Partnerwechsel im Tanzschritt

Die Trachtengruppe Oberhelfenschwil rief zum Unterhaltungsabend mit Tanz und Theater, und die Menschen strömten herbei. Die Sonnenberghalle war am Samstagabend voll. Besonders viel Freude bereitete dem Publikum der Nachwuchs der Trachtengruppe.

Cecilia Hess-Lombriser
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Der Nachwuchs der Trachtengruppe Oberhelfenschwil hat in den Erwachsenen ein gutes Vorbild. Sie sind ganz bei der Sache. (Bilder: Cecilia Hess-Lombriser)

Der Nachwuchs der Trachtengruppe Oberhelfenschwil hat in den Erwachsenen ein gutes Vorbild. Sie sind ganz bei der Sache. (Bilder: Cecilia Hess-Lombriser)

OBERHELFENSCHWIL. Alle zwei Jahre spielt die Trachtengruppe an ihrem Unterhaltungsabend Theater. Das Publikum kennt sowohl das tänzerische Können wie die schauspielerischen Fähigkeiten des Vereins. Und so durfte Ueli Tanner, der Präsident, mehrere Generationen begrüssen. Und mehrere Generationen tanzten auf der Bühne. Was später im Schwank von Barbara Fischer, «Lieber ledig und frei», unter der Regie von Roman Pizzol gespielt wurde, war dann eher eine Sache zwischen Mann und Frau denn zwischen Generationen.

Vom Frühling angesteckt

Die Familienkapelle Looser eröffnete den Abend mit Musik auf zwei Schwyzerörgeli und einem Bass – beschwingt und heiter. Sie war es auch, welche die Erwachsenentanzgruppe, Leitung Esther Pizzol, und die Kindertanzgruppe unter der Leitung von Anna Jud und Michael Hollenstein routiniert begleitete. Angesteckt vom frühen Frühling, tanzten die Erwachsenen zu Beginn zur Musik von «I de Bluemewiese» – eine Geschichte von Bienen, die bei der Nektarsuche gestört werden. Eine Polka, ein Schottisch und eine interessante Mazurka, «Les Joyeux Valaisans», folgten. Der letzte Tanz war wie ein Hinweis auf den Zweiakter nach der Pause. Frauen und Männer tanzten zuerst je allein, um dann im Tanzschritt zueinanderzufinden. Bei den vorangehenden Tänzen stand das Miteinander im Zentrum, dafür gab es im Tanzschritt und in den Figuren Partnerwechsel.

Nachwuchs steht bereit

Die Kindertanzgruppe hatte die Sympathie des ganzen Saals auf ihrer Seite. Grosse Knaben und kleine Mädchen und grosse Mädchen und kleine Knaben bildeten die Paare. Sie wirbelten herum, hielten sich an den Händen und hüpften im Kreis herum, sputeten sich, um einen Partner weiter zu kommen, konzentrierten sich auf den Schrittwechsel, um dann doch den einen oder anderen Patzer zu machen, den das Publikum mit Wohlwollen quittierte. Die Trachtengruppe Oberhelfenschwil hat keine Nachwuchsschwierigkeiten. Die Kinder der Vereinsmitglieder werden schon früh mitgenommen und in den Volkstanz eingeführt. Eine Tätigkeit, die Kopf, Herz und Körper fordert. Ausserdem lernen die Kinder schon früh, vor Publikum zu treten; auch mit eigenen Ansagen.

Ende des Junggesellenlebens

Tanzfreude und Spielfreude gaben sich an diesem Abend die Hand. Lustspiel in zwei Akten von Barbara Fischer, «Lieber ledig und frei», löste eine Reihe von Lachern aus. Ledig bleibt in diesem heiteren Spiel am Schluss zwar nur einer der drei Hürlimann-Brüder (Matthias Tanner, Rolf Mock und Hans Brändle), dafür heiraten die beiden anderen nicht nur wegen der drei Millionen Franken, die sie von einer Tante erben. Die Nachbarin (Erika Kuhn) weiht den Schüchternsten in die Geheimnisse von Frau und Mann ein. Eine schräge Rolle spielte Judith Tanner, die als aufgetakelte Deutsche Reichtum wittert, sich jedoch vor allem ekelt. Die neugierige Pöstlerin (Karin Jud) überschreitet ihre Grenzen, und schliesslich taucht eine weitere Braut in der Person der Fernsehfrau von «Bauer, ledig, sucht…» (Karin Forrer) auf.

Die drei ledigen Hürlimann-Brüder vollziehen gerade nach, wie die Hormone der Frau schwanken.

Die drei ledigen Hürlimann-Brüder vollziehen gerade nach, wie die Hormone der Frau schwanken.

Mit kreativen und erzählerischen Tänzen präsentiert sich die Trachtengruppe Oberhelfenschwil dem grossen Publikum.

Mit kreativen und erzählerischen Tänzen präsentiert sich die Trachtengruppe Oberhelfenschwil dem grossen Publikum.