Patrouillierender Oberleutnant

APPENZELL. Seit Anfang Jahr ist Thomas Zimmermann Oberleutnant der Innerrhoder Kantonspolizei. Damit ist er der zweite Mann in der Rangordnung. Nacht- und Wochenenddienste sowie Patrouillen absolviert er aber noch immer.

Markus Fässler
Drucken
Teilen
Thomas Zimmermann ist seit Anfang Jahr Oberleutnant bei der Innerrhoder Kantonspolizei. (Bild: mf)

Thomas Zimmermann ist seit Anfang Jahr Oberleutnant bei der Innerrhoder Kantonspolizei. (Bild: mf)

Das Gespräch mit Thomas Zimmermann, Chef der Verkehrs- und Einsatzpolizei, findet in seinem Büro auf dem Posten der Innerrhoder Kantonspolizei in Appenzell statt. Noch vor wenigen Stunden war er während des Nachtdienstes im Einsatz. Das bedeutet Arbeitsbeginn um 18 Uhr, Feierabend um 7.30 Uhr. Es sei einiges los gewesen, sagt er. Denn es war der Abend des Doppelmordes in St. Margrethen. «Um das Kantonsgebiet zu überwachen, müssen wir uns mit den St. Galler Kollegen kurzschliessen.» Zudem musste die Patrouille wegen eines Einbruchs ausrücken. Seit 1. Januar ist er Oberleutnant und damit hinter Kommandant Andreas Künzle der zweite Mann innerhalb der Rangordnung der Innerrhoder Kantonspolizei.

Puls an der Front spüren

«Da wir ein kleines Korps sind, leiste ich wie meine Kolleginnen und Kollegen noch Nacht- und Wochenenddienst und bin auf Patrouille.» Dies zwar nicht mehr so regelmässig: Mitarbeiter der Verkehrs- und Einsatzpolizei leisten pro Monat vier bis fünf Nachtdienste, Zimmermann einen bis zwei. Aber: «So spüre ich doch noch den Puls zur Front», sagt er.

Die Beförderung zum Oberleutnant änderte derweil nichts an seinem Aufgabenbereich. Seit knapp vier Jahren ist der 42-Jährige Chef der Verkehrs- und Einsatzpolizei. Er leitet die Abteilung aller 16 uniformierten Polizistinnen und Polizisten, erledigt viel Administratives und übernimmt bei Einsätzen die Leitung.

Lehrreiche Zeit in Zürich

In Urnäsch und Eichberg aufgewachsen, absolvierte Thomas Zimmermann in Oberriet eine Lehre als Automechaniker und liess sich danach zum Autoelektriker weiterbilden. Bereits während der Lehrzeit liebäugelte er mit einem anderen Berufszweig. «Ich wollte nicht mein ganzes Leben in der Werkstatt stehen», sagt er. Mit 24 Jahren bewarb er sich bei der Innerrhoder Kantonspolizei. Die Ausbildung absolvierte er bei der Polizeischule der Kantonspolizei Zürich. Ein Ostschweizerisches Ausbildungszentrum wie heute in Amriswil gab es damals noch nicht. Die Zeit in Zürich, während dieser er nahe der Langstrasse wohnte, sei speziell und lehrreich gewesen. «Die Grossstadt war interessant, und ich habe viel gesehen. Ich bin aber immer wieder gerne nach Hause gekommen.»

Mit Leib und Seele

Zurück in Appenzell, war Zimmermann unter anderem zehn Jahre lang Diensthundeführer. «Man ist mit Leib und Seele dabei. Den Hund hat man nicht nur während des Dienstes, sondern auch in der Freizeit.» So richtete Zimmermann seine Hobbies nach seinem Hund «Lux vom Hohen First» und war beispielsweise viel mit ihm im Alpstein unterwegs. 2004 gewann er mit ihm zusammen die Polizeihunde-Schweizer-Meisterschaft. Mit zehneinhalb Jahren verstarb «Lux», sein Bild hängt aber noch heute an der Wand in Thomas Zimmermanns Büro auf dem Polizeiposten in Appenzell.

Aktuelle Nachrichten