzlichen Büroräumlichkeiten für Seelsorger Peter Mahler, der nun die 3,5-Zimmer-Wohnung beziehen wird, und für das Sekretariat, heraus. Architekt Hubert Bischoff aus Wolfhalden arbeitete ein entsprechendes Projekt aus, dem die Kirchgemeindeversammlung zustimmte. Die ins Auge gefasste Umgestaltung bedingte auf der nach Norden ausgerichteten Seite eine Erweiterung in kleinerem Rahmen.

Hiefür wurde mit Kosten von 350 000 Franken gerechnet. Der grössere Anteil am bewilligten Kredit entfiel auf die unumgänglich gewordene Sanierung. Namentlich die Gebäudeisolation musste heutigen Gegebenheiten angepasst werden.

Für Architekt Bischoff war es bei der Planung entscheidend, den Gebäudekomplex in seiner Gesamtwirkung nicht zu beeinträchtigen. «Ich erachte das Pfarreizentrum Bendlehn durchaus als schützenswert. Dem galt es bei der Sanierung, die natürlich auch auf die geltenden energetischen Vorschriften abgestimmt wurde, Rechnung zu tragen. Das Ergebnis darf sich sehen lassen», ist er überzeugt.

Wohnung für Flüchtling

In die sich im Untergeschoss befindende 2-Zimmer-Wohnung wird ein junger Flüchtling aus Eritrea einziehen. Der Kirchenverwaltungsrat kommt damit einem Aufruf seitens des Bistums nach. Es forderte die Pfarreien auf, nach Möglichkeit geeignete Räumlichkeiten für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. Der Kirchenverwaltungsrat nahm mit der in Teufen domizilierten Ausserrhoder Beratungsstelle für Flüchtlinge Kontakt auf und konnte dieserart den Einzug des Flüchtlings in die Wege leiten.