Oskarmaus sucht Helfer und Geld

Das Oskarmaus-Festival in Ganterschwil ging am 9. September zu Ende. Nach zwei Wochen sind die Installationen noch immer nicht ganz abgebaut. Den Organisatoren fehlt es an Helfern – und in der Kasse klafft ein grosses Loch.

Mario Fuchs
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Die Helfer vom Oskarmaus-Festival stehen vor einem riesigen Berg mit Baumaterialien. Bis am Wochenende muss das Gelände geräumt sein. (Bild: Christiana Sutter)

Die Helfer vom Oskarmaus-Festival stehen vor einem riesigen Berg mit Baumaterialien. Bis am Wochenende muss das Gelände geräumt sein. (Bild: Christiana Sutter)

GANTERSCHWIL. Ananda Geissberger ist nicht zu beneiden. Sein physischer Zustand: Irgendwo zwischen übermüdet und unermüdlich. Sein psychischer: Irgendwo zwischen tief enttäuscht und hocherfreut. Am Montag wendet sich der OK-Präsident des Oskarmaus-Festivals über das soziale Netzwerk Facebook an die Fans: Tag für Tag erhalte das OK «massenhaft wundervolle, ausführliche Feedbacks». Anscheinend vermöge das Festival so manches auszulösen, viele freuten sich sehr über diese Bewegung. «Doch warum sind die freiwilligen Helfer nur so oft dabei, wenn es um die schöne Arbeit geht und wenn deren Namen zu sehen sind – aber beim Abbau wird man Jahr für Jahr im Stich gelassen?», fragt er. In der Folge ruft Ananda Geissberger dazu auf, sich den «wenigen erschöpften Helfern da draussen» anzuschliessen, um das «Oskarmaus 2012 auch physisch zum Abschluss» zu bringen.

Aufbau beliebt, Abbau nicht

Ein dazu veröffentlichtes Bild verdeutlicht die Situation: Auf der schlammigen Wiese in der Letzi bei Ganterschwil stapelt sich Bauholz, teils bare Balken, teils halb demontierte Konstruktionen, daneben stehen Zelte, ein Tipi. Ein Anhänger und ein Kleinbus warten darauf, beladen zu werden. Die Aufnahme datiert vom Montag – zwei Wochen, nachdem die letzten Klänge auf der «Oskarmaus»-Bühne verklungen sind.

Mediensprecherin Nell Andris hat eine Erklärung für die fehlenden Helfer: «Die Leute haben mehr Freude am Aufbauen, am Kreativen als am Abbauen.» Für den Aufbau seien jedes Jahr genügend Freiwillige zur Verfügung gestanden. «Es gibt bewusst keine fixen Einsatzpläne», sagt Nell Andris. Gemäss dem «Oskarmaus-Geist» basiere alles auf Freiwilligenarbeit, niemand erhalte ein Honorar. «Darauf sind wir stolz. Allerdings ist das Dispositiv so nicht optimal, wir müssen das sicher überprüfen.» Zusätzliche Helferinnen und Helfer sind aktuell willkommen. Das Gelände muss so schnell wie möglich geräumt und instand gestellt werden, damit die dort wirtschaftende Landwirtin noch vor der grossen Kälte ansäen kann.

Zehn statt vier Tage

Auf dieses Jahr hin war das Oskarmaus-Festival stark gewachsen. Statt wie in den vergangenen Jahren vier, dauerte es erstmals zehn Tage. Fanden sich 2011 maximal 800 Leute an einem Abend ein, waren es heuer zum Höhepunkt, der Feuernacht, 1500 Besucherinnen und Besucher. Das Gelände und die Installationen wuchsen entsprechend mit. «Nur die Organisation hat dieser Entwicklung etwas hinten nachgehinkt», sagt Nell Andris. Man müsse die Situation – wenn wirklich alles abgebaut sei – analysieren und auf das nächste Jahr hin allenfalls einen Budgetposten schaffen, mit welchem die Abbau-Helfer entschädigt werden könnten.

38 000 Franken Defizit

Mit dem Budget wartet allerdings der nächste Knackpunkt auf das OK: In der Oskarmaus-Kasse klafft ein Loch von rund 38 000 Franken. Dies bei einem Gesamtbudget von 240 000 Franken. «Vor allem am ersten Wochenende blieben die Besucher wegen des Regens aus», begründet Nell Andris. Zudem: Am «Oskarmaus» wird im Gegensatz zu sämtlichen anderen Festivals kein Alkohol verkauft, womit eine grosse Einnahmequelle ohnehin wegfällt. Wie das Defizit gedeckt wird, ist noch unklar.

Der Verein Kulturmaus nimmt unter PC 60-373515-5 Spenden entgegen.