«Ohne Bau-Chef machen wir nicht weiter»: Clanx Festival vor ungewisser Zukunft

Die Durchführung des legendären Musikfestivals auf der Clanx-Wiese in Appenzell steht auf der Kippe: Seit 2015 fehlt dem Organisationskomitee ein Bau-Chef. Die Suche nach einem neuen verlief bislang ohne Erfolg.

Claudio Weder
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Ohne neuen Bau-Chef könnte es mit der ausgelassenen Stimmung am Clanx Festival bald vorbei sein. (Bild: Raphael Rohner (27. August 2016))

Ohne neuen Bau-Chef könnte es mit der ausgelassenen Stimmung am Clanx Festival bald vorbei sein. (Bild: Raphael Rohner (27. August 2016))

Unbehagen machte sich breit unter den Fans des Clanx Festivals, als ein Aufruf des Organisationskomitees (OK) auf Facebook die Runde machte: Auf einem Bild ist die Wiese an der Lehnstrasse hoch über Appenzell zu sehen, die jeweils am letzten Augustwochenende zum Austragungsort des dreitägigen Clanx Festivals wird. Nur: Sommerlich gekleidete Open-Air-Gänger, die ausgelassen tanzen oder sich in der Sonne baden, sind darauf keine zu sehen. Auch keine Bühne, keine Food-Stände und keine Zelte. Nur eine leere grüne Fläche. Über dem Bild der Schriftzug: «So wird das Clanx Festival 2019 aussehen. Ohne Bau-Chef.» Das war vor drei Wochen.

Tatsächlich steht die Durchführung des legendären Musikfestivals auf der Clanx-Wiese bis heute auf der Kippe. Der Grund: 2015 verliess der damalige Bau-Chef das zwölfköpfige OK. Ein Nachfolger konnte damals nicht gefunden werden. «Dieser ist für das Weiterbestehen des Festivals jedoch unentbehrlich», sagt Samuel Weishaupt, Präsident des hinter dem Festival stehenden Vereins.

Eine Aufgabe mit viel Verantwortung

Der Bau-Chef ist für die gesamte Auf- und Abbauphase des Festivals verantwortlich, die – von der ersten Schraube bis zum letzten «Fätzli» – rund zweieinhalb Wochen in Anspruch nimmt. Hinzu kommen Aufgaben ausserhalb des Geländes wie die Koordination und Kommunikation mit den rund 20 Bauhelferinnen und -helfern oder die Planung der Festivalinfrastruktur.

In den vergangenen Jahren hat OK-Präsident Remo Hollenstein die Funktion des Bau-Chefs – zusätzlich zu seiner Tätigkeit als OK-Präsident – ad interim übernommen, nachdem er diese Aufgabe bereits von 2008 bis 2011 wahrgenommen hatte. «Die dadurch entstandene Doppelbelastung wurde allerdings mit der Zeit zu gross», sagt er.

Das Clanx Festival sei in den letzten fünf Jahren populärer und professioneller geworden. «Das Festival ist weitum bekannt, Tickets sind jeweils schon lange im Voraus ausverkauft.» Mit dieser Entwicklung seien auch die Aufgaben sowie der Verantwortungsbereich des OK-Präsidenten gewachsen. «Wir wollen uns auch in Zukunft darum bemühen, das Clanx Festival anders als andere Festivals zu gestalten», sagt Hollenstein. Aufgrund dessen habe man sich nun entschlossen, die Notbremse zu ziehen und nach einem neuen Bau-Chef Ausschau zu halten.  

Rund einen Monat vor dem letzten Festival hat Hollenstein sämtlichen Mitwirkenden kommuniziert, dass er den Bau-Chef nicht mehr übernehmen werde. Doch intern konnte keine Lösung gefunden werden. Deshalb startete das OK vor drei Wochen via Facebook einen Aufruf, der von den Clanx-Fans bald fleissig geteilt wurde. «Ein neuer Bau-Chef konnte bis dato zwar noch nicht gefunden werden. Doch es gibt mehrere Interessenten, mit denen bereits Gespräche erfolgt sind. Weitere Gespräche stehen in den kommenden Tagen an.»

OK ist positiv eingestellt

2007 fand das familiäre Openair, das von 2003 bis 2005 als «Burg Clanx Festival» noch bei der Burgruine Clanx oberhalb von Appenzell durchgeführt wurde, zum ersten Mal auf der idyllischen Wiese an der Lehnstrasse statt. «Seit den Anfängen ist es ein Festival, bei dem das Miteinander gross geschrieben wird», sagt Hollenstein.

Aus diesem Grund richte sich der Aufruf der Veranstalter auch an die Fangemeinde: «Es wäre schön, wenn sich jemand der jährlich 1500 Besucherinnen und Besucher bereit erklären würde, einen Beitrag an die Organisation des Festivals zu leisten.» Nichtsdestotrotz ist das OK zuversichtlich, dass das Clanx Festival in diesem Jahr zum 16. Mal stattfinden kann. «Bereits jetzt läuft die Bewerbungsphase für die Bands, und auch alle anderen Hebel bleiben – trotz der Vakanz im OK – in Bewegung», so Hollenstein.