Persönlichkeit oder politische Zugehörigkeit?

In Appenzell Ausserrhoden wird das Kantonsparlament in einem gemischten Proporz/Majorz-System gewählt. Die Gemeinden bilden die Wahlkreise. In Herisau wird im Proporzverfahren gewählt, während in den restlichen 19 Gemeinden das Majorzsystem zur Anwendung kommt.

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In Appenzell Ausserrhoden wird das Kantonsparlament in einem gemischten Proporz/Majorz-System gewählt. Die Gemeinden bilden die Wahlkreise. In Herisau wird im Proporzverfahren gewählt, während in den restlichen 19 Gemeinden das Majorzsystem zur Anwendung kommt.

Beim Majorz- oder Mehrheitswahlverfahren fallen die Parlamentssitze den Personen mit der grössten Stimmenzahl zu. Pro Wahlkreis können eines oder mehrere Mandate vergeben werden. Je nach Wahlordnung ist für eine Wahl das absolute Mehr oder das relative Mehr erforderlich. Kandidaten treten als Einzelpersonen an, werden aber oft von Parteien unterstützt. Beim Proporz- oder Verhältniswahlsystem werden Parlamentssitze auf Parteien und Gruppierungen im Verhältnis ihres Wähleranteils verteilt. Die Wähler geben ihre Stimme einer Liste, auf der die Namen mehrerer Kandidaten stehen. Im Anschluss werden die Mandate proportional zur Stärke der an der Wahl beteiligten Parteien verteilt.

Bei Majorzwahlen steht die Persönlichkeit der Kandidaten im Vordergrund, bei Proporzwahlen ihre politische Zugehörigkeit. Kritiker bemängeln, dass in Majorzsystemen kleine Parteien systematisch benachteiligt werden. (red.)