Ohne Kunstschnee wohl ein Debakel

In vielen Skigebieten ist am Wochenende die Saison zu Ende gegangen – nicht überall mit Erfolg. Einen guten Winter unter schwierigen Bedingungen haben die Bergbahnen im Obertoggenburg hinter sich.

Armando Bianco
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Toggenburg/Region. Für die Bergbahnen war es ein sehr anspruchsvoller Winter. Nach den frühen Schneefällen Anfang November folgten lange Perioden ohne Niederschlag. So kam es, dass einige Skigebiete in der Ostschweiz im Februar den Betrieb einschränken mussten.

Jeder «Bähnler» weiss, dass ein erfolgreicher Winter nicht nur von der Schneehöhe in den Bergen abhängt, auch die Verhältnisse im Flachland tragen viel zu Lust oder Unlust auf Wintersport bei. Diejenigen Skigebiete, welche nicht so sehr von Frau Holles Gnaden abhängig sind und ihre Pisten ausgiebig mit Kunstschnee beschneien, hatten wenig bis keine Mühe mit der Pistenqualität. Dazu zählte auch das Toggenburg.

«Das war matchentscheidend»

«Ein Winter mit derart geringen Schneefällen wäre vor 20 Jahren für die gesamte Branche zu einem Debakel geworden», sagt auf Anfrage Urs Gantenbein, Geschäftsführer der Bergbahnen Wildhaus AG. Die Bedeutung von Beschneiungsanlagen hat man im oberen Toggenburg schon früh erkannt und so in den letzten 15 Jahren 17 Millionen Franken in diese Technik investiert. «Das war matchentscheidend für alle, die vom Wintertourismus leben», betont Urs Gantenbein.

Vermehrt auf Kunstschnee

Ohne Kunstschnee wäre der Betrieb beispielsweise auch in Malbun nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich gewesen, heisst es aus dem Liechtensteiner Skigebiet. Föhn und Regen setzten den Pisten im Dezember und Januar arg zu, so dass man mit der Beschneiung während der Saison zweimal von vorne beginnen musste. Dass es in solchen Wintern nicht ohne Schneekanonen geht, hat man auch am Pizol erkannt. Mehrere Millionen Franken sollen dort in den Ausbau der Beschneiung gesteckt werden.

Auf Höhe des letzten Winters

Aus betriebswirtschaftlicher Optik von einem «recht guten Winter» spricht Bruno Dobler, Geschäftsführer der Toggenburg Bergbahnen AG. Er hofft, dass sein Betrieb an das gute letzte Jahr herankommt. In dieser Grössenordnung bewegt man sich auch in Wildhaus. «Vom Ertrag her haben wir das Vorjahr knapp erreicht und sind zufrieden. Das Betriebsergebnis lässt sich noch nicht beziffern, wir hatten tendenziell einen höheren Aufwand bei der Pistenpräparation», sagt Urs Gantenbein.

Und auch wenn man angesichts der jüngst frühlingshaften Tage kaum glauben mag: Das Skigebiet Flumserberg hat am Wochenende bekannt gegeben, seine Saison bis am 25. April zu verlängern – Kunstschnee und hoch gelegener Pisten sei Dank.

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