Olympioniken im Leiterkurs im SSZ Teufen

SCHIESSEN. 19 zukünftige Kursleiter und -leiterinnen für Sportschiessen Jugend und Sport absolvierten an diesem Wochenende einen Leiterkurs im Fachmodul Gewehr und Pistole am Schiesssportzentrum Teufen (SSZ).

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SCHIESSEN. 19 zukünftige Kursleiter und -leiterinnen für Sportschiessen Jugend und Sport absolvierten an diesem Wochenende einen Leiterkurs im Fachmodul Gewehr und Pistole am Schiesssportzentrum Teufen (SSZ). Geleitet wird der Kurs von Ruth Siegenthaler, Leiterin des Kompetenzzentrums Ausbildung des Schweizer Schiesssportverbands (SSV). An den Tischen sitzen 13 Männer und sechs Frauen zwischen 20 und 55 – darunter Heidi Diethelm (Nationalkader Pistole olympisch) aus Märstetten und Nik Marty (Schnellfeuer Pistolenschütze, olympisch) aus Seengen. Auch bei Pensionierten ist die Ausbildung zum J+S-Leiter beliebt: Sie haben jetzt Zeit dafür.

Erster Kurs im SSZ

Die künftigen Kursleiter werden ihre Funktion meist ehrenamtlich ausüben; manche werden auch teil- oder sogar hauptberuflich als J+S-Leiter tätig sein. Die Kurse werden seit zehn Jahren, unter anderem in Magglingen, durchgeführt. Es ist der erste Kurs dieser Art im SSZ: «Hier haben wir eine optimale Infrastruktur in einer Indooranlage», sagt Ruth Siegenthaler. Teufen ist einer von vier Labelstandorten der Schweiz. Organisiert werden die Kurse durch das J+S-Amt Ausserrhoden und das Bundesamt für Sport (Baspo). Die Teilnehmenden stammen aus der ganzen Schweiz. Neben Ruth Siegenthaler instruierten Beat Carabin und Walter Berger die Kursabsolventen.

Keine «Waffen»: Sportgeräte

Durch solche Kurse werde Teufen in der Schweiz bekannter, sind die SSZ-Verantwortlichen überzeugt: Der Schweizer Schiesssportverband (SSV) ist (nach den Turnern) der zweitgrösste Verband der Schweiz mit mehr als 131 000 Mitgliedern. Geschossen wird mit Luftgewehr und Luftpistole auf 10 Meter, die olympische Distanz. Bei Jugend und Sport gibt es keine Ordonanzwaffen. Hier wird mit Hightechgeräten geschossen: «Das ist Präzisionsschiessen», sagt Ruth Siegenthaler. «Wir reden auch nicht von <Waffen>, sondern von Sportgeräten.»

Eine kleine Karikatur auf dem Flipchart zeigt, dass Sicherheit gross geschrieben wird: «So nicht» – nämlich mit dem Gewehr locker über der Schulter, so dass der Schütze andern Leuten seine Waffe um die Ohren haut. «Wir achten strikt auf Sicherheit», sagt Ruth Siegenthaler. Auch Ethik wird gross geschrieben: Hier wird nicht auf Menschen gezielt oder auf Tiere, sondern ausschliesslich auf runde Scheiben. Von Eltern jugendlicher Schützen erhalte sie oft Rückmeldungen, die Kinder könnten sich in der Schule besser konzentrieren, seit sie Schiesssport betrieben. Disziplin ist absolut notwendig: «Wir sind keine Wohlfühltruppe, in der jeder machen kann, was er will.»

Aus Leidenschaft wurde Beruf

Sie selber kam über ihren Grossvater und Vater zum Schiessen und ist glücklich, dass sie ihre Leidenschaft zum Job machen konnte. Sie freut sich über einen Trend im Schiesssport: Immer mehr Mädchen und junge Frauen interessieren sich für den Sport. Die Kurse in Teufen umfassten Technik, Theorie und Sport. Abgeschlossen wird mit einer Schiessprüfung. Ausserdem müssen die Absolventen eine schriftliche Prüfung bestehen und zehn Minuten einer Lektion für Kinder präsentieren.

Margrith Widmer