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Otto P. Clavadetscher 1919–2015

Am 27. März ist in Trogen Otto P. Clavadetscher verstorben. Der Historiker, Gymnasiallehrer und Oberrichter aus Trogen hat nicht nur zahlreiche junge Menschen, sondern auch die Mittelaltergeschichtsforschung wesentlich geprägt.
Stefan Sonderegger
Otto P. Clavadetscher, 9. September 1919 – 27. März 2015. (Bild: pd)

Otto P. Clavadetscher, 9. September 1919 – 27. März 2015. (Bild: pd)

Am 27. März ist in Trogen Otto P. Clavadetscher verstorben. Der Historiker, Gymnasiallehrer und Oberrichter aus Trogen hat nicht nur zahlreiche junge Menschen, sondern auch die Mittelaltergeschichtsforschung wesentlich geprägt.

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Otto Clavadetscher studierte nach der Matura, die er in Trogen absolvierte, in Zürich Geschichte. 1945 promovierte er mit einer Dissertation über die Zisterzienserabtei Kappel am Albis. Während des Studiums, das immer wieder durch den Aktivdienst unterbrochen worden war, lernte er die Mitstudentin Jeannette von Tscharner kennen, die er 1946 heiratete. Gemeinsam zogen sie nach Zuoz GR, wo Otto Clavadetscher am Lyceum Alpinum unterrichtete. Nach der Geburt von vier Kindern zog die Familie ins Unterland, wo Otto Clavadetscher ab 1959 am Lehrerseminar Mariaberg und später bis 1984 an der Kantonsschule St. Gallen Geschichte unterrichtete. In Trogen, Appenzell Ausserrhoden, wo die Familie ab 1963 lebte, wirkte Otto Clavadetscher zudem als Oberrichter und von 1980 bis 1985 als Gerichtspräsident.

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Otto Clavadetscher war aber nicht nur Vater, Ehemann, Lehrer und Richter, sondern zeitlebens auch passionierter Forscher. Spezialisiert war der Mittelalterhistoriker zuerst auf die Region Graubünden und später auf die heutige Ostschweiz, den Bodenseeraum, das Land Vorarlberg und das Fürstentum Liechtenstein. Von Otto Clavadetscher stammen unter anderem wegweisende Arbeiten zur frühmittelalterlichen Reichsgeschichte, die ihm als einen der wenigen Schweizer die Aufnahme in den angesehenen Konstanzer Arbeitskreis für mittelalterliche Geschichte ermöglichten. Weiter schrieb er am bekannten Burgenbuch von Graubünden mit und verfasste zahlreiche verfassungs- und rechtsgeschichtliche Texte.

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Besonders intensiv war Otto Clavadetscher allerdings als Urkunden-Editor tätig. Er hat – oft gemeinsam mit seiner Frau, die ihn stets unterstützte – Tausende Urkunden in Gemeinde-, Pfarr-, Kloster-, Stadt- und Staatsarchiven Europas aufgestöbert, ausgewertet und veröffentlicht. Er arbeitete an mehreren Bänden des Bündner Urkundenbuchs mit und war seit 1974 Herausgeber und später zusammen mit Stefan Sonderegger, Stadtarchivar der Ortsbürgergemeinde St. Gallen, Mitherausgeber des St. Galler Urkundenbuches Chartularium Sangallense. Bis zu seinem Tod wirkte er an diesem Werk mit; angetrieben von einem unermüdlichen Forschergeist erstellte er bis zuletzt Register und korrigierte Druckfahnen.

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Solide Grundlagenerschliessung und konzise Forschungen zeichneten Otto Clavadetscher aus. Die Ostschweiz als historische Region verdankt ihm viel – nicht zuletzt, dass dank seiner Editionen, die mittlerweile zum Teil auch online verfügbar sind, Wissenschafter auf der ganzen Welt zu St. Gallen forschen

können.

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