Pepe Lienhard am Dirigentenpult

WATTWIL. Die beiden Jugend-Instrumentalensembles der Kantonsschule Wattwil und der Musikschule Toggenburg feiern heuer Jubiläen. Am Sonntagabend eröffnete die Big Band die zahlreichen Festanlässe mit Pepe Lienhard am Dirigentenpult.

Peter Küpfer
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Pepe Lienhard (links) dirigiert am Jubiläumskonzert die jungen Musiker. Sie spielen mit sicheren und präzisen Einsätzen. (Bild: Peter Küpfer)

Pepe Lienhard (links) dirigiert am Jubiläumskonzert die jungen Musiker. Sie spielen mit sicheren und präzisen Einsätzen. (Bild: Peter Küpfer)

Die Big Band der Kanti Wattwil, in den Worten von Pepe Lienhard «die beste Jugend-Big-Band», die er kennt, wird in diesem Jahr 20 Jahre alt, das Parallelensemble Il mosaico sogar 25. Grund für die Kanti, diese beiden Jubiläen gebührend zu feiern. Den Reigen von festlichen Konzerten eröffnete die Big Band mit einem Konzert unter dem Titel «The Swing Thing». Rektor Martin Gauer begrüsste offizielle Gäste, darunter die beiden Regierungsräte Martin Klöti und Stefan Kölliker. Als Gastleader zählte niemand anders die verdiente Jugendformation an als die Schweizer Big-Band-Legende Pepe Lienhard.

Stargast «sophisticated lady»

Das Publikum empfing Pepe Lienhard und seine jugendlichen Musiker mit warmem Applaus. Und sofort war alles da, was man von dieser Band inzwischen erwarten darf und deshalb auch diesmal erwartete: ein satter, transparenter Klangboden, sichere und präzise Einsätze unisono und von den jungen Spielern meisterhaft hingelegte Solopartien. Das alles und noch viel mehr: Tanzender Swing war schon im ersten Titel da und hielt sich während des ganzen Konzertes, steigerten sich zeitweise sogar noch in echten Groove. Das anspruchsvolle Programm – «Es hat mich fast aus den Socken gehauen, als ich das sah», sagte Lienhard in einer Ansage – dauerte zwei Stunden, die einem jedoch wie wenige Augenblicke vorkamen. Das Programm war den Legenden der swingenden Big-Band-Musik gewidmet. Es war aber keineswegs einfach ein Nachspielen der legendären Titel der Glanzzeit der Big Bands, sondern taufrische, modern wirkende, auf hohem Niveau intonierte Big-Band-Musik. Sie folgte interessanten und spannungsvollen modernen Arrangements. Mit Spannung erwartete man den Auftritt des zweiten Gastes, der Sängerin Stefanie Suhrer. Sie hatte mit ihrer vollen, leidenschaftlichen, in dunklen Tonlagen leicht rauchigen Stimme einen sicheren und überzeugenden Auftritt. Ihre sparsam, aber wirkungsvoll eingesetzte Gestik verstärkte ihre gesangliche Wirkung. In ihren balladesken Titeln verwandelte sie die oft bis an die Schmerzgrenze gehende Emotionalität der Musik in Geschichten. In Anlehnung an einen Titel, den Stefanie Suhner mit besonders viel Hingabe sang, hiess Pepe Lienhard die elegante Sängerin als ihre «sophisticated lady» willkommen. Das begeisterte Publikum hatte einmal mehr den Saal bis auf den letzten Platz besetzt und ging von Anfang an begeistert mit, was sich durch Beifallsrufe und anfeuerndes Klatschen, am Schluss des Konzertes durch anhaltende Standing Ovations manifestierte. «Mit seinem Humor, seinem Charme und seiner Erfahrung, er war einfach da. Vielen, vielen Dank, Pepe Lienhard.» So fasste Bandleader Martin Winiger das Ereignis am Schluss des Konzerts, das vom Konzertzyklus Pro Wattwil mitorganisiert war, zusammen. Er zeigte sich sichtlich überwältigt vom riesigen Erfolg, welchen die Formation einmal mehr erzielte.

Perfekte Arbeit

Wie Winiger weiter ausführte, ist dieser Erfolg, diese Präzision im Spiel und das immense Vergnügen, das sie dadurch sich selbst wie dem Publikum bereiten, nicht einfach zu haben. Es ist die Frucht vieler Faktoren, die in Wattwil und in der ganzen Region Toggenburg seit Jahren zusammenwirken. Hauptsächlich ist es das systematische und kompromisslose Üben, so Winiger. Auch das Umfeld «stimmt», wofür sich Winiger bei Behörden und Privaten für die langjährige Unterstützung bedankte. Eine ähnliche Botschaft enthielten die Begrüssungsworte von Regierungsrat Martin Klöti. Das politische Umfeld, so Klöti, unterstützt das Musikwesen nach Kräften, die Lehrkräfte innerhalb und ausserhalb der Kanti sind voll motiviert, und es finden sich immer wieder die notwendigen Sponsoren, welche solche Konzerte und die Mitwirkung namhafter Gäste ermöglichen. Was Regierungsrat Klöti am Anfang des Konzertes ausgeführt hatte, das bestätigte Lienhard an seinem Schluss: «Alle haben ihren Job perfekt gemacht», sagte Pepe Lienhard und wand insbesondere den musikalischen Leitern, Martin Winiger und Jan Geiger, ein Extrakränzchen. Ihnen sei der Erfolg der Band zu verdanken.