PETITIONSANTWORT
Umfahrungsstrasse Gais wird abgelehnt: Petitionär Peter Hugentobler will aber nicht aufgeben

Ende Oktober reichte Peter Hugentobler eine Petition ein. Diese fordert die Realisierung einer Umfahrungsstrasse in Gais. Die Regierung lehnt ab. Aufgeben kommt für den Petitionären jedoch nicht in Frage.

Astrid Zysset
Merken
Drucken
Teilen
Die Idee der Petition war es, den Verkehr ausserhalb des Dorfzentrums von Gais zu führen. Der Regierungsrat lehnt dies ab.

Die Idee der Petition war es, den Verkehr ausserhalb des Dorfzentrums von Gais zu führen. Der Regierungsrat lehnt dies ab.

Bild: APZ

Der Ausserrhoder Regierungsrat hat die Petition, welche eine Umfahrungsstrasse in Gais fordert, beantwortet. Einen dringenden Handlungsbedarf sieht er nicht. Zudem würde die Umfahrung mitten durch die Grundwasserschutzzonen führen und bestes Landwirtschaftsland beanspruchen. Der Mitteilung, welche der Kanton am Freitagmorgen versandte, lässt sich weiter entnehmen, dass die Verkehrszahlen ohnehin zu tief seien. Die Entlastungswirkung für Gais wäre zu gering, da viel Verkehr im Dorf hausgemacht sei.

Die Petition lanciert hatte Ende Oktober Peter Hugentobler. Der 79-Jährige nimmt die Antwort des Regierungsrates sportlich: «Ich hatte schon fast damit gerechnet. Aber es hat mich freudig überrascht, wie differenziert man sich mit meinem Anliegen auseinandersetzte.» Trotzdem: Die Argumente, welche aus Sicht des Kantons gegen die Umfahrung sprechen, lässt Hugentobler nicht gelten. Es lasse sich bautechnisch lösen, dass das Grundwasser nicht tangiert wird. Und auch dass das Verkehrsaufkommen zu gering sei, ringt dem Gaiser ein Kopfschütteln ab.

Peter Hugentobler aus Gais hatte Ende Oktober eine Petition lanciert, die eine Umfahrungsstrasse zum Thema hatte.

Peter Hugentobler aus Gais hatte Ende Oktober eine Petition lanciert, die eine Umfahrungsstrasse zum Thema hatte.

Bild: APZ
«Die Motorradsaison hat gerade begonnen. Die Regierungsräte würden staunen, wenn sie wüssten, was hier täglich für ein Trubel herrscht.»

Als Antwort auf seine Petition hat Hugentobler einen dreiseitigen Brief von der Kantonskanzlei erhalten. Darin war zu lesen, dass Gemeinden wie Waldstatt oder auch Hundwil vorrangig für eine Umfahrung in Frage kämen, weil dort die Verkehrsfrequenzen höher seien. Hugentobler enerviert sich: «Was ist das für eine Argumentation? Diese Gemeinden wollen keine Umfahrung. Hier in Gais ist das anders. Mindestens diejenigen Personen, die meine Petition unterzeichneten, wollen den Verkehr umgeleitet haben.»

Druck auf Gemeinderat ausüben

Aufgeben kommt für den 79-Jährigen nicht in Frage. «Die Zeit ist reif für eine Umfahrung.» Und: «Ich kann, wenn es darauf ankommt, eine unglaubliche Beharrlichkeit an den Tag legen.» Was genau er unternehmen will, weiss er jedoch noch nicht. Er rechnet sich aber nur Erfolgschancen aus, wenn der Gemeinderat in Sachen Umfahrung aktiv werden würde. Hugentoblers Antwort auf den ablehnenden Entscheid des Regierungsrats, welche er unlängst verfasste, ging jetzt zumindest schon mal als Kopie an die Gemeinde. «Es wäre für die nachfolgenden Generationen wünschenswert, wenn sich die Umfahrung realisieren liesse», so Hugentobler.

«Die Schönheit des Dorfkerns sollten uns diese Anstrengungen wert sein.»

Umfahrungsstrasse ist keine neue Idee

Hugentoblers Idee einer Umfahrungsstrasse geht auf einen Richtplaneintrag aus dem Jahr 1966 zurück. Die neue Strasse würde beim Kreisel Zweibrücken am Dorfeingang über das Industriegebiet vorbei unter den Bahnlinien hindurch beim Restaurant Hirschen in die Stossstrasse führen. Rund drei Kilometer lang würde sie werden. Anschliessend könnte gemäss Vision des Petitionären der Dorfplatz verkehrsfrei werden. Eine Tiefgarage würde entstehen. Und auch das geplante Alterszentrum fände dann im Zentrum einen Platz. Hugentoblers Petition wurde von insgesamt 55 Personen unterzeichnet.