Olympialuft schnuppern

SKI ALPIN. Maurus Sparr aus Speicherschwendi hat sich für die Olympischen Winterspiele der Jugend qualifiziert. In Lillehammer bestreitet der 17-Jährige fünf Skirennen. Seine Agenda ist gut gefüllt.

Mea Mc Ghee
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«Ich mag es, zwischen den Toren die Fliehkräfte und das Tempo zu spüren», sagt Maurus Sparr. (Bild: pd)

«Ich mag es, zwischen den Toren die Fliehkräfte und das Tempo zu spüren», sagt Maurus Sparr. (Bild: pd)

Gstaad, Flumserberge, Speicherschwendi, Davos, Malbun, Ittigen, Stams in Tirol, Lillehammer: Maurus Sparr kommt dieser Tage ganz schön herum. FIS-Rennen, Trainings, Ferientage in der Heimat, weitere Rennen, den Kick-off-Event von Swiss Olympic, zwei Schultage und den Abflug Richtung Olympiaabenteuer muss der 17jährige Alpinskifahrer aus Speicherschwendi unter einen Hut bringen. Und das bis am 10. Februar.

Maurus Sparr braucht für jede Disziplin mehrere Paar Ski. (Bild: mc)

Maurus Sparr braucht für jede Disziplin mehrere Paar Ski. (Bild: mc)

Skifahren ist Familiensport

Maurus Sparr ist das älteste von vier Geschwistern, die Eltern führen in St. Gallen ein Sportgeschäft. Skifahren ist der Familiensport. Maurus Sparr hat alle Stufen im Ostschweizerischen Skiverband durchlaufen und gehört seit dieser Saison dem Nationalen Leistungszentrum Davos des Schweizerischen Skiverbandes an. Sein jüngerer Bruder Ramon startet noch in der Kategorie JO. Mit ihrer Cousine Lara Baumann bilden die zwei regelmässig eine Trainingsgruppe, wobei Grossvater Frido Baumann die Läufe steckt. Laras Vater unterstützt die jungen Skifahrer ebenfalls, verleiht ihren Skiern den richtigen Schliff und gibt Servicetips. Pro Disziplin drei Paare Skier hat Maurus Sparr diese Saison vom Ausrüster erhalten. Dazu Stöcke und Skischuhe. Die übrigen Kosten tragen die Eltern.

«Mahlzeit» statt «en Guete»

Seit zweieinhalb Jahren besucht Maurus Sparr im österreichischen Stams das Skigymnasium. Die Hälfte des Weges zur Matura hat er geschafft. «Die Infrastruktur in Stams hat mich beeindruckt», begründet der Gymnasiast, weshalb er Stams den Vorzug gegenüber der Sportmittelschule Davos gegeben hat. Momentan sind unter den rund 250 Schülern nur zwei Schweizer. Maurus Sparr passt sich sprachlich unbewusst an, dies hören Gesprächspartner bald. «Manchmal sagt er sogar <Mahlzeit> statt <en Guete>», bemerkt Mutter Isabelle Sparr. «Die Schule ist straff geführt», ist sie froh. Untergebracht ist Maurus Sparr im Knabeninternat, betreut wird er durch einen «Erzieher», der die Richtung vorgebe. Jeweils vier Schüler teilen sich einen Schlafraum. Dass er wenig Privatsphäre hat, stört den Teenager nicht. Im Zimmer ist er ohnehin nicht allzu oft, denn nebst dem Schulunterricht trainiert er täglich, im Winter zwei- bis dreimal pro Woche auf Schnee.

Erstes Karriereziel erreicht

Mit der Qualifikation für die Winter Youth Olympic Games, die alle vier Jahre stattfinden, hat Maurus Sparr ein erstes grosses Karriereziel erreicht. In Lillehammer wird er fünf Rennen bestreiten: Slalom, Riesenslalom, Super-G, Superkombination und Teamevent. Auf die Wettkämpfe, auf Das-sich-Messen mit Athleten aus aller Welt, freut er sich am meisten. Und auf das Drumherum. «Das wird sicher ein spezielles Erlebnis mit vielen neuen Eindrücken», so Maurus Sparr.

Der Speicherer träumt davon, einmal bei den Olympischen Spielen der Grossen zu starten. Zielstrebigkeit und Perfektionismus sind Charaktereigenschaften, die ihn dorthin bringen sollen.

Seine skifahrerischen Stärken macht Maurus Sparr im technischen Bereich aus. Seine stärkste Disziplin ist der Riesenslalom. «Skifahren ist eine komplexe Geschichte», nennt der 17-Jährige eine Faszination seiner Sportart. «Ich mag es, zwischen den Toren die Fliehkräfte und das Tempo zu spüren.»

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