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Peter Eggenberger präsentiert neues Buch an Witzweg-Jubiläum

WALZENHAUSEN. Peter Eggenberger lud am Samstag zur Mundart-Buchpremiere nach Wolfhalden ein. Gleichzeitig feierte der von ihm und Peter Bär initiierte Witzwanderweg sein 20-Jahr-Jubiläum.
Isabelle Kürsteiner
Illustrator Ernst Bänziger und Autor Peter Eggenberger haben weitere 33 Mundartgeschichten im Kurzenberger Dialekt verfasst und bebildert. (Bild: iks)

Illustrator Ernst Bänziger und Autor Peter Eggenberger haben weitere 33 Mundartgeschichten im Kurzenberger Dialekt verfasst und bebildert. (Bild: iks)

Der Witzwanderweg sei mit jährlich rund 40 000 Wanderern die grösste Touristenattraktion des Appenzeller Vorderlandes, bekräftigte Urs Berger, Geschäftsführer Appenzellerland Tourismus AR. Er dankte allen Beteiligten und dem Medienhaus Herisau, das die Witze von Ruedi Rohner zur Verfügung stellt. In dieser Saison wurden alle Witze ausgetauscht. Urs Bergers Dank ging ebenso an die Appenzeller Bahnen, Postauto und Schifffahrt. Er zeigte sich froh, dass die Bergbahn Rheineck–Walzenhausen ihren Betrieb kommende Woche wieder aufnehme und so die Rundreise unter Einbezug des Witzwanderweges gesichert sei.

Dann übergab Berger Witzweg-Erfinder Peter Eggenberger das Wort, nachdem er unterstrichen hatte, dass dieser im Buch viele Familiengeschichten festgehalten habe, so auch jene seiner Grosseltern, die von 1947 bis 1977 auf dem «Gambrinus» in Walzenhausen gewirtet hätten.

Wichtige Begegnungsorte

«Am Stammtisch wird über Gott und die Welt diskutiert, gelacht und auch gelästert. Hier wird Dampf abgelassen, womit die psychohygienische Bedeutung der Beiz ins Spiel kommt. Engagierte Wirtinnen und Wirte haben immer wieder ein offenes Ohr für die Sorgen und Sörgeli ihrer Gäste und ersetzen damit den Psychiater», heisst es auf der Rückseite des Buches mit 33 vergnüglichen Kurzgeschichten im urchigen Kurzenberger Dialekt, wiederum hervorragend illustriert von Ernst Bänziger aus Bühler. Das Unesco-Weltkulturgut Appenzeller Witz ist kurz und schlagfertig. Es wehrt sich gegen Obrigkeiten und Autoritäten. Während eineinhalb Stunden unterhielt Peter Eggenberger den bis auf den letzten Platz besetzten Kronensaal. Musikalisch umrahmte den Anlass Hans Sturzenegger mit seinem Hackbrettspiel. Es wurde geschmunzelt, gelacht und immer wieder beigepflichtet. Diese Wirtin, ja die kannten viele. Genau so hatte sie sich verhalten. Und das Bild von Ernst Bänziger war ausgezeichnet getroffen. Der Mundartautor erzählte vom «Baarefüdli-Gmaandroot» aus Grub SG. Die spitze Antwort des Wirtes liess den fragenden Amtsträger «alt» aussehen. Bei «S Piss im Tummiskaschte» brach der ganze Saal in lautes Lachen aus, so bildlich hatte der Wolfhäldler die Szene beschrieben und noch spannender vorgetragen. Tragisch die Geschichte «De Nazi vo de <Wiissbadbrugg>», wo der in Walzenhausen aufgewachsene Autor beweist, dass er dramatische oder gar tragische Ereignisse feinfühlig im Kurzenberger Dialekt schildern kann, weshalb er auch «De vesoffe Wiert» aufgeschrieben hat. Dabei erinnerte er an Heiri Flach aus Horn, den Wirt, der mit dem Solex bei der «Seegfrörni» den Bodensee überqueren wollte und verschwand.

Kleines Nachschlagewerk

Peter Eggenberger ist es einmal mehr gelungen, Originale und Begebenheiten – für einmal in Wirtshäusern – liebevoll zu beschreiben, immer mit einer Portion Humor. Nachdem die Jahrzahlen und Namen in den Geschichten jeweils stimmen, kann «Vo Wiertschafte ond Wiertshüüsler» auch als Nachschlagwerk oder als Geschichtsbuch benützt werden. Wer weiss denn schon, so fragte Eggenberger, dass der Bundesrat zweimal in der «Landmark», Oberegg, eingekehrt ist, dass General Henri Guisan die «Meldegg» in Walzenhausen besuchte und dass König Carol I. von Rumänien jahrelang Stammgast in der «Rheinburg» in Walzenhausen war. Vergessen worden ist wohl auch, dass einst eine Bahn von Rorschach zum Fünfländerblick geplant war, der Ausbruch des Ersten Weltkrieges verhinderte das Vorhaben. Hier erinnert der Autor an die Mühen von Ingenieur Keller und wie ihm ein Bauer helfen wollte. Er beschreibt zudem die Brände der beiden Wirtshäuser. Schweizweit bekannt waren Seppetoni und Kathri Bischofberger auf dem «Falken». Ihrer Schlagfertigkeit ist ebenfalls eine Geschichte gewidmet, und sie zieren die Titelseite. Peter Eggenberger dankte Stiftungen und der Kantonalbank für die Unterstützung bei der Verbreitung des Buches im Kurzenberger Dialekt.

«Vo Wiertschafte ond Wiertshüüsler», 33 vergnügliche Kurzgeschichten in urchigem Kurzenberger Dialekt von Peter Eggenberger, illustriert von Ernst Bänziger, ist im Appenzeller Verlag, Herisau, erschienen. ISBN: 978-3-85882-688-6

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