Parteien stellen sich den Fragen der Wählerinnen

HEIDEN. «Parteien auf dem Serviertablett – wen wähle ich und warum?» lautete die Einladung der Frauenzentrale AR für die Veranstaltung am Dienstagabend im Lindensaal in Heiden.

Karin Erni
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Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzen die Gelegenheit zum persönlichen Gespräch mit den Politikern. (Bild: ker)

Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzen die Gelegenheit zum persönlichen Gespräch mit den Politikern. (Bild: ker)

Vertreter der Parteien stellten sich den Fragen der Frauenzentrale, um den Wählerinnen hinsichtlich der Gesamterneuerungswahlen 2015 eine Entscheidungshilfe zu bieten. Max Nadig (CVP), Regula Compér (EVP), Monica Sittaro (FDP), Yves Noël Balmer (SP) sowie Andreas Zuberbühler von den Parteiunabhängigen (PU) nutzten die Gelegenheit, sich auf dem Podium zu präsentieren. Die Vertreter von SVP und den Grünen hatten sich aus terminlichen Gründen entschuldigt.

Fragen «blind» gewählt

Dass das mit dem Serviertablett nicht rein sprichwörtlich gemeint war, wurde klar, als Moderatorin Anita Keller mit einem Serviertablett voller verschlossener Couverts vor die Parteivertreter trat und sie bat, eines auszusuchen. Die Couverts enthielten Fragen, die die Vertreterinnen der Frauenzentrale formuliert hatten. Max Nadig erhielt die Frage, mit welchen Umweltthemen sich seine Partei aktuell beschäftigte. «Mit keinen», antwortete dieser kurz und bündig. «Was würde Ihre Partei ändern, wenn sie freie Hand hätte?» «Mehr soziale Gerechtigkeit, insbesondere Steuergerechtigkeit einführen», gab Regula Compér zur Antwort. Auf die Frage «Was ist die grösste Herausforderung für den Kanton?» nannte Yves Noël Balmer die Überalterung der Bevölkerung. Es gelte die Landschaft intakt zu halten, damit sie für junge Familien attraktiv bleibe. Monica Sittaro wurde mit der Frage konfrontiert, was ihre Partei für Lohngleichheit unternehme. Diese sei nicht mit Gesetzen zu erreichen, so Sittaro. Der Staat als Arbeitgeber nehme hier aber eine Vorreiterrolle ein. «Bei welchen Fragen im Bildungswesen ist Ihr Verein aktiv?» lautete die Frage an Andreas Zuberbühler. Dieser konnte sich dazu nicht äussern, da bei den Parteiunabhängigen die aktuelle Traktandenliste jeweils die Themen vorgebe.

Mehr Frauen in die Politik

Auf die an alle gerichtete Frage, wie man mehr Frauen in öffentliche Ämter bringen könne, antwortete Max Nadig, man versuche auf den Wahllisten gleich viele Frauen wie Männer zu plazieren. Monica Sittaro hielt es für wichtig, den Frauen aufzuzeigen, dass es möglich ist, Familie, Beruf und Politik unter einen Hut zu bringen. Andreas Zuberbühler äusserte sich gegen feste Frauenquoten. Alle Parteivertreter beklagten unisono, dass es schwierig sei, Frauen für die politische Arbeit zu gewinnen. Es brauche viel Überzeugungsarbeit. Yves Noël Balmer brachte es auf den Punkt: Frauen hätten an sich selbst sehr hohe Qualitätsansprüche und fragten sich zu oft: «Kann ich das?» Männer antworteten dagegen viel zu schnell mit: «Das kann ich!»