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OLYMPIA: Toggenburger Wundertüten in Südkorea

Die Freestyler Jan Scherrer und Joel Gisler, der vierfache Olympiasieger Simon Ammann sowie der Alpin-Snowboard-Trainer Christian Rufer vertreten das Toggenburg an den Winterspielen in Pyeongchang.
Urs Huwyler
Schafft Simon Ammann in Pyeongchang den Exploit und springt wieder zu Olympiagold? (Bilder: Urs Huwyler)

Schafft Simon Ammann in Pyeongchang den Exploit und springt wieder zu Olympiagold? (Bilder: Urs Huwyler)

Urs Huwyler

redaktion@toggnburgmedien.ch

Die Ausgangslage vor den Olympischen Spielen in Pyeongchang gleicht aus Toggenburger Sicht bis auf Details jener 2014. Es stehen die gleichen drei Sportler im Fokus. In Sotschi war auch noch Elisabeth Graf (Mosnang) als Bob-Anschieberin dabei, kam aber trotz ausgezeichneter Vorleistungen nicht zum Einsatz. Kaum verändert hat sich während der letzten vier Jahre die Ausgangslage des jetzigen Aktiven-Trios. In Südkorea haben die Drei aus dem Tal der sieben Churfirsten nur jeweils rund 20 Prozent Edelmetall-Chancen. Erstmals seit 1998 könnten damit Podestplätze für Direktbeteiligte aus der Region ausbleiben.

Snowboard-Trainer Christian Rufer kehrte 2006 und 2014 mit Gold und Silber zurück, 2010 wurden seine Athleten von den Wetterbedingungen gestoppt. Der Alpin-Chef verfügt 2018 dennoch über eine höhere Erfolgschance (40 Prozent). In Spitzenjahren gewannen seine Fahrer und Fahrerinnen 24 von 28 Rennen. Dank Rufer, der im März 2014 seinen Job an den Nagel gehängt hatte und zwei Jahre später vom Rücktritt zurücktrat, durfte das Toggenburg auch in den «ammannlosen» Jahren feiern. Diesmal lastet beim Rufer-Team im Parallel-Riesenslalom nahezu die gesamte Verantwortung auf Nevin Galmarini, dem Olympia-Zweiten von 2014 und letzten Weltcup-Sieger vor den Spielen. Die Zeiten, als jedes Delegationsmitglied zum Favoritenkreis zählte, sind vorbei.

Alle acht Jahre doppeltes Olympia-Gold

Statistisch gesehen müsste Simon Ammann Ende Februar in Unterwasser zum dritten Mal als Doppel-Olympiasieger empfangen werden können. 2002 in Salt Lake City holte er zweimal Gold, 2010 in Vancouver ebenfalls – 2018 sollten aller guten Dinge drei sein. Allerdings verbreitet «Simi flieg» mit oder ohne neue (Karbon-)Schuhe bei der Konkurrenz nicht mehr jene Unsicherheit wie einst, Ammann zählt nicht zum engsten Favoritenkreis. Bei den Norwegern, Deutschen und Polen wäre er aufgrund der Weltcup-Gesamtrangliste intern die Nummer fünf oder sechs, hätte innerhalb der Mannschaft also möglicherweise keinen fixen Startplatz. Der erste Podestplatz seit dem 10. März 2015 Mitte Januar in Bad Mitterndorf kam auf einer Flugschanze, also in keiner olympischen Disziplin, zustande.

Die vorolympische Bilanz des 37-jährigen Simon Ammann fiel 2013/14 besser aus – und es wurden die Ränge 17 und 23. Auf jeden andern Sportler würde unter diesen Voraussetzungen niemand wetten. Doch wer in der Vergangenheit davon sprach, «Simi» habe den Absprung ins Privatleben verpasst – und davon gab es viele Sportfreunde –, fügte meist leicht verunsichert an, bei «Simi» wisse man doch nie, ob er plötzlich einen raus lasse und sogar mit einem erkennbaren Telemark lande. Trotzdem: Mehr als ein Diplom (Top 8) käme aufgrund der Ergebnisse seit 2015 selbst bei «Mister Olympia» einer Überraschung gleich.

Über all die Jahre strebte Simon Ammann, der sich in Pyeongchang selbst nicht zum Favoritenkreis zählt, den perfekten Flug an. In Pyeongchang wird er ihn bei der sechsten Olympia-Teilnahme – ohne den Jugendfreund Martin Künzle als Trainer an seiner Seite – neben idealen äusseren (Wind)Bedingungen brauchen. Die Vorfreude passt beim Neo-Hotelbesitzer, das alle acht Jahre Berge versetzende Olympia-Kribbeln hat sich beim Aussenseiter wieder eingestellt. 2006 in Turin war dies beispielsweise nicht der Fall.

Rang vier in Laax als Leistungsausweis

Gestiegen sind die Chancen auf einen Spitzenplatz bei Snowboarder Jan Scherrer (Ebnat-Kappel). 2014 in Sotschi startete der ehemalige Junioren-WM-Dritte im Slopestyle (19.) und in der Halfpipe (18.) als Erfahrungssammler, nun konzentriert er sich auf die Pipe und wird zum erweiterten Favoritenkreis gezählt. Der Team- und Trainingskollege der momentan verletzten Iouri Podladtchikov und David Hablützel schloss das hochklassig besetzte Laax Open (Weltcup) wie im Vorjahr auf Rang vier ab. Eine Duftmarke, die bei den Abfahrern einer entsprechenden Klassierung am Lauberhorn oder in Kitzbühel entspricht. Freestyler Jan Scherrer hat sich in allen Bereichen (Konstanz, Schwierigkeit, Sicherheit, Technik, Ausführung) verbessert. Doch auch für ihn hat sich an der Ausgangslage seit 2014 grundsätzlich nichts geändert: «Die Finalqualifikation muss in jedem Wettkampf immer das Ziel sein. Danach ist vieles möglich», weiss Scherrer – aber auch, dass bei den fliegenden Akrobaten bei jedem Jump immer ein gewisses (Sturz-)Risiko besteht, sich hohe Noten bei den Judges nicht programmieren lassen.

Das vierblättrige Kleeblatt mit Wundertüten-Charakter vervollständigt Joel Gisler (Libingen). Der Unterschied zu Jan Scherrer: Ski statt Snowboard. Sonst ist alles gleich. Gisler landete in Sotschi auf Position 19, wurde Zweiter in China, gehört inzwischen zur erweiterten Weltklasse, hat bei den Richtern inzwischen einen Namen und bringt die Voraussetzungen für einen Exploit mit. Scherrer/Gisler müssen wie Ammann den perfekten Olympia-Flug aus dem Hut zaubern.

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