Ohne Wohlwollen geht es nicht

APPENZELL. Das überarbeitete Hallenbadprojekt in Appenzell wird der Öffentlichkeit voraussichtlich im September präsentiert. Am Raumprogramm werde man festhalten. Einsparungen könnten bei den Technikräumen vorgenommen werden.

Rosalie Manser
Drucken
Teilen
Verwaltungsratspräsident Leo Sutter gibt den Aktionären den aktuellen Stand über die Planungsarbeiten für das neue Hallenbad bekannt. (Bild: rom)

Verwaltungsratspräsident Leo Sutter gibt den Aktionären den aktuellen Stand über die Planungsarbeiten für das neue Hallenbad bekannt. (Bild: rom)

Es sind ungewisse Zeiten für die Aktionäre der Hallenschwimmbad Appenzell AG, die sich am Mittwoch zur 41. Generalversammlung trafen: Die Schliessung des über 40jährigen Hallenbads an der Sitterstrasse steht mit dem 15. Dezember kurz bevor. Das überarbeitete Projekt für einen Neubau muss erst noch diverse Hürden nehmen, wie die Kreditgenehmigungen an der Lands- und den Bezirksgemeinden. «Natürlich hoffen wir auf ein möglichst rasches Baubewilligungsverfahren mit gar keinen oder sehr wenigen Einsprachen», betonte Verwaltungsratspräsident Leo Sutter anlässlich der Generalversammlung. Der Schock über die Kostenschätzung vom Januar, die mit 25,7 Millionen Franken den definierten Maximalbetrag von 22 Millionen Franken weit überschritten hatte, sitzt bei den Verantwortlichen immer noch tief. Da der Kreditantrag erst auf die Landsgemeinde 2015 möglich ist, wurde die Planungsphase zwangsläufig um ein Jahr verlängert.

Böses Erwachen

Man habe die Situation im Lenkungsausschuss, der Planungskommission und im Verwaltungsrat eingehend diskutiert und verschiedene Punkte analysiert, so Leo Sutter.

Der Grund, weshalb es zu dieser markanten Kostensteigerung kommen konnte, sei grösstenteils darin zu finden, dass der Aufwand für einen Studienauftrag im Verhältnis zu einem Vorprojekt bei einem Zehntel liege. Die Genauigkeit für Raum und Kosten eines Studienauftrages kann Abweichungen von rund zwanzig Prozent aufweisen. Deshalb kam für die Planungskommission nach Abschluss des Vorprojekts das böse Erwachen. Vor allem die Raumbedürfnisse für Heizung, Lüftung, Sanitär und Badewassertechnik mussten aufgrund der Vorgaben der Fachplaner erhöht werden.

Architekt geniesst Vertrauen

Am meisten Diskussionsstoff in der Bevölkerung bot vermutlich die Tatsache, dass die Verantwortlichen der Hallenschwimmbad Appenzell AG nach dieser Fehleinschätzung am Architekturbüro Seilerlinhart aus Luzern festhielten. «Das Projekt hat die Wettbewerbsjury in seiner Kompaktheit, in bezug auf die Abläufe und die städtebaulichen Aspekte überzeugt», rechtfertigte sich der VR-Präsident, «zudem war die Zusammenarbeit mit dem Architekten sehr angenehm und konstruktiv. Aus diesen Gründen werden wir die Arbeit mit Seilerlinhart weiterführen.» In der Überarbeitungsphase wurden jedoch zwei Spezialisten für Haustechnik und Badewassertechnik beigezogen, und für die Kostenkontrolle zeichnet neu die Firma Bau-Data AG verantwortlich.

Noch kein Notfallszenario

Einsparmöglichkeiten bestünden nach Überarbeitung des Projektes bei der Technik und der Optimierung der Raumaufteilung. «Die Ingenieure gingen beim Vorprojekt auf Nummer Sicher und planten grosszügige Reserven ein, die nun auf ein Mindestmass reduziert wurden», hält Leo Sutter fest. Der Zeitplan sieht vor, dass in den nächsten Tagen das überarbeitete Vorprojekt der Standeskommission mit entsprechendem Kreditantrag vorgelegt wird. Im Oktober beziehungsweise im Dezember erfolgt die 1. und 2. Lesung im Grossen Rat.

Mit Spannung wird der Landsgemeinde und den Bezirksgemeinden im kommenden Jahr entgegengesehen. Auf die Frage eines Aktionärs, was passiere, wenn beispielsweise einer der Bezirke dem Kreditbegehren nicht zustimme, antwortete Lydia Hörler, Frau Bezirkshauptmann von Appenzell und VR-Mitglied der Hallenschwimmbad Appenzell AG, dass ein diesbezügliches Notfallszenario noch ausgearbeitet werden müsse.

Quartierplan vorziehen

Fest steht, ohne das breitabgestützte Wohlwollen der Bevölkerung von Innerrhoden geht es nicht. Eine öffentliche Präsentation des überarbeiteten Vorprojektes wird voraussichtlich im September erfolgen. Sobald man die nötigen Kredite und Aktienkapital generiert habe, soll im Mai 2015 die Ausarbeitung des Bauprojektes für die Baueingabe erfolgen.

Vor Baubeginn ist geplant, dass 70 Prozent der Arbeiten bereits ausgeschrieben werden, um eine möglichst hohe Kostengenauigkeit zu erzielen. Zudem werde das Quartierplanverfahren noch vor dem Baubewilligungsverfahren eingeleitet. Mit diesem Vorgehen erhofft man sich in der Planungskommission, dass auf allfällige Einsprachen im Vorfeld eingegangen werden kann. So soll der Baubeginn, der momentan optimistisch auf Anfang 2016 angesetzt ist, nicht noch weiter hinauszögert werden.

Aktuelle Nachrichten