Osterferien
Zufriedene Hoteliers im Appenzellerland: Von «durchschnittlich» bis «besser» ausgebucht

Für Ostern ist schönes, stabiles Frühlingswetter prognostiziert. Erst am Montag soll eine Kaltfront dem Ferienglück einen Dämpfer versetzen. Das macht das Appenzellerland zum Magneten für Touristinnen und Touristen aus der ganzen Schweiz.

Margrith Widmer
Merken
Drucken
Teilen
Das Appenzellerland ist ein beliebtes Reiseziel für Wanderfreunde.

Das Appenzellerland ist ein beliebtes Reiseziel für Wanderfreunde.

Bild: Benjamin Manser

«Nach meinem Wissensstand sind die Hotels gut gebucht, die Hoteliers zeigen sich jedenfalls zufrieden», sagt Stephan Sutter, Gastgeber und Inhaber des Hotels Appenzell am Landsgemeindeplatz sowie Präsident von Gastro AI. Osterbuchungen seien immer sehr stark witterungsabhängig. «Dieses Jahr ist frühlingshaftes, schönes und warmes Wetter angesagt; dies lockt natürlich mehr Leute nach draussen. Wir sind gut gebucht, im Zehnjahresschnitt in etwa gleich wie in den Vorjahren.»

Aufgrund der aktuellen Lage seien es in diesem, wie schon im vergangenen Jahr, praktisch 100 Prozent Schweizer Gäste. «In den Jahren vor Corona verzeichneten wir rund 75 bis 80 Prozent Schweizer Gäste», so Sutter. Zurzeit laufe alles erst gerade an: «Die Anfrage aus der Romandie ist aber auch wieder höher als in den vergangenen Jahren vor Corona. Über die Ostertage sind die Gäste in den meisten Hotels jedoch aus der Deutschschweiz», sagt Stephan Sutter.

Viele Wandergäste erwartet

«Weil die aktuelle Coronalage noch nicht stabil genug ist, verzichten wahrscheinlich viele Gäste auf eine Auslandsreise. Ob es wirklich einen Ansturm geben wird, wissen wir nicht», stellt er fest. «Was wir hingegen wissen ist, dass die Restaurants immer noch geschlossen bleiben und die Hotels fast ausgebucht sind. Es wird bei schönem Wetter bestimmt viele Wander- und Genussgäste geben, ist ja auch verständlich, dass die Gäste die sonnigen Festtage geniessen möchten», so der Appenzeller Hotelier.

Keine Stellungnahme zu der Buchungssituation in Appenzell Innerrhoden wollte Guido Buob, Geschäftsführer von Appenzellerland Tourismus AI, abgeben.

Besser als 2020

Andreas Frey, Geschäftsführer von Appenzellerland Tourismus AR

Andreas Frey, Geschäftsführer von Appenzellerland Tourismus AR

Bild: PD

Die Ausserrhoder Hotels seien besser gebucht als 2020, sagt Andreas Frey, Geschäftsführer von Appenzellerland Tourismus AR: «Vor einem Jahr waren wir im ersten Lockdown. Auch Hotels waren geschlossen.» Zum Gästesegment sagt er: «Es sind vor allem Stammgäste und Gäste, die auf Empfehlung das Appenzellerland neu entdecken. Diverse Umfragen besagen, dass der Entscheid für eine Destination vor allem auf Empfehlung von Freunden und Bekannten erfolgt.» Deshalb verzichte man nach wie vor auf teure Imagewerbung und würde einen stärkeren Fokus auf die Produktgestaltung legen. Frey sagt:

«Es braucht ein attraktives Angebot, das Gäste weiterempfehlen.»

Pauschale Aussagen seien schwierig, so Frey: «Die Gäste buchen meistens direkt bei den Hotels. Wir stützen uns auf das Beobachten unserer Websitezahlen. Die Gäste informieren sich vor dem Aufenthalt auf unserer Seite, um zu erfahren, was es bei uns zu erleben gibt. Auf unserer Website bewegt sich schon seit jeher ein Publikum, das tendenziell älter ist – mit einem überdurchschnittlichen Anteil von über 65-Jährigen.»

Im Vergleich zum März/April 2020 seien es in diesem Jahr mehr Menschen im Alter von 65+. «Vor einem Jahr war bei dieser Gruppe der Respekt vielleicht noch grösser», vermutet er. Auch seien es überdurchschnittlich viele Frauen. «Für die Reisebranche ist das aber nicht unüblich. Oft sind Frauen die Entscheiderinnen betreffend Ferien.» Im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen sei die Zahl der 25- bis 34-Jährigen.

Kein Boom aus der Romandie festgestellt

Dass im vergangenen Jahr besonders viele Gäste aus der Romandie im Appenzellerland geweilt hätten, «wurde vor allem in der Bevölkerung so wahrgenommen und von den Medien so geschrieben. Es waren auch letztes Jahr nicht zwingend mehr welsche Gäste als Gäste aus der Deutschschweiz. Französisch sprechende Gäste sind aufgrund der Sprache wohl einfach etwas mehr aufgefallen», stellt Frey fest.

Man müsse die Anzahl Gäste immer ins Verhältnis zur Bevölkerungszahl in den entsprechenden Kantonen stellen: «Wir haben nach wie vor die meisten Websitebesucher im Verhältnis zur Bevölkerungszahl von Zürich, St.Gallen, Thurgau und beiden Appenzell. Das sind Tagesgäste, die normalerweise zirka 50 Prozent der touristischen Wertschöpfung in Ausserrhoden ausmachen.» Und: «Auffallend viele Gäste im Verhältnis zur Bevölkerungszahl verzeichnen wir aus den beiden Basel, Genf, Zug, Schaffhausen, Graubünden, Schwyz und Waadt – in dieser Reihenfolge», sagt Frey.

Camping Schönengrund: Gut besucht

«Unser Campingplatz wird, vom aktuellen Wissensstand, gut besucht sein. Vor allem sind es viele Anfragen von Wohnmobilen. Wohnwagen sind wenig dabei», sagt Bernhard Klauser vom Camping Schönengrund. Sie hätten mehr Anmeldungen als in den Vorjahren: «Ich denke die Ein- und Ausreisebestimmungen schrecken viele Schweizer davon ab, ins Ausland zu fahren. Jedoch möchte man nicht auf Ferien verzichten und verbringt diese in der Schweiz.»

Zum Gästesegment sagt er: «Wir haben mit Menschen aus allen Bereichen zu tun. Der Trend läuft nach meiner Einschätzung Richtung Wohnmobile/Campingbusse. Kleine Camper sind gute Allzweckfahrzeuge, für Familie und Ferien geeignet. Grössere Wohnmobile sind schnell gemietet.»

Auch Bernhard Klauser hat bis jetzt keine Gästeflut aus der Romandie feststellen können: «Unter den bereits bekannten Anmeldungen befinden sich keine Personen aus der Romandie. In der Vergangenheit haben aber auch Personen aus der Romandie Übernachtungen auf dem Camping gebucht.» Auf dem Campingplatz Jakobsbad hat Leo Huber keinen Ansturm festgestellt: «Wir haben nicht mehr Buchungen als normal. Das hängt immer stark vom Wetter ab», sagt er.