Offener Brief an Peter Böhi

«Ein gravierender Fehlentscheid», Ausgabe vom 22. Oktober

Kurt Hablützel, Dr. Med., Facharzt Chirurgie, Kaderarzt Chirurgie Am Spital Heiden, Ehemaliger Leitender Arzt und Chefarzt-Stv. Kantonsspital Zug, Ehem. Chefarzt Chirurgie Ospidal D'engiadina Bassa, S
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«Ein gravierender Fehlentscheid», Ausgabe vom 22. Oktober

Lieber Peter, für Deinen profunden und mutigen Artikel in der Appenzeller Zeitung vom 22. Oktober danke ich Dir sehr. Deiner Analyse des aktuellen Zustandes des Spitals Heiden und des dornenvollen Weges dazu kann ich aus meiner Sicht voll und ganz zustimmen. Von 1986 bis und mit 1989 war ich bei Rudolf Baudenbacher als chirurgischer Oberarzt am Aufbau einer gut und zuverlässig funktionierenden chirurgischen Grundversorgung in Heiden mitbeteiligt. Ab 2003 konnte ich dann als Kaderarzt für chirurgische Dienstvertretungen die von Dir geschilderte Verwaltungsüberblähung durch den Spitalverbund AR mitverfolgen und erlebte auch den sehr bedauerlichen «verwaltungsinduzierten» Rücktritt von Rudolf Baudenbacher. Dies passierte etwa auf dem Leistungshöhepunkt der chirurgischen Klinik. Danach ging es (mit den Zahlen und der Qualität), wie Du schreibst, durch die wiederholt schlecht getroffenen Entscheide der verantwortlichen Gremien kontinuierlich bergab, bis zum aktuellen desolaten Zustand mit einem bereits in den Medien kommunizierten Schliessungs- beziehungsweise Zusammenlegungsentscheid der chirurgischen Abteilung mit der Hirslanden-Gruppe. Wie und ob dieses Szenarium überhaupt realisierbar wäre, ist noch nicht klar, und die Suche nach einer gangbaren Lösung (bis Ende Jahr?) bleibt sogenannten Arbeitsgruppen überlassen. Dass ein gemäss kantonalem Spitalleistungsauftrag rund um die Uhr funktionierender Notfalldienst nur bei einer permanent verfügbaren allgemeinen Notfallchirurgie vernünftig gewährleistet werden kann, gehe ich mit Dir, im Blick auf meine 40jährige Erfahrung in der Notfallchirurgie, absolut einig. Auch in dieser Hinsicht ist offenbar kein kommuniziertes Konzept vorhanden. Der weitere Schaden im und ums Spital ist durch die Unsicherheit über die Zukunft beim Personal und in der Bevölkerung (alles Steuerzahler) infolge der Orientierungslosigkeit gewaltig. Es ist nur zu hoffen, dass der Kantonsrat als Legislative das Ruder in die Hand nimmt und (als Volksvertreter) entscheidet, was der Kanton seinen Bewohnern in Gesundheitsbelangen zu geben bereit ist. Mit nochmaligem Dank für Dein Engagement und mit herzlichen und kollegialen Grüssen