Öffentliche Versammlung
Vögelinsegg-Tunnel in Speicher könnte bereits 2032 gebaut werden

Am Dienstag fand die öffentliche Versammlung Forum Speicher statt. Neben dem Voranschlag 2022 wurde auch der Vögelinsegg-Tunnel vorgestellt. Der Steuerfuss verbleibt trotz hoher Investitionssumme bei 3,6 Punkten.

Ramona Koller
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Nach den Bauarbeiten, welche 2032 starten könnten, würden die Appenzeller Bahnen die Vögelinsegg in Speicher durch einen Tunnel unterqueren.

Nach den Bauarbeiten, welche 2032 starten könnten, würden die Appenzeller Bahnen die Vögelinsegg in Speicher durch einen Tunnel unterqueren.

Urs Bucher

Thomas Baumgartner, Geschäftsführer der Appenzeller Bahnen, präsentierte den Anwesenden und den 60 Zuschauerinnen und Zuschauern im Livestream das Projekt Tunnel in der Vögelinsegg. Er ging auf den Handlungsbedarf sowie alternative Lösungen, die aber allesamt «mit vielen Nachteilen behaftet» seien, ein. Als Nachteile bei der Tunnellösung nennt Baumgartner die Beeinträchtigung, wenn auch in kleinem Grad, des Grundeigentums. Mit den Betroffenen in den Portalbereichen habe man bereits Gespräche geführt.

Im Weiteren wird nun, sofern kein besseres Kosten-Nutzen-Verhältnis einer Alternative gefunden wird, ein Vorprojekt erarbeitet und die Finanzierung geklärt. Ab 2032 könnte dann mit dem Bau begonnen werden.

Fragen zu Alternativen und der Finanzierung

Bezüglich der Finanzierung führte Baumgartner aus, dass auf die Gemeinde Speicher keine Kosten zukommen würden, da die Lösung, sofern sie die verkehrlich beste sei, durch den Bund finanziert wird. Strassenbau und -gestaltung könnten jedoch zu indirekten Kosten führen.

Eine Frage aus dem Saal, ob auch ein Ersatz des Zuges durch einen Bus in Frage käme, wurde von Baumgartner verneint. Busse seien betriebswirtschaftlich nicht attraktiv und würden zu mehr Verkehrsproblemen in der Stadt St.Gallen führen. Die Busse der Appenzeller Bahnen seien zudem verkauft und der Betrieb modernisiert worden. Die Bushaltestelle Vögelinsegg werde, im Fall einer Realisierung, verlegt. Man strebe eine halboffene Lösung im Bereich des Skilifts an, antwortete Baumgartner auf eine weitere Frage.

Ein Anwesender fragte, weshalb die Gemeinde für Bahnübergänge bezahlen müsse, während sie ansonsten für die Infrastruktur nicht bezahlen müsse. Baumgartner führte aus, dass dies historisch und wegen einer Sonderfinanzierung so sei.

Ein Herr fragte nach einer Volksabstimmung über die Kosten über 20 Millionen Franken für den Tunnel. Baumgartner wollte sich zu der Zahl nicht äussern und verneinte eine Abstimmung, da diese Kosten nicht durch die Gemeinde Speicher getragen werden müssten. Eine Abstimmung werde lediglich nötig, wenn Extrawünsche, wie ein vergoldetes Tunnelportal geltend gemacht würden, sagte Baumgartner mit einem Schmunzeln.

Philipp Künzli, Präsident Verein Gewerbe Speicher, wies etwas scherzhaft darauf hin, dass das Wegfallen des Quietschens in den Kurven auch ein positives Argument sei. Gemeindepräsident Paul König bezeichnete die Appenzeller Bahnen in diesem Fall als private Bauherrin und bekundete seine Freude, die kommenden Ereignisse zu verfolgen und den künftig frei werdenden Strassenraum zu nutzen – wenn auch, nach dem geplanten Bau 2032.

Gleichbleibender Steuerfuss trotz hoher Investitionen

Paul König präsentierte den Voranschlag 2022. Die Gemeinde rechnet bei gleichbleibendem Steuerfuss bei 3,6 Punkten mit einem Aufwandüberschuss von 250'100 Franken. König bezeichnet die Nettoinvestitionen von beinahe 9 Millionen Franken im kommenden Jahr als Herausforderung für die Gemeinde. 3,15 Millionen Franken des Verpflichtungskredits von 7,74 Millionen Franken für die Sanierung des Hallenbads sollen im kommenden Jahr investiert werden. Weitere Investitionen, die zu Buche schlagen werden, sind der Wasserleitungsbau von 1,15 (1,149) Millionen Franken und diverse Strassenbauarbeiten mit 970'000 Franken.

Via Forum-Briefkasten wurde eine Frage bezüglich einer möglichen Lösung der Büroknappheit bei den sozialen Diensten und der Schule durch den Kauf des Appenzellerhofs gestellt. König führte aus, wieso dies aktuell nicht in Frage käme. Bezüglich der neuen Website erklärte König, dass diese in den nächsten drei bis vier Monaten aufgeschaltet werden solle. Der kommunale Richtplan sei im Frühling an den Kanton eingereicht worden, beantwortete König eine weitere Frage. Das Gerücht, bezüglich der Verlängerung der Postautolinie zwischen Speicher und Speicherschwendi konnte der Gemeindepräsident bestätigen. Die Linie wird verlängert. «Wir wissen aber noch nicht, ob bis St.Fiden oder bis zum Gallusmarkt. Die Änderung wird wahrscheinlich 2023 in Kraft treten», erklärte König.