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OBERTOGGENBURG: "Ich sehe den Titel auch als Auszeichnung für mein Team"

Seit 20 Jahren arbeitet Mario Rossi für die Swisscom, derzeit als Mitglied der Konzernleitung. Nun kommt dem Obertoggenburger eine besondere Ehre zuteil: Er wurde zum Finanzchef des Jahres 2018 in der Kategorie SMI-Unternehmen gewählt. Damit hat er nicht gerechnet.
Martin Knoepfel
Der Toggenburger Mario Rossi (Swisscom) ist Finanzchef des Jahres 2018. (Bild: PD)

Der Toggenburger Mario Rossi (Swisscom) ist Finanzchef des Jahres 2018. (Bild: PD)

Das CFO Forum Schweiz zeichnet jährlich herausragende Leistungen der Finanzchefs (CFO) schweizerischer Unternehmen in drei Kategorien aus. Es handelt sich um die Kategorien Firmen im Swiss Market Index (SMI), Firmen im Swiss Performance Index (SPI) und um die Kategorie Mitglieder des CFO-Forums. Der Titel des CFO des Jahres 2018 ging in der Kategorie der Firmen im SMI-Indes an den Obertoggenburger Mario Rossi. Für die aus 13 Personen bestehende Jury kam es bei der Beurteilung der Kandidaten unter anderem auf den Ruf bei den Analysten, auf die Persönlichkeit und auf besondere Leistungen an.

Mario Rossi, haben Sie mit der Auszeichnung als bester Finanzchef des Jahres 2018 gerechnet?
Nein, es ist aber gut möglich, dass meine Erfahrung über die vielen Jahre zählt. Und dann spielt sicher der langjährige Erfolg der Swisscom eine wichtige Rolle.

Was bringt und was bedeutet Ihnen der Titel?
Ich freue mich sehr darüber und bin stolz. Ich sehe dies auch als Auszeichnung für mein Team. Ohne ein gutes Team hat man in so einer grossen Firma keine Chance, erfolgreich zu sein.

Worin liegt der Reiz, wenn man im Beruf ausschliesslich mit Zahlen zu tun hat? Das ist ja das Los des Finanzchefs einer Firma.
Der Finanzchef hat heute nicht mehr ausschliesslich mit Zahlen zu tun, und er ist vielmehr eine Art Copilot. Er ist ein Teil einer Geschäftsleitung und nimmt nebst der finanziellen Verantwortung auch die unternehmerische Sicht ein.

Welche Fähigkeiten muss Ihrer Ansicht nach ein Finanzchef mitbringen?
Als erstes muss er absolut sattelfest in den finanziellen und regulatorischen Grundlagen sein. Darüber hinaus muss er das Geschäft verstehen und damit einen Beitrag zur Geschäftsentwicklung leisten. Weiter muss er den Mut haben, unangenehme Themen auf den Tisch zu bringen und ab und zu auch Nein zu sagen.

Sie wurden gelobt, weil die Swisscom Pensionsverpflichtungen anders verbucht, sodass sie mehr Eigenkapital aufweist. Ist das nicht Bilanzkosmetik, die die wahren Verhältnisse verschleiert?
Die Eigenkapitalquote wird unter anderem durch die Bilanzierung der Pensionskassenverpflichtungen beeinflusst. Mit den aktuellen Tiefstzinsen sind die Verpflichtungen stark angestiegen. Swisscom wendet den internationalen Rechnungslegungsstandard IFRS an. Unserer Meinung nach werden Schweizer Vorsorgepläne aber nicht richtig dargestellt und wir setzen uns für eine an die schweizerischen Verhältnisse angepasste Methode ein. Denn in der Schweiz werden die finanziellen Risiken einer Pensionskasse anders als in vielen anderen Ländern zwischen den Arbeitnehmern und dem Arbeitgeber geteilt.

Sie waren Finanzchef in verschiedenen Divisionen der Swisscom und sind Mitglied der GL. Zudem haben Sie für Firmen in verschiedenen Branchen ausserhalb der Telecom-Branche gearbeitet. Reizt es Sie, einmal ein Unternehmen zu führen?
Ich habe mich in der Rolle als Finanzchef immer sehr wohl gefühlt und möchte dies auch nicht ändern. Mich hat die ICT-Branche vor Jahren gepackt und ich finde das vielseitige Geschäft gepaart mit der enormen Dynamik nach wie vor sehr spannend. Die Digitalisierung gehört heute zu den wichtigen Treibern von Wirtschaft und Gesellschaft in unserem Land und Swisscom steht mittendrin.

Wie hat Sie das Toggenburg geprägt? Man sagt den Toggenburgern nach, dass sie den Franken zweimal umdrehen, bevor sie ihn ausgeben. Für einen Finanzchef ist diese Einstellung kein Nachteil.
Das Toggenburg hat mich stark geprägt. Es ist sicher kein Nachteil, wenn man in einer ländlichen Umgebung aufgewachsen ist und gewisse Tugenden wie zum Beispiel Sparsamkeit oder Bodenständigkeit ins Leben mitnehmen darf.

Welche Beziehungen haben Sie noch zum Toggenburg?
Meine Eltern leben immer noch im Toggenburg, und ich habe einige Schulkollegen, mit denen ich regelmässig Kontakt habe. Weiter lese ich die Skipost des SC Ebnat-Kappel immer mit Freude und Interesse.

Kehren Sie manchmal ins Toggenburg zurück, etwa auf dem Velo oder um Ski zu fahren?
Ich wohne am Zürichsee und meine Touren mit dem Rennvelo bringen mich regelmässig über den Ricken ins Toggenburg.

Welches sind Ihre Lieblingsplätze oder Lieblingswege im Toggenburg?
Die Lieblingsroute führt mich mit dem Rennrad über den Ricken via Ebnat-Kappel nach Starkenbach und dann rechts hoch über die Vorder Höhi hinunter nach Weesen. Leider gibt das Restaurant Post in Ebnat-Kappel nicht mehr; da habe ich jeweils immer einen Zwischenhalt gemacht.

Das Interview wurde schriftlich geführt.

Seit 20 Jahren bei der Swisscom

Der 57-jährige Obertoggenburger Mario Rossi arbeitet seit 20 Jahren in verschiedenen Funktionen für die Swisscom. Unter anderem war er der Finanzchef (CFO) des Schweizer Geschäfts des Telekommunikationsunternehmens und der Finanzchef der italienischen Tochter Fastweb. Seit 2013 gehört Mario Rossi zur Konzernleitung der Swisscom. Begonnen hat er seine Ausbildung nicht bei der Swisscom, sondern als kaufmännischer Lehrling auf der Gemeindeverwaltung in Ebnat-Kappel. Später bildete er sich unter anderem zum Treuhänder und Wirtschaftsprüfer weiter. Berufliche Stationen waren auch Lindt & Sprüngli, die Elco-Looser-Gruppe und das Bauunternehmen Karl Steiner. Mario Rossi ist verheiratet und Vater zweier Kinder.(mkn)

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