Parteistärke als Trumpf

Markus Bänziger (FDP), Jens Weber (SP) und David Zuberbühler (SVP) kämpfen um den einzigen Ausserrhoder Nationalratssitz. Entscheidend für den Wahlausgang ist nebst der Parteistärke auch die Grösse der Wohngemeinde.

Jesko Calderara
Drucken
Teilen
Wer Appenzell Ausserrhoden künftig im Bundeshaus vertritt, entscheidet sich am 18. Oktober. (Bild: ky/Gaëtan Bally)

Wer Appenzell Ausserrhoden künftig im Bundeshaus vertritt, entscheidet sich am 18. Oktober. (Bild: ky/Gaëtan Bally)

AUSSERRHODEN. Am 18. Oktober wird in Appenzell Ausserrhoden ein neuer Nationalrat gewählt. Der bisherige Amtsinhaber Andrea Caroni will in den Ständerat wechseln. Nach Einschätzung einiger Beobachter steigt der Teufner Gemeinderat und FDP-Kandidat Markus Bänziger gegenüber seinen Konkurrenten, dem Herisauer SVP-Kantonsrat David Zuberbühler und dem Sozialdemokraten Jens Weber aus Trogen, leicht favorisiert ins Rennen um die Nachfolge Caronis. Allgemein gelten Wahlen in Ausserrhoden als Personenwahlen, bei denen die Parteizugehörigkeit nur eine untergeordnete Rolle spielt.

Klarer Sieger vor vier Jahren

Ein Blick auf die Resultate der vergangenen Wahlen ins eidgenössische Parlament zeigt jedoch, dass dies nur bedingt zutrifft. So holte 2011 die FDP als stärkste politische Kraft im Kanton mit Andrea Caroni den Nationalratssitz. Er bekam 52 Prozent der Stimmen. Der Kandidat der zweitgrössten Partei, SVP-Finanzdirektor Köbi Frei, erzielte einen Stimmenanteil von 31 Prozent. Keine Chancen hatten Max Nadig (CVP) und Samuel Büechi (Grünes Appenzellerland).

Spannender war die Ausmarchung 2003. Damals verlor Ausserrhoden einen Sitz im Nationalrat. Das einzige Mandat sicherte sich die freisinnige Marianne Kleiner. 41 Prozent der Stimmenden sprachen sich für die ehemalige Regierungsrätin aus, etwas mehr als 38 Prozent der Wähler legten dagegen den Zettel des damaligen SVP-Nationalrats Köbi Freund in die Urne.

Heimbonus spielt nicht immer

Entscheidend für den Wahlausgang ist unter anderem das Abschneiden in den bevölkerungsstärksten Gemeinden. Auf den ersten Blick ist hier David Zuberbühler im Vorteil. So zählt Herisau über 15 000 Einwohnerinnen und Einwohner. Bei den diesjährigen Kantonsratswahlen erreichte Zuberbühler auf der SVP-Liste das beste Resultat. In Teufen, wo der FDP-Herausforderer Bänziger wohnt, leben rund 6200 Menschen. Beim Kriterium Grösse der Wohngemeinde im Hintertreffen liegt Jens Weber. Trogen mit seinen 1600 Einwohnern gilt aber als klassisch linke Hochburg. Allerdings spielt der Heimbonus nicht immer. Beispielsweise schnitt bei den diesjährigen Gesamterneuerungswahlen Alfred Stricker in Teufen besser ab als die einheimische Monica Sittaro. Ähnlich erging es vor vier Jahren Köbi Frei in Heiden, als er zu den Nationalratswahlen antrat.

Bedeutend für den Wahlerfolg ist auch die Vernetzung im Kanton angesehen. Alle drei Nationalratskandidaten haben sich in den letzten Jahren in verschiedenen Gremien engagiert. Markus Bänziger etwa gehört dem Gemeinderat Teufen an und ist Vorstandsmitglied der IG Starkes Ausserrhoden. Auf langjährige politische Erfahrungen im Einwohnerrat und Kantonsrat kann David Zuberbühler vorweisen. Jens Weber wiederum war mehrere Jahre Gemeinderat in Trogen und ist Schulkoordinator der Sportschule.

David Zuberbühler Nationalratskandidat SVP Ausserrhoden (Bild: apz)

David Zuberbühler Nationalratskandidat SVP Ausserrhoden (Bild: apz)

Jens Weber Nationalratskandidat SP Ausserrhoden (Bild: apz)

Jens Weber Nationalratskandidat SP Ausserrhoden (Bild: apz)

Markus Bänziger Nationalratskandidat FDP Ausserrhoden (Bild: apz)

Markus Bänziger Nationalratskandidat FDP Ausserrhoden (Bild: apz)