Olympia 2014 bleibt Fernziel

LANGLAUF. Christoph Eigenmann hat am Supporter-Abend eine erste Bilanz über die zu Ende gehende Weltcup-Saison gezogen. Thomas Mullis ist es als Gastreferent gelungen, die Anwesenden im Restaurant Drei Eidgenossen noch mehr auf den Sport einzuschwören.

Urs Huwyler
Drucken
Teilen
Nach 20 Jahren posierten sie in der gleichen Aufstellung wie 1993 nach dem JO-Staffelsieg mit der Originalmedaille: (von links) Christoph Eigenmann, Patrick Eigenmann und Thomas Mullis. (Bild: Urs Huwyler)

Nach 20 Jahren posierten sie in der gleichen Aufstellung wie 1993 nach dem JO-Staffelsieg mit der Originalmedaille: (von links) Christoph Eigenmann, Patrick Eigenmann und Thomas Mullis. (Bild: Urs Huwyler)

Für den Wattwiler Langläufer Christoph Eigenmann hat sich das Training während der letzten 20 Jahre gelohnt. 1993 gewann der dreifache Olympia-Teilnehmer mit seinem älteren Bruder Patrick und dem gebürtigen Mosliger Thomas Mullis zusammen den JO-OSSV-Staffel-Titel. Am traditionellen Supporter-Anlass am Montagabend im Restaurant Drei Eidgenossen Ulisbach trafen sich die drei Musketiere von damals in verschiedenen Rollen wieder. Fotos und Zeitungsausschnitte erinnerten an die gute alte Jugendzeit.

Grossanlass verpasst

Der Kleinste von damals entwickelte sich zum Weltklasse-Sprinter, für den Mitte April eine durchzogene Saison zu Ende geht. Ausgerechnet vor dem ersten WM-Qualifikationsrennen in Liberec (Tsch) wurde der zweifache Familienvater krank. Beim Heim-Sprint in Davos erhielt der Routinier von Trainerseite weder die ihm zustehende Unterstützung noch Wertschätzung. «Erstmals verpasste ich mit der WM in Val di Fiemme einen Grossanlass», zog «Chrigi» Eigenmann vor den Supportern und Sponsoren ein erstes Fazit.

Die Saisonauswertung bei Swiss Ski wird die Weichen stellen, welche Richtung er auf dem Weg an die Olympischen Spiele in Sotschi einschlagen wird. Mit dem dritten Rang an der Sprint-SM und Rang sieben über 50km bewies der 34jährige Kämpfer seine Klasse. Denkbar scheint zum jetzigen Zeitpunkt während der Vorbereitungsphase ein Alleingang im vertrauten Umfeld mit weniger ausgeprägtem Kraft- und mehr leichtathletischem Training.

Hahnenwasser-Verbrauch

Bruder Patrick, der Zweitgrösste von 1993, gehörte im Saal zu den «normalen» Supportern. «Die Mitgliederzahl bleibt in etwa konstant und ist nicht von «Chrigis» Erfolgen abhängig, weil es sich um seine treuen Anhänger handelt», erklärte der präsidiale Supporter-Chef Pascal Trüeb beim Pizza-Essen, das nach dem Referat des dritten JO-Meisters Thomas Mullis wenig «Schlacht am warmen Buffet»-Potenzial aufwies.

Der Geschäftspartner von Viktor Röthlin kehrte von einer Trainingswoche im Süden (20 Grad) zurück und sprach vor den Lang-Läufern zum Thema «Bewegung im Alltag». Turn- und Sportlehrer Thomas Mullis stellt sich dabei nicht nur die Frage «Wie alt werde ich?», sondern vor allem «Wie werde ich alt?». Christoph Eigenmann durfte sich dabei – wie einige andere Modellathleten – zurücklehnen und sein gewichtiges schlechtes Gewissen stand nicht unter Dauerstress. Schliesslich pflegen körperlich aktive Menschen ihre Gesundheit und neigen nach den Ausführungen von Ex-Langläufer Thomas Mullis dazu, sich bewusster zu ernähren. Die Demonstration, wie viel Zucker sich in gängigen Getränken versteckt, könnte zu höherem Hahnenwasser-Verbrauch in einzelnen Supporter-Haushalten führen. Oder zu vermehrter Bewegung, um Kalorien zu verbrennen.

Erste Priorität

Wobei die Eigenmann-Fans wegen ihres «Langläufer leben länger»-Hobbies nicht zu den klassischen Sesselsitzern, Lift-, Auto- und Rolltreppen-Benützern zählen. Thomas Mullis fordert im übrigen nicht die tägliche Präsenz an irgendwelchen Geräten in Fitness-Zentren, sondern mehr Bewegung im Alltag. Mit dem Velo zur Arbeit, nicht immer den nächst möglichen Parkplatz ansteuern, Rasenmähen, Schneeschaufeln, Treppenlaufen, Schuhe ohne «Stüehli» binden, alles trage zur Beweglichkeit und Fitness bei. Das extrem kostengünstige Stadion «Natur» habe 365 Tage im Jahr an 24 Stunden offen. «Dreimal wöchentlich 30 Minuten Bewegung» sei beispielsweise eine Pille ohne Nebenwirkungen.

Für den Allrounder gehört der Sport zu den wichtigsten Terminen und geniesst erste Priorität. Nicht nur, um sich auf einen (Halb)Marathon vorzubereiten, sondern wegen der Zufriedenheit, der täglichen Abwechslung, der Verhütung von Stoffwechselkrankheiten, der verbesserten Immunabwehr oder Entspannung und vielen Glücksgefühlen. Was Priska Eigenmann, die bessere (nicht schnellere) Hälfte des Loipen-Flitzers, so kommentierte: «Die Kägi fretli auf den Tischen sorgen eben auch für Glücksgefühle.» Im Sinne von Thomas Mullis wären sie als Belohnung nach der Bewegung im Alltag absolut verdient.

Aktuelle Nachrichten