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«on air» in die Sommerpause

Der Sommer naht – wenigstens kalendarisch. Die Kleinkultur begibt sich in den Sommerschlaf. Auch bei Kultur in Mogelsberg (KiM) war am Samstag Saisonschluss – mit dem Duo Luna Tic.
Michael Hug
Mit der Handschrift von Dimitri: Claire (Judith Bach) und Olli (Stéfanie Lang) ulken mit absurder Komik und frechen Sprüchen. (Bild: Michael Hug)

Mit der Handschrift von Dimitri: Claire (Judith Bach) und Olli (Stéfanie Lang) ulken mit absurder Komik und frechen Sprüchen. (Bild: Michael Hug)

MOGELSBERG. «Man sieht es ja nicht», sagt Olli, «es ist dunkel da draussen!». Es ist Radio, «on air» zwar, aber eben nur die Töne ohne Bild. Es spielt also keine Rolle, wie man aussieht, nur die Stimme zählt. Das muss Claire noch üben: «Coffee» in allen Tonlagen, bis es stimmt. «Coffee», nicht zu tief, nicht zu hoch, nicht zu sanft, nicht zu rauchig, «Coffee» halt.

Dann kann es losgehen, die Sendung läuft, da ruft Heiri an. Heiri aus dem Tiefbernischen hat ein «Megaprobläm»: Seine Frau ist dominant. Sagt ihm ständig, was er zu tun hat. «Mühsam!» Aber «Radio Luna-Tic» ist keine Psychopraxis, deshalb wird Heiri schon bald aus der Leitung gedrückt.

Seit zehn Jahren unterwegs

2016 sind sie exakt seit zehn Jahren unterwegs: Mademoiselle Olli und Fräulein Claire als das Duo «Luna Tic». Die stilbewusste Genferin Olli (Stéfanie Lang) mit dem französischen Akzent und die freche Claire (Judith Bach) mit der Berliner Schnauze («meene Fresse!») haben sich letztes Jahr ein neues Programm ausgedacht – «on air».

Dann kam für Lang die Babypause, was kein Grund war für eine längere Unterbrechung. Bach – der Frau würde man alles zutrauen, nur nicht Untätigkeit – ging derweil solo auf Tour. Vielleicht, man will ja nichts verschreien, deutet sich damit eine neue Zukunft der beiden an, deren Wege sich vor 15 Jahren in der Scuola Dimitri gekreuzt haben. Vielleicht «back to the roots»: Stéfanie Lang ist ausgebildete Pianistin und Primarlehrerin, Bach Barpianistin, Clownin und wie Lang diplomierte Bewegungsschauspielerin.

Radio Luna-Tic auf 46.9 FM

Doch wer will an Abschied denken. Vorerst geht man wie gesagt «on air» mit Radio Luna-Tic auf 46.9 FM. Mit lustigen Liedern in mindestens vier Sprachen, mit Koketterien und Grimassen, mit Wortklaubereien und Situationskomik, mit Klavierakrobatik und dann auch mit einem gehörigen Schuss ergreifender Melancholie. Und mit Publikumsspielen: «on air» darf der Saal mitgrooven.

Natürlich darf auch eine «Stunkförung», pardon: Funkstörung nicht fehlen, und zwar in Form eines kapitalen Bühnenlichtausfalls, Der war nicht geplant, aber improvisativ überbrückt und schnell repariert. Die Zuhörer «da draussen», mindestens 3000 (Olli), bekommen davon nichts mit, sie dürfen sich weiter wohl fühlen in ihrer guten Stube und auch die Schuhe ausziehen. «Det wird dufte!» sagt Claire und grinst ins Publikum.

Knochenjob Radiomachen

Dann stecken die zwei Radiomoderatorinnen ihre Köpfe ins Klavier und parlieren im und ins All, stöhnen «guarda che luna»; und Olli möchte ihrem Paul, der schon seit vier Monaten in seiner Rakete im Weltall kreist, etwas mitteilen. Doch im allgemeinen Gestürm, wofür einmal mehr der Heiri aus dem Bernbiet sorgt, gehen Ollis Worte unter. Radiomachen ist ein Knochenjob und vor Überraschungen nicht gefeit.

Die Lieder, die in den Äther gefunkt werden, produzieren die beiden Radiomacherinnen gleich selber, alles live also, auch der Heiri, live, die Sende-, Verschnauf- und Hitzepause im «Rössli»-Saal: alles live. Auch der gesteppte Abgang nach der Zugabe am Schluss geht live in den Äther. Den sehen die Millionen da draussen aber nicht – die 120 drinnen jedoch schon. Nun müssen sie leider zweieinhalb Monate warten. Dann geht es bei Kultur in Mogelsberg im Herbstprogramm weiter, mit einem weiteren Duo. Ein Männer-Duo: Schertenlaib und Jägerlehner.

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