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PETITION: Die Einwohner Speichers kämpfen für den Bahnschalter

Gegen die geplante Schliessung des Bahnschalters setzen sich Bürgerinnen und Bürger zur Wehr. Sie sammeln Unterschriften. Und: Sie wollen die Verantwortlichen der Appenzeller Bahnen zur Rede stellen.
Astrid Zysset
Die Initiantengruppe: Gerald Hudovernik, Susanna Benenati, Ursula Schoch Hudovernik und Lukas Weibel. Es fehlen: Monika Gubler und Urs Fritz. (Bild: Astrid Zysset)

Die Initiantengruppe: Gerald Hudovernik, Susanna Benenati, Ursula Schoch Hudovernik und Lukas Weibel. Es fehlen: Monika Gubler und Urs Fritz. (Bild: Astrid Zysset)

«Ich glaube nicht, dass ein Automat ausreichen wird, um sämtlichen Anliegen im Bahnverkehr gerecht zu werden», sagt Ursula Schoch Hudovernik und verweist auf den Kauf von Gruppenbilletten oder Abonnements. «Dann muss auf die telefonische Beratung zurückgegriffen werden. Und die kostet 1,79 Franken in der Minute!» Ihr Mann Gerald ergänzt: «Oder man geht zum Hauptbahnhof St. Gallen. Das kostet für jemanden, der kein GA oder Halbtax hat, jedoch fast 17 Franken.» Gründe, die gegen eine Schliessung des Bahnschalters in Speicher sprechen, findet die sechsköpfige Initiantengruppe genügend. Diese hat sich im September formiert. Gleich nachdem bekannt geworden war, dass die Appenzeller Bahnen die Verkaufsstellen in Teufen per Ende 2018 und Speicher per Ende März 2018 auflösen wollen. Seitdem sammelt die Initiantengruppe Unterschriften. Wie viele mittlerweile zusammen gekommen sind, will sie noch nicht verraten. Nur so viel: Es sind einige. «Die Menschen sind konsterniert und irritiert ob des Entscheids der Appenzeller Bahnen», so Susanna Benenati. Darum seien auch Unterschriftensammlungen in Speicherschwendi und Trogen im Gange. Letztere Gemeinde verfügt seit längerem über keinen eigenen Bahnschalter mehr. Viele Trogener haben darum das Angebot in Speicher genutzt.

Nicht nur ein Problem der älteren Menschen

Die Appenzeller Bahnen liessen verlauten, dass sie sich zum Schritt der Aufhebung des Schalters gezwungen sehen. Immer mehr Fahrgäste würden die Ticket-Apps der SBB, Ostwind oder Fairtiq nutzen. Ein Argument, das die Initiantengruppe nicht gelten lässt. «20 Prozent der Speicherer Bevölkerung ist über 70-jährig. Ich bezweifle, dass diese ihre Billette online kaufen», so Schoch Hudovernik. Benenati wirft ein, dass man die Diskussion nicht auf die älteren Bürgerinnen und Bürger beschränken soll. «Ich bin 49 Jahre alt und habe auch noch nie ein Billett übers Internet gekauft.» Die Appenzeller Bahnen möchten den Ticketverkauf mit einem reduzierten Angebot einem externen Partner übergeben. Erste Gespräche mit Interessenten seien bereits im Gange. «Wenn das wirklich umgesetzt wird, finden wir das grossartig», so Lukas Weibel. Aber er glaube nicht daran. Vielmehr befürchte er einen schrittweisen Abbau der Dienstleistungen. Und ein Rückgang des sozialen Lebens im Dorf. «Der Bahnschalter wird verschwinden, der claro-Weltladen schliesst Ende November seine Tore, die Post folgt 2020. Dabei brauchen wir doch gut frequentierte Läden und Orte für das Gemeinwohl.» Der Strukturwandel bringe diese Entwicklungen mit sich. Schuld daran habe niemand. Aber: «Ich spüre seitens der Gemeindebehörden wenig Engagement, dass diese intakte Infrastruktur erhalten bleibt.»

Forderungen werden noch nicht offengelegt

Am 7. November hat die Gemeinde zu einer öffentlichen Orientierungsversammlung geladen. Dann werden Vertreter der Appenzeller Bahnen wie auch der Ortsparteien vor Ort sein. «Das ist der ideale Zeitpunkt, um die Unterschriften und unsere Forderungen darzubringen», findet Schoch Hudovernik. Welche Forderungen genau die Initiantengruppe formuliert hat, möchte sie noch nicht offenlegen. Nach der Orientierungsversammlung werde eine Petition lanciert. Denn für die Gruppe ist klar: Aufgeben kommt nicht in Frage. Und: «Wir glauben, dass wir es schaffen können, die Schliessung des Bahnschalters zu verhindern», so Weibel.

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