Parkplätze als Dauerthema

HERISAU. Die kostenpflichtigen Parkplätze im Dorf Herisau polarisieren. Vor sechs Jahren scheiterte aber eine SVP-Volksinitiative an der Urne. Damals wurde die Bewirtschaftung als Erfolg bezeichnet.

Patrik Kobler
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1993 wurde in Herisau die Parkplatzbewirtschaftung eingeführt. Bis heute sorgt sie in Teilen der Bevölkerung für Kritik. (Bild: cg)

1993 wurde in Herisau die Parkplatzbewirtschaftung eingeführt. Bis heute sorgt sie in Teilen der Bevölkerung für Kritik. (Bild: cg)

Wenn über die Entwicklung des Herisauer Dorfzentrums diskutiert wird, kommt früher oder später unvermeidlich das Thema Parkplätze zur Sprache. Insbesondere die gebührenpflichtigen Parkplätze sind für manche ein Ärgernis. Auch am vergangenen Samstag mokierte sich eine Votantin an der Wandelbar im Schützenhaus über diese Praxis und erntete prompt Applaus.

Als kundenfreundliches Beispiel dient jeweils Appenzell. Im Innerrhoder Hauptort ist die Benützung der öffentlichen Parkplätze gratis.

2009 wurde Initiative abgelehnt

In Herisau wurde die Parkplatzbewirtschaftung 1993 eingeführt. 2009 wollte die SVP mit einer Volksinitiative eine 30minütige Gratisparkzeit einführen und damit das Einkaufen im Ort attraktiver machen. Mit einem Nein-Anteil von 52,2 Prozent wurde die Initiative jedoch abgelehnt.

Der Gemeinderat hat damals die Parkplatzbewirtschaftung als Erfolg bezeichnet und sich gegen die Initiative ausgesprochen. Mit der Parkplatzbewirtschaftung konnte gemäss Gemeinderat der innerörtliche Suchverkehr eingedämmt sowie die Verfügbarkeit von freien Parkplätzen und die Parkierungsdisziplin erhöht werden. Die Annahme der Initiative hätte laut den damaligen Berechnungen Gebührenausfälle von rund 100 000 Franken zur Folge gehabt.

Konzept wird erarbeitet

Jürg Mohler vom Gewerbeverein gehört nicht zu den vehementen Verfechtern von Gratisparkplätzen. Er ist eher skeptisch, dass dadurch die Attraktivität wesentlich gesteigert werden könnte. Entscheidender ist seiner Ansicht nach, dass es überhaupt genügend freie Parkplätze im Dorf gibt. Hier ortet er Handlungsbedarf. Hoffnung setzt er in das Parkierungskonzept, das der Gemeinderat im Sommer in Auftrag gegeben hat. In Zusammenarbeit mit einem Verkehrsplanungsbüro sollen das jetzige Angebot und künftige Bedürfnisse analysiert sowie Massnahmen erarbeitet werden. Gemäss Gemeindepräsident Renzo Andreani wird man sich auch mit der Bewirtschaftung auseinandersetzen.