Ohm-Kunst rund um den Stadtweiher

WIL. Während vier Wochen präsentiert die Künstlergruppe Ohm41 in verschiedenen Objekten zeitgenössisches Kunstschaffen rund um den Stadtweiher. Die ersten zwei Wochen der Ausstellung «taf el ente» werden täglich mit einem Rahmenprogramm ergänzt. Premiere ist am Sonntag, 21. August.

Silvan Meile
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Wil. Die Künstlergruppe Ohm41 kehrt mit «taf el ente» an den Wiler Stadtweiher zurück, wo sie bereits vor rund elf Jahren für Aufsehen sorgte. Im Jahre 2000 wurde dort die Versenkung der sogenannten Welcome-Figur inszeniert, nachdem die Künstler, die sich damals auf dem Bahnhofplatz befindende Figur verhüllten. Diese erste Aktion nach der Gründung der Künstlergruppe wollte die kulturelle Ereignislosigkeit betreffend zeitgenössischer Kunst im öffentlichen Raum in der Stadt Wil als Widerstand provokativ plakatieren. «Provokation und Irritation ist auch in der Ausstellung am Stadtweiher dabei», sagt Markus Eugster, Gründer der heute zehnköpfigen Künstlergruppe. Dies wird sich teilweise in den Werken, die von den Mitgliedern von Ohm41 speziell für die Ausstellung am Stadtweiher angefertigt werden, widerspiegeln.

Widerstand ist geblieben

Die Künstlergruppe Ohm41, die den Widerstand im Namen trägt, hat sich mittlerweile in der Ostschweiz einen Namen gemacht und ist Bestandteil der hiesigen Kunstszene. Mit dem Kanton St. Gallen existiert für die Ausstellung in Wil eine Leistungsvereinbarung. Auch von der Stadt Wil, die das Patronat für die Ausstellung am Weiher übernommen hat, wird die Gruppe unterstützt. Doch trotz der finanziellen Zustüpfe: «Ein bisschen Widerstand haftet noch immer an unserer Gruppe», sagt Markus Eugster.

Sehr viele Denkansätze sind für die Ausstellung ihrer zeitgenössischen Kunst im öffentlichen Raum relevant. Am Weiher tritt man damit mit grossformatigen Bildern und Objekten und kleinen Feinheiten auch an jenes Publikum heran, das den Ort als Naherholungsgebiet nutzt. Dieses wird zwangsläufig mit Kunst konfrontiert. Mit ihren Beiträgen will Ohm41 den Blick auf die vorhandene Natur und die Altstadtkulisse schärfen und Alltägliches etwas anders darstellen. Der Stadtweiher soll aus einem anderen Blickwinkel betrachtet werden.

Rund 16 Werke am Weiherufer

Die Ausstellung mit dem Titel «taf el ente» ist die fünfte grosse Ausstellung von Ohm41. Jedes Mitglied der Gruppe fertigt dafür zwischen einem und sechs Werke an. «Dabei sind die Materialien genauso unterschiedlich wie die Ideen zu den einzelnen Objekten», sagt Markus Eugster. Jeder Künstler arbeitet mit seinem gewohnten Schwerpunkt an Materialien und Ausdrucksformen. Rund 16 Werke, verteilt am Ufer rund um den Weiher, wird die komplette Ausstellung darstellen. Es handelt sich dabei jedoch nicht um eine Verkaufsausstellung, sondern um eine Plattform und Präsentation Schweizer Kunstschaffen, wie die Künstlergruppe mitteilt. Nebst Provokationen und Seitenhieben auf die Gesellschaft und das Establishment werden von Seiten der Künstler auch viel überraschende Begegnungen versprochen. Die Ausstellung startet am Sonntag, 21. August.

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