Ohne Landwirte kein Naturpark

SCHÖNENGRUND. Die Landwirtschaftsgruppe Neckertal hat sich am Montagabend erneut mit dem Naturpark beschäftigt. Nach einem ersten Informationsabend waren die Landwirte skeptisch. Sie wollen aber weiter am Vorprojekt mitarbeiten.

Matthias Giger
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Die Referenten (von links) Dominik Siegrist (Hochschule Rapperswil), Armin Raschle (Moderator, Spurgruppe-Mitglied und Vorstandsmitglied der Landwirtschaftsgruppe Neckertal), Ernst Lanz (Landwirt, Vertreter des Naturparks Thal im Solothurner Jura) und Heinz Gautschi (Landwirt in der Region des Naturparks Thal) haben auf Einladung der Landwirtschaftsgruppe Neckertal die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie vorgestellt beziehungsweise über ihre Erfahrungen mit dem Naturpark Thal berichtet. (Bild: Matthias Giger)

Die Referenten (von links) Dominik Siegrist (Hochschule Rapperswil), Armin Raschle (Moderator, Spurgruppe-Mitglied und Vorstandsmitglied der Landwirtschaftsgruppe Neckertal), Ernst Lanz (Landwirt, Vertreter des Naturparks Thal im Solothurner Jura) und Heinz Gautschi (Landwirt in der Region des Naturparks Thal) haben auf Einladung der Landwirtschaftsgruppe Neckertal die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie vorgestellt beziehungsweise über ihre Erfahrungen mit dem Naturpark Thal berichtet. (Bild: Matthias Giger)

Das Interesse der Bauern am Projekt Naturpark ist intakt – trotz verbreiteter Skepsis. Robert Bischofberger, der Präsident der Landwirtschaftsgruppe Neckertal, begrüsste speziell die Landwirte aus Schwellbrunn. Sie waren am ersten Informationsabend der Landwirtschaftsgruppe noch nicht dabei, da Schwellbrunn noch nicht als Teil des Naturparks gedacht war.

Ohne Landwirte kein Park

Dominik Siegrist von der Hochschule Rapperswil betonte, dass ohne die Landwirte ein Naturpark im Gebiet des Neckertals und Appenzeller Hinterlands nicht realisierbar sei. Hedi Knaus, Gemeindepräsidentin von Schönengrund, sagte: «Es hat sich gezeigt, dass vor allem bei den Landwirten Informationsbedarf besteht, weil sie gegenüber dem Naturpark skeptisch sind. Es sind noch Ängste, vor allem vor Einschränkungen, da. Und die Ängste bestehen so lange, bis man alle Fragen, die einen plagen, losgeworden.» Dazu hatten die interessierten und nach wie vor skeptischen Landwirte Gelegenheit. Red und Antwort standen ihnen die Neckertaler Gemeindepräsidentin und Kantonsrätin Vreni Wild sowie Naturpark-Kenner Dominik Siegrist von der Hochschule in Rapperswil.

Erfahrung zweier Landwirte

Auch zwei Landwirte stellten sich den kritischen Fragen: Ernst Lanz profitiert mit seinem Betrieb vom Label des Naturparks Thal im Solothurner Jura.

Die Produktions- und Angebotsstruktur seines Betriebes stand bereits bevor der Naturpark Thal Realität wurde. Heinz Gautschi profitiert nicht direkt vom Label. Der Fleischproduzent müsste sich Produktionsbedingungen unterwerfen, um Label-konform zu produzieren, was sich für den spezialisierten Grossbetrieb nicht rechne. Er betonte, dass zwar nur rund fünf Prozent der Landwirte vom Label direkt profitieren, der Park aber für die Region überaus positiv sei.

Es kämen vermehrt Tagestouristen in die Region und sie habe ihre Bekanntheit durch den Park steigern können.

Zahlt Bund einfach so?

Ein Landwirt wollte wissen, wie hoch die Beiträge des Bundes und des Kantons sind. Ernst Lanz sagte, dass vom Kanton jährlich 150 000 Franken und vom Bund zwischen 350 000 und 360 000 Franken an Beiträgen kommen.

Einfach so ohne Einschränkungen, fragte ein anderer Votant und sagte, er könne kaum glauben, dass der Bund zahle, ohne zu befehlen. Heinz Gautschi antwortete: «Nein, Bund und Kanton zahlen nicht einfach so. Das Geld ist eine Gegenleistung für Projekte, die eingegeben wurden. Und das bedeutet, dass man gewisse Auflagen zu erfüllen hat.» Die Beteiligung an den Projekten sei freiwillig.

Wer sich nicht an Projekten, beispielsweise Vernetzungsprojekte im Naturschutzbereich beteilige, erhalte aber keine Beiträge.

Informationen zum Naturpark können telefonisch bei der Gemeinde bestellt werden oder von der Webseite der betreffenden Gemeinden heruntergeladen werden.

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