Petition fürs Klanghaus gestartet

Rund 170 Interessierte haben sich am Dienstagabend zur Standortbestimmung der IG Klanghaus im Thurpark in Wattwil eingefunden. Sie sammelten Ideen und lancierten eine Petition, die ab sofort unterzeichnet werden kann.

Anina Rütsche
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Mathias Müller, Präsident der Stiftung Klangwelt Toggenburg (rechts), motivierte viele Leute, die Klanghaus-Petition zu unterschreiben. (Bild: Anina Rütsche)

Mathias Müller, Präsident der Stiftung Klangwelt Toggenburg (rechts), motivierte viele Leute, die Klanghaus-Petition zu unterschreiben. (Bild: Anina Rütsche)

WATTWIL. Das Projekt Klanghaus Toggenburg soll doch noch vors Volk kommen – in angepasster Form. Dies ist das Ziel der IG Klanghaus, die zu diesem Zweck am Dienstagabend in einer öffentlichen Reprise und Standortbestimmung eine Petition lanciert hat. Diese trägt den Titel «Da capo», also «von Beginn weg». Denn es handelt sich hier um einen erneuten Anlauf, nachdem das Kulturprojekt vor rund drei Monaten im Kantonsrat in der Schlussabstimmung gescheitert war. Die IG Klanghaus war bereits zuvor im Parlament eine der treibenden Kräfte hinter dem auf 24,3 Millionen Franken veranschlagten Projekt gewesen, wovon der Kanton 19,3 Millionen übernehmen sollte.

Neue Taskforce gebildet

Rund 170 Menschen mit Bezug zum Toggenburg nahmen am Dienstagabend im Thurparksaal Wattwil die Möglichkeit wahr, sich über den aktuellen Stand des Projekts Klanghaus zu informieren und ihre eigene Meinung einfliessen zu lassen. Zu den Gästen zählten mehrheitlich interessierte Privatpersonen, aber auch Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen Politik, Kultur und Gastgewerbe waren mit von der Partie.

Mathias Müller, Präsident der Stiftung Klangwelt Toggenburg, eröffnete die Veranstaltung um 18.30 Uhr. Nach einer musikalischen Einstimmung, mitgestaltet von Nadja Räss, Jodlerin sowie künstlerische und operative Leiterin der Klangwelt Toggenburg, begann das Programm. Dieses bestand aus einem kurzen Vortrag und zwei Workshops. Mathias Müller wies zudem darauf hin, dass zur Weiterführung des Klanghaus-Projekts eine Taskforce gebildet wurde, zu der Vertreter der Gemeinden, der Region, der Tourismusbranche und der Klangwelt gehören. «Durch diese breite Abstützung können wir uns betrieblich und in finanzieller Hinsicht verbessern.»

Aus der Kritik gelernt

«Die Kritik zum Klanghaus nehmen wir sehr ernst», hob Mathias Müller gleich zu Beginn seines Referats hervor. Zu reden gegeben hätten vor allem die als zu hoch eingeschätzten Investitionskosten, die Unsicherheit bezüglich der privaten Beiträge sowie Schwierigkeiten bei der Erschliessung des Grundstücks am Schwendisee. Ausserdem seien in den vergangenen Monaten Stimmen laut geworden, die fanden, die Bevölkerung sei bis anhin zu wenig informiert und einbezogen worden. «Und hier schliessen wir nun an», verkündete Mathias Müller. «Jetzt sind Sie, liebe Toggenburgerinnen und Toggenburger, gefragt.»

Gemeinsam Ideen sammeln

An zwölf Tischen wurde daraufhin in Gruppen über Optimierungsmassnahmen bezüglich Betrieb und Finanzierung diskutiert. Als mögliche Lösungen wurden von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern unter anderem genannt: Die Bevölkerung regelmässig über den aktuellen Stand des Vorhabens informieren, Transparenz bei den Investitionskosten, Ausgleich der Finanzierung von Kulturprojekten innerhalb des Kantons, Sponsoring, Patenschaften mit Gegenleistungen und vermehrte Nutzung des geplanten Klanghauses für öffentliche Konzerte.

Das Projekt bekannter machen

Im Rahmen des zweiten Workshops wurden Vorschläge für Massnahmen zusammengetragen, mit denen man möglichst viele Petitionärinnen und Petitionäre erreichen kann – auch solche, die ausserhalb des Toggenburgs wohnen. Unter anderem wurden folgende Ideen genannt: Musikgesellschaften und Chöre kontaktieren, einen Klanghaus-Song via Radio und Internet verbreiten, soziale Netzwerke vermehrt nutzen sowie Klanghaus-Botschafter ernennen und aussenden. Auch kam die Idee auf, das Klanghaus an bestehenden Grossveranstaltungen wie der Olma bekannter zu machen. Die Idee einer Klangstafette, bei der Schellen durch die ganze Schweiz getragen würden, erntete gar Applaus.

Gegen 21 Uhr schliesslich wurden die ersten Unterschriften gesammelt – Klangwelt-Präsident Mathias Müller unterzeichnete als Erster. Gemäss Angaben der IG Klanghaus soll die Petition Anfang 2017 der Regierung überreicht werden.

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