Kuriosität in Innerrhoden: Komitee bringt Thomas Rechsteiner per Inserat als Ständeratskandidat ins Spiel

Um die Nachfolge von Ständerat Ivo Bischofberger gibt es an der Landsgemeinde eine Kampfwahl. Ein Bürgerkomitee setzt auf alt Säckelmeister Thomas Rechsteiner als neuer Ständerat. Dieser würde eine Wahl annehmen.

Jesko Calderara
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Thomas Rechsteiner war von 2011 bis 2018 Säckelmeister. (Bild: Martina Basista)

Thomas Rechsteiner war von 2011 bis 2018 Säckelmeister. (Bild: Martina Basista)

Lange Zeit sah es nach einem Start-Ziel-Sieg für Daniel Fässler aus. Der regierende Landammann und CVP-Nationalrat kandidiert als Ständerat – bisher als einziger Interessent. Seine Kandidatur unterstützen unter anderem die CVP, der Bauern- sowie der Gewerbeverband. Wer die Nachfolge von Ivo Bischofberger antritt, entscheidet sich an der Landsgemeinde vom 28. April.

Nun kommt Bewegung in den Wahlkampf. Das Komitee «Bürger mit Weitsicht» bringt in einem Inserat alt Säckelmeister Thomas Rechsteiner als künftigen Ständerat ins Spiel. Erschienen ist dieses in der Samstagsausgabe des «Appenzeller Volksfreund». Die Stimmbürger hätten ein Anrecht auf eine Auswahl an Kandidaten, heisst es im Inserat. Und weiter: «Wir vertrauen Thomas Rechsteiner und seiner Politik.»

Keine Ablehnung der Wahl

Für Rechsteiner, der wie Fässler der CVP angehört, kam die Aktion des Bürgerkomitees nicht überraschend. Er wurde am Freitag vorab über das Inserat informiert. Zudem hätten ihn Bürger auf der Strasse immer wieder auf eine mögliche Ständeratskandidatur angesprochen, sagt Rechsteiner. Die nun gewählte Vorgehensweise vergleicht er mit den Eigenheiten des politischen Systems in Appenzell Innerrhoden. An der Landsgemeinde könnten aus dem Ring heraus Namen von potenziellen Kandidierenden gerufen werden, sagt Rechsteiner. Ein Zeitungsinserat sei mit dem vergleichbar. «Es geschieht einfach im Vorfeld der Landsgemeinde.»

Bereits nach der Rücktrittsankündigung von Ständerat Ivo Bischofberger im Januar betonte der frühere Säckelmeister sein Interesse an der Bundespolitik. Anfang März gab er seinen Verzicht auf eine Kandidatur bekannt. Falls ihn die Landsgemeinde nun wider Erwarten als Ständerat wählen würde, nehme er die Wahl jedoch an, sagt der 48-Jährige. Rechsteiner, welcher die Generalagentur Appenzell der Mobiliar leitet, verfügt über viel politische Erfahrung. Insgesamt über 20 Jahre engagierte er sich in verschiedenen Ämtern für die Öffentlichkeit, unter anderem als Grossrat. Zuletzt gehörte Rechsteiner während sieben Jahren als Säckelmeister der Standeskommission an. Die Landsgemeinde wählte ihn am 1. Mai 2011 ins Amt. Letztes Jahr trat er zurück. Sein Nachfolger als Säckelmeister wurde Ruedi Eberle.

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