Optimistisch trotz Fehlstart

Vor der Hälfte der Distanz hat Bernadette Meier-Brändle am Samstag an der 10-Kilometer-Schweizer-Meisterschaft in Uster das Rennen aufgeben müssen. An ihrer Zielsetzung für die neue Saison ändert der missglückte Test nichts.

Urs Huwyler
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Bernadette Meier lief bis Kilometer vier in der erweiterten Spitzengruppe mit. (Bild: Urs Huwyler)

Bernadette Meier lief bis Kilometer vier in der erweiterten Spitzengruppe mit. (Bild: Urs Huwyler)

LAUFSPORT. Die Vorzeichen standen auf Spitzenklassierung. Athletin Bernadette Meier-Brändle (Dreien) kam ohne Verletzung und Krankheit über den Winter. Die Abstecher auf die Bahn im Athletikzentrum St. Gallen wirkten sich positiv auf die Grundschnelligkeit aus, die muskulären Oberschenkel-Beschwerden aus dem Vorjahr waren kein Thema mehr, in den Trainings lief die 41jährige zweifache Mutter nach sechs Einheiten pro Woche über 5000 Meter und 10 000 Meter persönliche Bestzeit. Der bisherige 10-Kilometer-Rekord (2009: 35.07) sollte auf dem Stadtkurs in Uster fallen.

Geglückte Startphase

Es sah dann zu Beginn der 10-Kilometer-Schweizer-Meisterschaft Strasse vom Samstag auch gut aus. Der erste Kilometer wurde von Bernadette Meier wie von den restlichen Spitzenläuferinnen in 3.20 passiert. Ein Tempo, das der Läuferin entsprach und in jeder Beziehung hoffen liess. Nach einem Drittel der Distanz wies das Ehrenmitglied der Läuferriege Mosnang auf Position sieben allerdings bereits 22 Sekunden Rückstand auf. Bei Kilometer vier fehlte Bernadette Meier im Verfolgerfeld der späteren Siegerin Fabienne Schlumpf (Wetzikon) und der zweitklassierten Patricia Morceli (Cham).

Gesundheitlich angeschlagen

Mit einem Kilometerschnitt von 3.24 war das Rennen für die Toggenburgerin eigentlich nicht zu schnell. «Schade, es wäre heute einiges möglich gewesen. Ich hätte gerne gezeigt, dass ich gut trainiert habe und die Form stimmt», bilanzierte die SM-Dritte von 2004 nach dem ersten wettkampfmässigen Test. «Ich habe am Morgen leichte Schmerzen und ein Kratzen im Hals verspürt. Damit war ich anscheinend nicht in der Lage, meine Leistungsfähigkeit abzurufen. Deshalb beendete ich das Rennen vorzeitig.»

Qualifizieren für Berglauf-EM

An der Saisonplanung ändert die abgebrochene SM für die Team-WM-Dritte und Elfte im Einzel (2012) nichts. Wie in den letzten Jahren wird ein Schwerpunkt bei den internationalen Bergläufen liegen. Anfangs Juli findet in Bulgarien die EM statt. Dafür versucht sie sich zu qualifizieren. Nach Plan geht es auf acht Kilometern 800 Meter bergwärts. «Daneben versuche ich», fügt die erfahrene Ausdauerspezialistin an, «nach Möglichkeit Rennen über andere Distanzen zu bestreiten.»

Vom Tisch dürfte der Marathon sein. Obwohl die Europameisterschaft 2014 in Zürich stattfindet. «Die Limite wäre mit zwei Stunden 44 Minuten machbar, aber ich mag mich nicht nur darauf konzentrieren und auf die Limitenjagd vorbereiten.» Rund zwei Monate nach der Berglauf-WM findet zudem in Polen die Weltmeisterschaft statt. «Priorität geniessen weiterhin meine Kinder. Der Sport muss mit der Familie kompatibel bleiben. Ich lasse die Zukunft auf mich zukommen, schaue, was sich ergibt», sagt Bernadette Meier.

Vorbereitung stimmt dennoch

Den sportlichen Fehlstart in Uster steckt die gelernte Medizinische Praxisassistentin und bis vergangenen Herbst 15 Jahre im eigenen Betrieb tätig gewesene langjährige Swiss-Athletics-Kaderathletin weg. «So ist Sport. Den ganzen Winter hatte ich keine gesundheitlichen Probleme, doch ausgerechnet vor dem ersten Wettkampf war ich nicht ganz fit. Der Trainingsstand und das Basistraining stimmen mich jedoch für den weiteren Saisonverlauf optimistisch. Die Vorbereitung wird sich bestimmt auszahlen.»

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