Paradebeispiel für Integration

BÜTSCHWIL. Die FDP Bütschwil hat in die Dorfturnhalle zum tibetischen Kulturtag eingeladen. Wunderschöne Tänze, kulinarische Köstlichkeiten und viele Infos erinnerten an die verlorene Heimat der Tibeter auf dem Dach der Welt.

Sylvia Baumann
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Ziehung des Gewinners: FDP-Präsident Peter Bärlocher und die jüngste tibetische Tänzerin bei der Verlosung des Wettbewerbs. (Bild: Sylvia Baumann)

Ziehung des Gewinners: FDP-Präsident Peter Bärlocher und die jüngste tibetische Tänzerin bei der Verlosung des Wettbewerbs. (Bild: Sylvia Baumann)

Tibetische Gebetsfahnen wehten am Sonntag über dem Pausenplatz. Sie kündeten von jungen und älteren Tibetern, die mit grossem Engagement in der Turnhalle ihre Kultur präsentierten. Vor rund 50 Jahren fanden die ersten Tibeter Flüchtlinge in der Schweiz eine neue Heimat. Bereits 1966 wurde das Folklore Ensemble Tibeter Gemeinschaft Schweiz und Liechtenstein gegründet mit dem Ziel, die tibetische Kultur zu bewahren, der nächsten Generation weiterzugeben und der westlichen Welt zu präsentieren.

Die FDP Bütschwil mit Präsident Peter Bärlocher gab ihnen dazu auch im Toggenburg die Chance. Schade, dass das Interesse der Bevölkerung eher gering war, denn der eindrückliche Tag mit liebenswerten Menschen wird allen in unvergesslicher Erinnerung bleiben.

Unterstützung für Tibeter

Bereits im Eingang boten die Tibeter mit «Tashi Delek» einen herzlichen Willkommensgruss.

Die Halle war ebenso in den symbolträchtigen Farben Tibets geschmückt, mit Blau, Weiss, Rot, Grün und Gelb sowie mit bunten Stoffbahnen, die an buddhistisch geschmückte Tempel erinnerten. Im Hintergrund strahlte vor Opfergaben und Butterlampe eine lebensgrosse Figur von seiner Heiligkeit dem Dalai Lama und auf der Bühne dominierte ein Bild des mächtigen Potola, seinem ehemaligen Palast in Lhasa.

Peter Bärlocher hielt bei seiner Begrüssung fest: «Wir wollen nicht nur von Integration reden, sondern auch etwas tun und heute aufzeigen wie es sein könnte.» Tibet sei ein Paradebeispiel. Die Exil-Tibeter pflegen ihre Kultur, akzeptieren schweizerische Regeln und seien dankbar, dass sie hier frei leben dürfen. «Es liegt an uns Schweizern, die Anliegen der Tibeter zu unterstützen und wirtschaftliche den Interessen der Tibeter unterzustellen», appellierte Peter Bärlocher.

Er und das ganze Partei-Team, alle mit Free Tibet-Schal um den Hals, zeigten somit die Solidarität mit Tibet.

Dass die Kultur weiterlebt

Auf herzliche Art führte Lobsang Zatul durch das Programm. 1963 kam er 15-jährig als Flüchtling nach Unterwasser, absolvierte später die Kaufmännische Lehre in Ebnat-Kappel, er wohnt heute in Horgen. Er informierte über die heutige Situation in Tibet, das von China besetzt, ein trauriges Kapitel darstellt. In Tibet gehe die eigene Kultur verloren.

«Strassen und Bahnen werden nicht aus Liebe zum tibetischen Volk gebaut, sondern um Chinesen anzusiedeln und Naturschätze abzutransportieren, den rund sechs Millionen Tibetern stehen acht Millionen Chinesen gegenüber und wer nur tibetisch spricht hat keine Chance», bedauerte er. Sein Landsmann Chungdak Thakang, ebenso anwesend, ist verantwortlich, dass die tibetische Kultur hier unverfälscht weiterlebt, auch in den Volkstänzen.

Mit wunderschönen Kostümen begeisterten die jungen Tänzerinnen und Tänzer durch graziöse Darbietungen und Gesang zu exotischer Musik «Sie imitieren ihre ehemalige Arbeitswelt auf den Hochebenen Tibets, die Art bestimmter Provinzen oder huldigen ihrem Dalai Lama», erzählte Lobsang Zatul. Dem rund 38-köpfigen Ensemble steht nebst anderen Khünsang Khampa als Tanz- Instruktorin vor, es wird von Kelsang Dangma gemanagt.

Zum Abschied – ein Khata

Eine beliebte Speise der Tibeter sind Momos. Das sind kleine gekochte Teigtäschchen, gefüllt mit Hackfleisch oder Gemüse. Von einem tibetischen Küchenteam hergestellt, wurden diese fleissig bestellt. Das Urteil der Gäste: «Sie sind köstlich.» Das Nationalgetränk, gesalzener Buttertee, Bötscha genannt und in Tibet in grossen Mengen getrunken, fehlte auch nicht.

Er ist jedoch gewöhnungsbedürftig! Auf Tischen lagen Ritualgegenstände, die bei buddhistischen Zeremonien zur Anwendung kommen, tibetische Schriftzeichen und alltägliche Gebrauchsgegenstände. Nebst vielen Infos konnte man sich in die tibetische Welt vertiefen. Freundliche Tibeterinnen boten Shirts, Taschen, Schmuck und vieles mehr zum Kauf an, auch typisches Gebäck, genannt Khabse, gerösteter Reis oder Reiswein.

Beim Wettbewerb mit Fragen über Tibet gewann ein glücklicher Lukas Baumann als erster Preis zwei kleine Yaks. Nicht zu vergessen ist, dass sich den ganzen Nachmittag, dies nur Männer, bei einem tibetischen Spiel, dem «Scho» vergnügten. Zum Abschied bekamen alle einen weissen Schal – einen Khata umgehängt, ein schöner traditioneller Brauch Tibets.