Ortsplanungsrevision geht uns alle an

Wir alle leben in Herisau, und deshalb geht die neue Ortsplanungsrevision uns auch alle etwas an! Nun ist die Frage, ob die geplanten Änderungen auch für alle etwas bringen. Aus meiner Sicht ganz klar nein.

Roman Wäspi, Obere Kapfstrasse 25, 9100 Herisau
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Wir alle leben in Herisau, und deshalb geht die neue Ortsplanungsrevision uns auch alle etwas an! Nun ist die Frage, ob die geplanten Änderungen auch für alle etwas bringen. Aus meiner Sicht ganz klar nein.

Es wird viel Grünfläche für neue Überbauungen eingezont, aber das Ziel der Revision eindeutig verfehlt. Schwerpunktmässig sollten viele neue Wohnquartiere entstehen, aber für das hiesige Gewerbe wird nur ein kleiner Teil an der Alpsteinstrasse von Wohn-/Gewerbe-zone in eine ausschliessliche Gewerbezone eingezont und das notabene in einem Gebiet, wo bereits heute ein ungelöstes Verkehrsproblem herrscht. Unserem Herisauer Gewerbe ist damit nicht geholfen. Um ein lebenswertes Dorf zu bleiben, muss der Grundsatz wieder gelten: «Leben, Einkaufen und Arbeiten in Herisau». Eine solch umfassende Ortsplanrevision sollte dieses Ziel nicht aus den Augen verlieren.

Nun haben wir in Herisau so einige Liegenschaften (vor allem im Zentrum), die seit Jahren leer stehen oder völlig ungenutzt sind. Wenn man all diese Liegenschaften erneuern oder sanieren würde, hätte es auf Jahre hinaus genügend Platz für neue Wohnungen und für neue (oder modernisierte) Gewerbebetriebe. Es müssten keine wertvollen Grünflächen und Naherholungsgebiete zubetoniert werden, die alle zu unserer Lebensqualität beitragen.

Auch zu verhindern sind Umzonungen von bestehenden Gewerbezonen in reine Wohn-zonen, die unser Herisau zu einer anonymen Schlafgemeinde in der Grossagglomeration St. Gallen machen.

Ich fordere deshalb die Gemeinde und die entsprechenden Gremien dazu auf, zuerst die Hausaufgaben im Zentrum zu erledigen, bevor einer weiteren konzeptlosen Zersiedelung die Schleusen geöffnet werden. Deshalb ein klares Nein zur Ortsplanungsrevision am 24. November 2013.

Die Schweiz im Baufieber

Eigentlich kann es keiner mehr übersehen: Wo immer man hinschaut, prägen Baukräne und Visiere das Bild von Städten und Dörfern. Konzept- und seelenlose Betonklötze umklammern die Ortschaften und fressen sich immer weiter in die bisher noch weitgehend intakt gebliebene Landschaft hinaus. Kaum zu glauben, dass uns gewisse Politiker diese Entwicklung immer noch als Fortschritt zu verkaufen versuchen. Was ist denn ein sogenannter Wohlstand noch wert, in welchem sich kritische Bürger immer unwohler fühlen, weil ihnen bewusst wird, dass es so auf die Dauer einfach nicht weitergehen kann? Geradezu absurd wirken vor diesem Hintergrund die nie enden wollenden Debatten um den Ersatz der Kernenergie durch Alterna(t)ivenergien, denn diese werden nie und nimmer den Bedarf decken, wenn in diesem Stil weitergewurstelt wird. Aber bis sich diese Erkenntnis auch bei einer Mehrheit von Politikern durchsetzt, ist unsere in technischen Belangen wohl ziemlich ahnungslose Energieministerin schon längst aus ihrem Amt verschwunden. Aus dieser unverantwortlichen Politik der Tatsachenverdrängung gibt es nur einen einzigen Ausweg: Die verheerende Zielsetzung, es müssten immer noch mehr Strassen und Häuser in unser kleines Land hineingepflastert werden, muss einem ökologischen Bewusstsein Platz machen, welches jene Nachhaltigkeit einfordert, die auch für nachkommende Generationen eine lebenswerte Umwelt sicherstellt.

Expo 2027 – Durchfahrt Hundwil

Medienberichten zufolge will die Ostschweiz die Expo 2027 durchführen – bald werden vom Bund dafür mit lockerem Stift Milliardenbeträge gesprochen. Man erinnert sich zum Beispiel noch an den Arteplage Biel usw. Zurzeit wird das Thema in allen Ostschweizer Regierungen traktandiert, denn man muss ja früh genug wissen, wer was anbieten kann…

Man stelle sich vor, wie viel zusätzlicher Verkehr, Lärm und Gestank wir zu ertragen hätten! Jetzt müssen wir weise und vorausschauend handeln! Vom Expo-Budget muss unbedingt Geld für Tunnels zur Verfügung stehen. Ich bitte Gleichgesinnte und vor allem das Gewerbe um Unterstützung; unsere Behörde muss sich mutig einbringen mit unserer Forderung. Schmieden wir das heisse Eisen, wenn Anwohner der Strasse nicht im Verkehr ersticken sollen!

Bisher haben wir ja bloss die Hoffnung, dass «die in Bern» unser Problem mit der Ortsdurchfahrt auf eine für alle akzeptierbare Art lösen werden, doch die Prioritäten müssen nun koordiniert werden. Das Tiefbauamt AR möchte dem Bund per 1. Januar 2014 ein baureifes Projekt übergeben, doch ein Konsens wurde noch nicht gefunden. 605 Stimmbürger unterzeichneten eine Petition, und sowohl die Gemeindebehörde als auch der Kanton haben erkannt, dass ein Dialog mit den Hundwilern sehr wichtig ist, umso mehr, weil «das Herz» des Dorfes (Kirche und Landsgemeindeplatz) am stärksten betroffen wäre.

Vielleicht wäre es der Sache dienlicher, wenn das Tiefbauamt AR auf eine Projektüberarbeitung verzichten würde, damit das Projekt gesamtheitlich (inkl. Umfahrung Herisau) erfasst und kostensparend aufgegleist werden könnte, denn nur eine Untertunnelung ist die Lösung zur Befreiung des Dorfes vom Transitverkehr mit Fünf- und Sechsachsern und dem Lärm von über 8500 Fahrzeugen pro Tag (Alpsteinstrasse: 12 000/Tag).

Auch wenn Hundwil nur ein kleines Dorf ist, haben wir doch im Hinblick auf 2027 extrem gewichtige Gründe, ernst genommen zu werden, dies umso mehr, weil die exorbitanten Kosten, die die Gemeinde Hundwil zu tragen hätte, nicht zu verkraften wären! Helfen Sie mutig mit, damit der Wunsch Realität werden kann!

In wenigen Jahren könnte Hundwil sein, was sich wohl alle wünschen: ein selbstbewusstes, idyllisches Dorf, in dem es sich zu leben lohnt – auch für solvente Neuzuzüger mit Kindern!

Zur Revision der Gebührenordnung

Am 24. November stimmen die Stimmberechtigten der Gemeinde Teufen über höhere Wasser- und Abwassergebühren ab. Diese Abstimmung dürfte rund um die Träumerinitiative 1:12 (das böse Erwachen geschieht dann im Bewusstsein der tatsächlichen Steuer- und AHV-Ausfälle), die ungerechtfertigte Erhöhung der Vignette (über 70% des Ertrags aus dem Strassenverkehr wurden und werden zweckentfremdet) sowie der Familien-Initiative (Stärkung der eigenen elterlichen Erziehungsleistung) etwas untergehen. Umso wichtiger ist es, hier genauer hinzusehen:

Handelt es sich hier nicht faktisch um eine indirekte Steuererhöhung? Weshalb? Durch den gut tönenden Begriff «verbrauchsabhängige Gebühren» wird dem Konsumenten suggeriert, dass «er» mehr zu bezahlen hat. Wohlverstanden nicht weniger, aktives Sparen ändert nichts an dieser Tatsache, jedermann bezahlt unter dem Strich/Jahr in Teufen zukünftig mehr, und der Gemeinderat hat die Kompetenz, diese Gebühren anzuheben!

Wenn man dann die Gebühren z. B. mit Gossau SG, Herisau AR oder Goldach SG vergleicht, sieht man, dass Teufen auch in diesem Bereich zur regionalen Spitze gehören möchte.

In Herisau wird für Wasser- und Abwasserkosten 1,80 + 2,30 also 4,10/m³ bezahlt. Dazu kommt die ordentliche Grundgebühr von max. 48 Franken + 20 Franken Zählergebühr (EFH/Wohngebäude), also im Maximum 68 Franken/a.

In Teufen ist alles anders: Neu 2,50 + 2,30 also total 4,80/m³ oder über 20 Prozent mehr als in Herisau. Nimmt man die Zählergebühr dazu, wird einem dann erst recht bewusst, dass wir es mit «Abzockerei» zu tun haben: Während in Herisau die Grundgebühr pro Haushalt 48 Franken/a beträgt, wird diese in Teufen dann im Minimum 250 Franken/pro EFH betragen, also +350 Prozent gegenüber Herisau. Ganz sicher pro Haushalt 100 Franken/a., also mehr als doppelt so viel wie in Herisau!

Auf der anderen Seite wird der so erwirtschaftete Zustupf, bzw. die Entlastung des Gemeindehaushaltes um diese Einnahmen, rund 300 000 Franken pro Jahr, sonst irgendwo eingesetzt. Kein Wort darüber, was mit diesen frei werdenden Mitteln geschieht. Zu vermuten ist, dass diese in einem anderen Bereich des Ressorts Umwelt für sogenannte Förderprogramme verpufft werden.

Für mich stellt sich die Frage, ob Teufen ein echtes Luxusproblem hat, nämlich zu viele unnötige Ausgaben generiert werden. Da gilt es in Zukunft, unter dem Blickpunkt von Entlastungen, genauer hinzusehen.

Für mich ist jedoch klar, dass eine Annahme der Änderung des Gebührentarifs und des Wasserreglements abzulehnen ist.

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