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Zeitungsjubiläums-Serie: Die Zukunft der Printmedien

Das 190-Jahr-Jubiläum war der Auslöser, zwei Wochen lang die Appenzeller Zeitung und mit ihr verbundene Menschen in den Fokus zu stellen. Zum Schluss wirft Medienexperte Felix Mätzler einen Blick in die Zukunft. Er sieht Chancen im Lokalen.
Salome Bartolomeoli
Die Auswahl ist gross: Zahlreiche Möglichkeiten erlauben den Leuten rund um die Uhr auf dem Laufenden zu sein. Der Nutzen der Zeitung in der künftigen Medienlandschaft hängt nicht zuletzt von ihrer Wandelbarkeit ab. (Bild: Salome Bartolomeoli)

Die Auswahl ist gross: Zahlreiche Möglichkeiten erlauben den Leuten rund um die Uhr auf dem Laufenden zu sein. Der Nutzen der Zeitung in der künftigen Medienlandschaft hängt nicht zuletzt von ihrer Wandelbarkeit ab. (Bild: Salome Bartolomeoli)

Existiert das Phänomen des «Zeitungssterbens» wirklich und wie sieht die Zukunft der Printmedien aus? Lösen neue Medien die alten ab oder verändern sie nur deren Form und Funktion? Die rückläufige Reichweite der Printmedien aufgrund der Digitalisierung ist eine Diskussion von grosser Aktualität. Die Online-Medien haben im Alltag bereits überhandgenommen: Die täglichen Informationen beschafft sich der heutige Leser im Netz. Gemäss Felix Mätzler, dem Leiter der Medienschule St. Gallen, werden nebst Printmedien auch Radio und Fernsehen in Zukunft nicht mehr der News-Beschaffung dienen. Im Internet kann das Weltgeschehen praktisch in Echtzeit verfolgt werden, die Leute wissen beim Öffnen der Zeitung die Neuigkeiten bereits. Daraus müsse nicht zwingend das viel diskutierte «Zeitungssterben» oder der Gewinn der Online-Medien resultieren, meint Mätzler und vergleicht: «Vor mehr als hundert Jahren konnte man sich auch die Frage stellen, ob das Auto das Pferd verdrängt. Im Alltag sicher, doch gibt es immer noch Leute, die reiten.»

Pluralisierung ist Ausdruck von Wandel

Bei den Zeitungen sei eine laufende Verschiebung ihrer Funktion zu beobachten.

«Jedes Medium muss sich dort profilieren, wo seine Stärken liegen. Nicht für jede Berichterstattung sind Online-Medien die adäquate Form.»

Die Zukunft der Printmedien sieht Mätzler im lokalen Bereich: «Dieser ist für den Online-Markt nicht attraktiv und daher noch nicht abgedeckt.» Eine weitere Entwicklung sieht er darin, dass Zeitungen ihrer Leserschaft in Bezug auf aktuelle Geschehnisse vermehrt Hintergründe, Analysen und Kommentare liefern. Ausserdem bieten sie eine bessere Übersicht bei Texten mit grossem Umfang wie beispielsweise Porträts oder Reportagen. Inwieweit Tageszeitungen eine Zukunft haben, ist gemäss Mätzler fraglich. Als Zeitungen der Zukunft sieht er eher Magazine, die wöchentlich oder monatlich erscheinen sowie Regionalausgaben. Vor einigen Jahren lasen die 20- 35-Jährigen 70 Prozent aller 20-Minuten-Beiträge via gepostete Links in den sozialen Medien. Mittlerweile sind die Algorithmen so gesteuert, dass Plattformen wie Facebook weniger News-orientiert sind, um einer starken Lesersteuerung entgegenzuwirken.

Der ausgeprägte Unterhaltungsbereich in den digitalen Medien ist für Mätzler kein absolutes Novum:

«Schon immer zählte Unterhaltung zur Kernaufgabe der Medien; die Berichterstattungen müssen dem Publikum in attraktiver Form präsentiert werden.»

Durch die stetige Weiterentwicklung und die heutige Medienvielfalt hat sich auch das Berufsbild des Journalisten gewandelt. Medienschaffende lösen sich mehr und mehr von ihrem strukturierten Tätigkeitsbereich. Grund für unsichere Berufsaussichten nach einer Ausbildung in der medialen Branche ist nebst der Veränderung des Berufsbildes der wachsende Anwendungsbereich. Felix Mätzler spricht von einer steigenden Bedeutung und Anwendung von Kommunikation in diversen Berufsbranchen. Die Hintergründe und Motivationen der Leute, die sich im Medienbereich weiterbilden würden, wandelten sich. Die journalistische Tätigkeit gilt heute als Kernkompetenz, die es sich in unterschiedlichen Bereichen anzueignen lohnt. Die Bilanz, dass sich weniger junge Leute journalistisch ausbilden, kann man so nicht ziehen, schlussfolgert Mätzler.

Inwiefern sich der Zweck einer klassischen Tageszeitung erweitert, reduziert oder spezialisiert, wird die Zukunft zeigen. Weil neue Medien dazukommen, bleibt die Neupositionierung der Printmedien ein laufender Prozess.

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