Open Airs: Für die einen ein Muss, für die anderen ein Graus. Im Bild Publikum am Open Air St. Gallen 2016. Bild: Benjamin Manser

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Open Airs: Für die einen ein Muss, für die anderen ein Graus. Im Bild Publikum am Open Air St. Gallen 2016. (Bild: Benjamin Manser)

Open Airs: Für die einen ein Muss, für die anderen ein Graus. Im Bild Publikum am Open Air St. Gallen 2016. (Bild: Benjamin Manser)

Was gibt es Schöneres, als mit Freunden am Abend gemütlich ums Lagerfeuer zu sitzen, an einem Bier zu nippen und sich auf das nächste Konzert zu freuen? Der Stress, den besten Platz zu finden und so schnell wie möglich das Zelt aufzustellen, gehört einfach dazu. Wenn man das einmal geschafft hat und endlich bequem im Campingstuhl sitzt, ist die ganze Aufregung bereits wieder vergessen.

Das Klischee, dass es am Open Air bloss um Alkohol und Drogen geht, ist Blödsinn. Sie sind nicht von Festivals wegzudenken. Aber es ist jedem selbst überlassen, ob man die Stimmung und die Musik ohne Bier und Joint geniessen will. Niemand wird zu etwas gezwungen. Die grosse Mehrheit der Besucher sind lockere, offene und fröhliche Leute, die für ein paar Tage einfach ihren Alltag vergessen wollen. Für viele sind die jährlichen Festivalbesuche eine Tradition und gehören zum Sommeranfang dazu. Wenn es einem zu warm wird, kann man sich schnell in der Sitter abkühlen gehen. Ausserdem trifft man Leute, die man seit Jahren nicht mehr gesehen hat und freut sich bei jeder Begegnung auf Gespräche mit alten Bekannten. Oft finde ich mich selber in interessanten Gesprächen mit Fremden, ohne gross nachzudenken, ob ich die Person eigentlich kenne. Jeder wird von der super Stimmung mitgerissen.

Jedes Jahr muss man sich anhören, dass, wenn es regnet, die Tage doch verloren sind und man bloss krank wird. Klar ist es angenehmer, wenn die Sonne scheint und man nicht zwei Pullover und einen Regenponcho überstülpen muss. Doch mit der richtigen Ausrüstung und guten Kleidern ist auch schlechtes Wetter problemlos zu meistern. Schlamm und Pfützen können ein Hindernis sein, aber für was gibt es Gummistiefel und Regenjacken? Open Airs seien viel zu teuer. Ich gebe zu, tiefere Preise wären angemessen. Aber zum Vergleich: Ein Konzert im Hallenstadion Zürich kostet schnell mehr als 80 Franken. An Festivals kann man für circa 230 Franken vier Tage lang so viele Konzerte besuchen, wie man will. Wer weiss, vielleicht entdeckt man sogar seine neue Lieblingsband.

Die Festivalzeit ist immer viel zu schnell vorbei und es kommen jedes Jahr haufenweise neue unvergessliche Erinnerungen dazu. Kaum sind die Besucher wieder zu Hause angekommen, freuen sie sich wie verrückt auf das nächste Open Air.