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Schönengrund: Ein Politneuling
soll Gemeindepräsident werden

KMU-Inhaber, Bankverwaltungsrat und Vereinsmensch: Thorsten Friedel ist im Dorf vielseitig engagiert. Nun kandidiert er als Gemeindepräsident. Es wäre sein erstes politisches Amt.
Jesko Calderara
Thorsten Friedel hat ein KMU mit neun Mitarbeitern aufgebaut.

Thorsten Friedel hat ein KMU mit neun Mitarbeitern aufgebaut.

Eigentlich will am 17. März in Schönengrund nur ein Kandidat Gemeindepräsident werden, die Stimmberechtigten haben jedoch zwei Wahlzettel mit Bewerbern erhalten. Es ist eine kuriose Randnotiz der diesjährigen Gesamterneuerungswahlen in der kleinsten Ausserrhoder Gemeinde. Weil sich längere Zeit kein Interessent für die Nachfolge von Hans Brunner fand, stellte sich Anick Volger zur Verfügung. Der SVP-Kantonalpräsident wohnt seit kurzem in Schönengrund. Dann aber wurde die FDP in der Person von Thorsten Friedel doch noch fündig. In der Folge kündigte Volger in der aktuellen Ausgabe des Gemeindeblattes den Rückzug seiner Kandidatur an. Den Sprung in den Kantonsrat strebt er aber weiterhin an.

Dass Friedel nun neuer Gemeindepräsident werden soll, ist mit Blick auf seine Biografie ­naheliegend. Der 49-Jährige lebt mit seiner Familie seit 20 Jahren im 500-Einwohner-Dorf, ist als Vereinsmensch in der Feuerwehr Neckertal und der Männerriege aktiv und hat ein KMU im Bereich Gebäudeautomation mit neun Mitarbeitern aufgebaut. Zudem gehört er dem Verwaltungsrat der Raiffeisenbank Neckertal und dem Gemeindeführungsorgan Schönengrund an.

In der Politik ein Neuling

Trotzdem hat Friedel bis anhin mehrere Anfragen für eine ­Gemeinderatskandidatur abgelehnt. Grund für die Absagen waren meist die zeitliche Belastung als Unternehmer und wegen der vielfältigen ehrenamtlichen Tätigkeiten. Auch dieses Mal tat sich der vierfache Vater mit einer Zusage schwer. «Zur Firmengründung habe ich schneller Ja gesagt als zum Schritt in die Politik.» Nach Gesprächen mit seiner Frau hat er sich dennoch zu einer Kandidatur für das Gemeindepräsidium durchgerungen, nicht zuletzt aus Verantwortungsbewusstsein heraus. Schönengrund sei ihm ans Herz gewachsen, sagt das FDP-Mitglied. «Am Dorf schätze ich vor allem den familiären Charakter.» Abgesehen davon beendete er Ende 2017 seine Führungsaufgabe bei der Feuerwehr Neckertal und verfügt nun über mehr freie Zeit. Friedel blickt mit gemischten Gefühlen auf die bevorstehenden Herausforderungen. Einerseits freut er sich auf die Zusammenarbeit mit seinen künftigen Gemeinderatskollegen. Anderseits ist der Respekt vor dem neuen Amt gross. Denn Friedel ist ein politischer Neuling und hat noch nie eine Stunde in einem Gemeinderat mitgearbeitet. Immerhin: Anders als 2015 liegen bei den anstehenden Gesamterneuerungswahlen nebst jenem von Hans Brunner keine weiteren Rücktritte vor. Das gute Team werde ihm die Einarbeitungszeit erleichtern, ist Friedel überzeugt. Gleiches trifft auf seine Kompetenzen, Sitzungen zu leiten und sich in Dossiers einzulesen, zu.

Zeitgemässer Wohnraum ist Mangelware

Diese Kompetenzen dürften Friedel helfen, Lösungen für die politischen Probleme zu finden. ­Zumindest finanzpolitisch steht Schönengrund gut da und verfügt gar über ein Nettovermögen. Der Steuerfuss liegt bei 3,7 Einheiten, was einer der tiefsten Werte im Kanton ist. Handlungsbedarf gibt es dafür andernorts. So gehört Schönengrund zu jenen sieben Gemeinden, die Auszonungen vornehmen müssen. Zudem fehlt es an Wohnraum für Familien und ältere Menschen. Letztere würden im Dorf kaum eine Wohnung finden, falls sie ihr Haus verkaufen wollten, sagt Friedel. Verbesserungspotenzial sieht er zudem bei ÖV-Anschlüssen.

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